Event

Profs gegen Rechts / Prof. Dr. Heike Radvan (Universität Tübingen): Betroffen von extrem rechter Dominanz in der Kommune – Erfahrungen, Handlungsoptionen, Gegenstrategien

Veranstalter:in: Organisiert von Profs gegen Rechts in Kooperation mit WOC
Veranstaltungsort: Rotunde
Beginn: 17. Dezember 2025, 18:15 Uhr
Ende: 17. Dezember 2025, 19:45 Uhr

In vielen Orten und Regionen, die durch extrem rechte Dominanzbestrebungen herausgefordert sind, engagieren sich demokratische, zivilgesellschaftliche Akteure gegen extrem rechte Gewalt, Bedrohungen und Mobilisierungen. Häufiger bleibt ihr Engagement unbeachtet, unbenannt. Im Vortrag werden Ergebnisse einer qualitativen Forschung vorgestellt, in der die Erfahrungen verschiedener Betroffenengruppen mit extrem rechter Gewalt erfragt wurden. Im Zentrum der Ergebnisse stehen Umgangsweisen hiermit. Jenseits individueller Antworten geht es um kollektive Strategien und um die Frage, was sich hieraus im Sinne anwendungsbezogener Forschung für die Stärkung demokratischer Alltagskulturen lernen läßt.

Prof. Dr. Heike Radvan ist Sozialpädagogin und Erziehungswissenschaftlerin; seit 10.2024 Professorin für Rechtsextremismusforschung mit den Schwerpunkten Politische und kulturelle Bildung am Institut für Rechtsextremismusforschung der Universität Tübingen (IRex). Zuvor lehrte und forschte sie acht Jahre an der BTU Cottbus zu den Schwerpunkten Gemeinwesenarbeit und Rechtsextremismusforschung. Von 2002–2017 arbeitete sie in der Amadeu Antonio Stiftung, u.a. zum Antisemitismus in der DDR und initiierte die Fachstelle „Gender und Rechtsextremismus“.

Mehr zur Veranstaltung: https://www.woc.uni-bremen.de/events/#heike-radvan-tuebingen-tbd 

___

Der Vortrag ist Teil der Ringvorlesung „Gefährdete Demokratie“ von Profs gegen Rechts an der Universität Bremen 2025–2026.

Seit längerem ist das Erstarken anti-demokratischer Tendenzen und Kräfte in Deutschland und vielen anderen Teilen der Welt beobachtbar. Diese sind auf komplexe Weise mit Rassismen, Antisemitismus, Islamophobie, virulenten Sexismen, Klimawandelleugnung, neoliberalen Austeritätspolitiken und einem tiefgreifenden Anti-Intellektualismus und Nationalismus verzahnt. Auch die Wissenschaftsfreiheit wird zunehmend von politischer Seite (vgl. u.a. die sogenannte Fördergeld-Affäre im BMBF) entweder stark angegriffen oder allgemein als Freiheit zur Diskriminierung begriffen. Vor diesem Hintergrund veranstaltet das Netzwerk „Profs gegen Rechts“ an der Universität Bremen in Kooperation mit der Verbundforschungsplattform Worlds of Contradiction (WOC) unter dem Titel „Gefährdete Demokratie“ eine über mehrere Fachbereiche hinweg organisierte Vorlesungsreihe, die sich der Verwundbarkeit demokratischer Prinzipien aus unterschiedlichsten Perspektiven nähert und die Universität als Ort des offenen Diskurses in Zeiten seiner Bedrohung stärken möchte. Eingeladen werden Personen aus der Wissenschaft und dem öffentlichen Leben, die sich u.a. dem Verfassungsrecht, der Rechtsextremismusforschung, Rassismen in der Medienlandschaft und der Hochschul- und Klimapolitik der AFD widmen. Die Vorlesungsreihe wendet sich an alle Angehörigen der Universität Bremen sowie eine interessierte außeruniversitäre Öffentlichkeit und stellt die Frage nach der Verwundbarkeit demokratischer Gesellschaftsformen sowie die Arten und Gründe ihrer Gefährdungen ins Zentrum unseres Gesprächs.