Anti-wissenschatlliche und anti-demokratische Meinungen sowie Hetze gegen Vertreter:innen der akademischen Welt, sie kursieren im Netz und nehmen weltweit zu. Man müsse nur in die USA schauen, so Wissenschaftsjournalist Jan-Martin Wiarda in seinem Impulsvortrag. Auch dort habe sich niemand vorstellen können, dass der Druck auf die Universitäten so groß werden würde und Kampagnen gegen Themen wie Klimaforschung, Gleichstellung und Diversität so erfolgreich sein würden.
Die Hochschulen geraten weltweit unter Druck, Wissenschaftsfreiheit ist zunehmend gefährdet. Die Weltlage strahlt auch auf die Hochschulen in Deutschland aus. An der Universität Bremen blickt man daher mit Sorge auf die Weltlage und die global schlechter werdenden Rahmenbedingungen für Wissenschaftler:innen. Der Akademische Senat der Universität hat sich deshalb in einer ganztägigen Klausursitzung mit dem Thema intensiv beschäftigt.
„Dieses Thema geht uns alle an. Wenn Wissenschaftsfreiheit bedroht wird, sind wir alle gefordert, Netzwerke zu bilden, aber auch zu schauen, wie wir unsere Resilienz stärken können“, betonte Rektorin Jutta Günther. Wissenschaft werde stärker politisch instrumentalisiert und es erfordere Mut und Haltung, um Angriffe abzuwehren, so Wiarda.
Petra Dobner, Professorin für Politikwissenschaften an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg gab einen Einblick in die Situation der Hochschulen in Sachsen-Anhalt, wo im September ein neuer Landtag gewählt wird. Das Thema Demokratiebildung und Resilienz hat dort deshalb hohe Aktualität.
Nach einer intensiven und fruchtbaren Diskussion waren sich die Anwesenden einig, das Thema Institutionelle Resilienz im Akademischen Senat weiter zu verfolgen. Um die hochschulpolitische Arbeit zu stärken, soll außerdem die Arbeit der Gremien wie die des Akademischen Senats innerhalb der Universität bekannter gemacht werden. Gesetze und gesetzlich geschützte Institutionen seien wichtig, aber die Demokratie lebe vom Engagement der Menschen innerhalb der Institutionen.

