Die Abendveranstaltung am 29. Juni untersucht, wie die Bildung für afghanische Mädchen derzeit nicht durch Systeme, sondern durch Engagement, Widerstand und technologischen Einfallsreichtum aufrechterhalten wird.
Ein 13-minütiger Dokumentarfilm bietet einen intimen Einblick in das gemeinschaftsgeführte Bildungsmodell von LEARN Afghan für Mädchen, die vom formalen Schulwesen ausgeschlossen wurden. Aus der Perspektive von Lehrerinnen und Schülerinnen dokumentiert der Film alltägliche Bildungspraktiken, die unter strengen politischen und sozialen Einschränkungen entwickelt wurden. Er zeigt, wie das Lernen durch Low-Tech- und Offline-Infrastrukturen wie Heimunterricht, Radiobildung und die Bereitstellung von Inhalten über SIM-Karten aufrechterhalten wird.
„Die Bildung von Mädchen in Afghanistan ist zu einem der umstrittensten Themen an der Schnittstelle von politischer Unterdrückung, globaler Verantwortung und Bildungsgerechtigkeit geworden. Wenn formale Systeme zusammenbrechen oder aktiv ausgrenzen, wird das Lernen durch aktivismusgetriebene Bildungsinfrastrukturen aufrechterhalten“, sagt Erziehungswissenschaftler Professor Frank J. Müller von der Uni Bremen, der den Abend organisiert hat.
Die Veranstaltung „Untergrundschulen für Mädchen in Afghanistan“ positioniert aktivistisch geführte Bildung als entscheidenden Fall für die Inklusionsforschung. Sie wirft grundlegende Fragen zur Beziehung zwischen Forschung, Haltung und Aktivismus auf: Was bedeutet Inklusion, wenn der Zugang zu Bildung von parallelen Strukturen statt von institutionellen Reformen abhängt? Wie lassen sich normative Verpflichtungen zur Bildungsbeteiligung unter extremen Einschränkungen in die Praxis umsetzen? Im Dialog mit Pashtana Durrani wird dazu eingeladen, über die Implikationen von aktivismusgetriebener Bildung nachzudenken.
Öffentliche Kurzfilmvorführung und Diskussion
Untergrundschulen für Mädchen in Afghanistan
Let Her Learn: Aktivismus-getriebene Bildung für afghanische Mädchen
29. Juni 2026, 18:15–19:45 Uhr
Studierhaus SH D1020

