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Korallen: Drastische Veränderungen vor Mexiko

Ein Forschungsteam unter der Leitung der Universität Bremen und der Nationalen Autonomen Universität von Mexiko hat ökologische Veränderungen in mexikanischen Karibik-Korallenriffen in den letzten 40 Jahren ermittelt. Das Fazit: Nur noch wenige Riffe werden aktuell noch durch Korallen dominiert.

Die Studie zeigt einen drastischen Rückgang der Korallenbedeckung zwischen den späten 1970er-Jahren und dem Beginn des Jahrtausends. Ende der 1970er-Jahre betrug die durchschnittliche Korallenbedeckung in der mexikanischen Karibik im Durchschnitt noch 26 %. Bis zum historischen Minimum von 12 % im Jahr 2005, ein Jahr das durch eine grosse Korallenbleiche in der Karibik gekennzeichnet war, nahm sie ab. Von 2005 bis 2016 kam es zu einer teilweisen – aber sehr langsamen – Erholung der Korallenbedeckung, die im Jahr 2016 wieder ca. 16 % erreichte. Trotz der beobachteten Erholung überstieg die Zuwachsrate der Makroalgen aber die Erholung der Korallenbedeckung bei weitem. Durch das Ersetzen von Korallen durch Algen können wichtige Funktionen von Riffen, wie der Küstenschutz und der Fischereiertrag, beeinträchtigt werden. Dies wird inzwischen von vielen Riffen berichtet. 

Entgegen der Erwartungen des Forschungsteams kam es auch im zentralen und südlichen Teil der mexikanischen Karibik, der sich durch eine vergleichsweise geringe Bevölkerungsdichte auszeichnet, zu einer signifikanten Zunahme der Makroalgenbedeckung. Ein Grund dafür könnte die intensive küstennahe Landwirtschaft sein. Das kann zu einer Düngung der küstennahen Korallenriffe führen, so dass Korallen im Wettbewerb mit Algen immer schlechter abschneiden und schliesslich überwachsen werden.

Fehlende Nachhaltigkeit als Erklärung für die Degradierung

Die Tourismusindustrie und Küstenentwicklung ohne nachhaltige Planung sind Faktoren, die zum Niedergang der mexikanischen Karibikriffe beitragen. Daher unterstreicht die Studie die Notwendigkeit, das lokale Management der Riffe zu verbessern. Das ist für die Erhaltung von Riffen von großer Bedeutung.

Die Ergebnisse der Studie wurden unter dem Titel “A meta-analysis to assess long-term spatiotemporal changes of benthic coral and macroalgae cover in the Mexican Caribbean” veröffentlicht: rdcu.be/b4ydx 

Juli 2021: Welt-Korallenriffkonferenz in Bremen

Die Forschung zu Korallenriffen ist an der Universität Bremen – auch im Zusammenspiel mit universitären Partnern in der Hansestadt – sehr ausgeprägt. An der hier vorgestellten Untersuchung haben gleich zwei unterschiedliche Arbeitsgruppen des Fachbereichs Biologie/Chemie zusammengearbeitet: Die AG Populations- und Evolutionsökologie und die AG Marine Ökologie. Im Sommer nächsten Jahres werden Bremen und die Universität im Mittelpunkt des weltweiten Interesses hinsichtlich der Korallenriff-Thematik stehen - dann soll hier vom 18. bis 23. Juli 2021 die Weltkorallenriffkonferenz stattfinden.

Fragen beantworten:

Ameris Ixchel Contreras Silva
Tel. (+49) 176 43875146
E-Mail: amerisixcontrerasprotect me ?!gmailprotect me ?!.com

Prof. Dr. Christian Wild
Universität Bremen
Fachbereich Biologie und Chemie
Meeresökologie
Tel.: +49 (0)421 218-63367
E-Mail: christian.wildprotect me ?!uni-bremenprotect me ?!.de

Lorenzo Alvarez Filip
Labor für Biodiversität und Riffschutz
Abteilung Riffsysteme, ICML, UNAM
www.barcolab.org
Tel. (+52) 9989372917
E-Mail: lorenzoaf@gmail.com 

Korallen
Gesunde Korallenriffe in der mexikanischen Karibik ähneln dem Aussehen der 1970er Jahre - hier eine Steinkoralle der Art Orbicella annularis mit einem Fischschwarm der Art Haemulon flavolineatum.