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Extrem heiße Forschung: Uni Bremen kann jetzt Kristalle züchten

Geschenke zwischen Universitäten sind eher ungewöhnlich. Umso bedeutender ist die Schenkung der Universität Köln an die Universität Bremen: eine Kristallzüchtungsanlage im Wert von einer halben Million Euro. Mit dieser Anlage können reine, kristalline Materialien künstlich hergestellt werden. Es handelt sich dabei um eine sogenannte Czochralski-Anlage und drei Anlagen nach dem "Top Seeded Solution Growth"– Verfahren. Bundesweit gibt es nur etwa ein Dutzend solcher Labore.

Die Schenkung erfolgte bereits zu Jahresbeginn – jetzt sind die Geräte nach dem Abschluss der Aufbauten betriebsbereit. Die feierliche Einweihung fand kürzlich im Geogebäude statt. Den Festvortrag „Crystal Growth in Materials Science and Engineering” hielt Professor Manfred Mühlberg vom Institut für Kristallographie der Universität zu Köln, der maßgeblich an der Schenkung beteiligt war.

Temperaturen bis nahezu 2.000 Grad

„Die Schenkung basiert auf der langjährigen Kooperation beider Universitäten. Wir haben viele Projekte zur Ionenleitung von Kristallen gemeinsam mit den Kölner Kollegen durchgeführt“, erläutert Professor Reinhard X. Fischer, Kristallograph im Fachbereich Geowissenschaften der Universität Bremen. Er ist gemeinsam mit Manfred Mühlberg Initiator der Transaktion. Mit der Kristallzüchtungsanlage können in Bremen nun erstmals Kristalle beispielsweise für die Laseroptik oder Referenzkristalle für petrologische Modellsysteme hergestellt werden. Die Kristalle können aus der Schmelze bei Temperaturen bis nahezu 2000°C gezogen werden. Die Schmelze enthält die chemischen Elemente, die den neuen Kristall bilden sollen. Zur Züchtung von Kristallen für optische Messungen wurde der bisherige Laborleiter in Köln, Dr. Manfred Burianek, im Rahmen eines von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) finanzierten Vorhabens gewonnen.

Rubine und Granate

„Wir werden in Bremen künftig Kristalle mit bestimmten Eigenschaften herstellen. In einem von der DFG unterstützen Projekt liegt der Schwerpunkt unserer Forschung auf den optischen Eigenschaften der Kristalle. Gleichzeitig stellen wir in einem anderen Projekt Kristalle mit multiferroischen Eigenschaften her. Hier liegt der Forschungsschwerpunkt auf den magnetischen Eigenschaften“, erklärt Fischer. „Mit der neuen Anlage könnte man sicherlich auch wunderschöne Kristalle herstellen, wie beispielsweise künstliche Rubine oder Granate. Das ist allerdings nicht unser Forschungsauftrag“.

Die gesamte Pressemitteilung und Informationen zum Herstellungsverfahren von Kristallen lesen Sie hier

 

Weitere Informationen:

Universität Bremen
Fachbereich Geowissenschaften
Prof.Dr. Reinhard X. Fischer
Tel.: 0421 218 65160
E-Mail: rfischerprotect me ?!uni-bremenprotect me ?!.de
www.geo.uni-bremen.de/page.php?pageid=57