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Humboldtpreisträger aus Russland schenkt Forschungsstelle Osteuropa Teil seines Archivs

Der renommierte Literaturkritiker Konstantin Asadowski war zu Sowjetzeiten Opfer des sowjetischen Geheimdienstes geworden und zwei Jahre inhaftiert

Nr. 302 / 17. Oktober 2011 MM

Die auf Dissidenz und Opposition spezialisierte Forschungsstelle Osteuropa an der Universität Bremen hat seit kurzem einen renommierten Gast: Bis Ende des Jahres wird der ehemalige Humboldtpreisträger und Literaturkritiker Konstantin Asadowski aus Russland dort arbeiten und ihr Teile seines persönlichen Archivs übergeben.

Das Interesse der Forschungsstelle Osteuropa für den 70-jährigen promovierten Germanisten und Literaturkritiker gilt vor allem seiner Biografie: Ende 1980 war Konstantin Asadowski Opfer des sowjetischen Geheimdienstes geworden. Der KGB hatte damals ein Strafverfahren gegen ihn wegen illegalen Drogenbesitzes inszeniert, woraufhin er zu zwei Jahren Haft in sowjetischen Gefängnissen und Lagern verurteilt worden war. Einige Dokumente aus dieser Zeit hat der Wissenschaftler der Forschungsstelle Osteuropa vermacht. „Wir wollen seinen Besuch jetzt dazu nutzen, um diese Unterlagen mit ihm zusammen auszuwerten und in unser Archiv aufzunehmen“, erklärt Ulrike Huhn von der Forschungsstelle Osteuropa. Asadowski wird seinen Aufenthalt zudem dafür verwenden, um in deutschen Bibliotheken und Archiven für sein neues Buch über nationale Mythen im deutsch-russischen Vergleich zu recherchieren.

Konstantin Asadowski ist ein mehrfach ausgezeichneter russischer Literaturkritiker, der sich als Präsident der internationalen Vereinigung des Petersburger PEN-Clubs („Poets, Essayists, Novelists-Club“) weltweit für verfolgte und unterdrückte Schriftsteller einsetzt. Neben seinen weitreichenden Kontakten in die russische NGO-Szene ist Asadowski Mitglied der Internationalen Rilke- und Goethe-Gesellschaften und korrespondierendes Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung in Darmstadt. Für seinen Beitrag zum Kulturaustausch zwischen Deutschland und Russland, vor allem für seine Übersetzungen etwa von Friedrich Hebbel, Rainer Maria Rilke und Wolfgang Koeppen, erhielt er 2011 das Bundesverdienstkreuz und wurde als zweiter russischer Staatsbürger nach Lew Kopelew mit dem Friedrich-Gundolf-Preis der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung ausgezeichnet. Bereits 1995 war er Preisträger der Alexander-von-Humboldt-Stiftung.

Achtung Redaktionen: In der Uni-Pressestelle können Sie ein Foto von Konstantin Asadowski erhalten. Kontakt über Telefon: 0421 218-60150, E-Mail: presse@uni-bremen.de . Zudem spricht Asadowski fließend deutsch und steht für Interviews gerne zur Verfügung. Kontakt über E-Mail: azadovskiprotect me ?!mailprotect me ?!.ru  oder über die Forschungsstelle Osteuropa, Galina Potapova, E-Mail: potapovaprotect me ?!uni-bremenprotect me ?!.de  .

Weitere Informationen:

Universität Bremen
Forschungsstelle Osteuropa (FSO)
Archiv
Galina Potapova
E-Mail: potapovaprotect me ?!uni-bremenprotect me ?!.de