Wie können Roboter Feuerwehrkräfte in gefährlichen und unübersichtlichen Einsatzlagen unterstützen? An dieser Frage arbeitet die Bremer Uni-Ausgründung TOPAS Industriemathematik gemeinsam mit Alpha Robotics Germany aus Vechta. Für ihr Projekt „Autonome Löschrobotik: Entwicklung einer Hard- und Softwareplattform für den Feuerwehreinsatz“ wurden die Partner nun mit dem Transferpreis der Steinbeis-Stiftung – Löhn-Preis 2026 ausgezeichnet.
Der mit 10.000 Euro dotierte Preis würdigt herausragende Projekte, die wissenschaftliche Erkenntnisse erfolgreich in marktfähige Anwendungen überführen.
Im Mittelpunkt des prämierten Projekts steht die Weiterentwicklung bestehender Löschroboter zu intelligenten Assistenzsystemen für den Feuerwehreinsatz. Dafür werden unter anderem industriemathematische Verfahren der dynamischen 3D-Kartierung, KI-gestützten Objekterkennung, robusten Sensorfusion und teilautomatisierten Navigation eingesetzt. Ziel ist es, Einsatzkräfte besonders in Situationen mit starker Rauchentwicklung, instabilen Gebäuden oder unklarer Lage zu entlasten. Die Systeme sollen helfen, Einsatzorte schneller zu erfassen, Entscheidungen besser vorzubereiten und Risiken für Feuerwehrkräfte zu reduzieren.
„Die größte Stärke autonomer Robotik besteht nicht darin, Brände zu löschen, sondern darin, Menschen nicht in Situationen schicken zu müssen, in denen Sekunden über Leben und Tod entscheiden. Diese Auszeichnung bestätigt den erfolgreichen Transferansatz der Universität Bremen: mathematische Spitzenforschung in Technologien zu überführen, die dort wirken, wo sie den größten gesellschaftlichen Nutzen entfalten,“ sagt Professor Christof Büskens, Projektleiter von #MOIN. „Die autonome Löschrobotik zeigt beispielhaft, wie Technologien aus Bereichen wie dem autonomen Fahren in neue Anwendungskontexte übertragen werden können, hier mit direktem Nutzen für Einsatzkräfte und öffentliche Sicherheit“, sagt Dr.-Ing. Mitja Echim von TOPAS Industriemathematik.
TOPAS bringt in das Projekt seine Expertise in industriemathematischen Verfahren und autonomen Systemen ein. So entsteht ein leistungsfähiges Assistenzsystem für die Einsatzrobotik und perspektivisch das „TOPAS Autonomy Framework“ als Grundlage für weitere autonome Anwendungen.
Alpha Robotics Germany ergänzt das Projekt mit einer etablierten Hardwareplattform und umfassender Erfahrung aus realen Feuerwehrszenarien. Durch die enge Zusammenarbeit der Partner können neue Technologien frühzeitig unter praxisnahen Bedingungen getestet und validiert werden.
Das prämierte Vorhaben ist Teil der Initiative „#MOIN – Modellregion Industriemathematik“, die vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt im Rahmen der Programmlinie „T!Raum – TransferRäume für die Zukunft von Regionen“ gefördert wird. Ziel der Initiative ist es unter anderem, mathematische Expertise mit praxisorientierten Herausforderungen zu verbinden, um innovative und effiziente Lösungen zu entwickeln und den Dialog zwischen Wissenschaft und Wirtschaft voranzutreiben.
Der Transferpreis der Steinbeis-Stiftung – Löhn-Preis wird in der Regel jährlich für herausragende Projekte im Wissens- und Technologietransfer vergeben. Er wurde 2004 zur Würdigung der Leistung von Prof. Dr. Dr. h. c. mult. Johann Löhn ins Leben gerufen.
Weitere Informationen:
Video zum Projekt: https://youtu.be/-5G065XlqHY
Fragen beantwortet:
Prof. Dr. Christof Büskens
Zentrum für Industriemathematik
Universität Bremen
Telefon: +49 421 218-63861
E-Mail: bueskensprotect me ?!uni-bremenprotect me ?!.de

