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Wie erinnern? 80 Jahre nach dem Überfall auf die UdSSR

Mit einer Gedenkveranstaltung erinnern die Universität und das Land Bremen an den Überfall der Wehrmacht auf die Sowjetunion vor 80 Jahren. Lesung und Gespräch finden am 30. Juni 2021 per Livestream statt.

„Der Überfall der Wehrmacht auf die Sowjetunion vor 80 Jahren ist viel zu wenig im deutschen Gedächtnis verankert“, so Professorin Susanne Schattenberg, Leiterin der Forschungsstelle Osteuropa an der Universität Bremen (FSO). Damit begann der Vernichtungskrieg des Deutschen Reichs gegen die sowjetische Bevölkerung. „Durch Kampfhandlungen, Mord und Völkermord verloren rund 28 Millionen Menschen ihr Leben, darunter 2,9 Millionen Jüdinnen und Juden.“ Damit stammte fast die Hälfte der in Europa vom NS-Regime ermordeten Jüdinnen und Juden aus der Sowjetunion.

An dieses Ereignis erinnert der Senat des Landes Bremens in Kooperation mit der Forschungsstelle Osteuropa an der Universität Bremen und der Landeszentrale für politische Bildung mit der Gedenk-Veranstaltung „Wie erinnern? – 80 Jahre nach dem Überfall“.

Zum Programm

Nach einer historischen Einführung von Susanne Schattenberg, Direktorin der Forschungsstelle Osteuropa, liest die deutsch-ukrainische Schriftstellerin Katja Petrowskaja ein Kapitel aus ihrem Werk „Vielleicht Esther“, das 2013 mit dem Ingeborg-Bachmann-Preis ausgezeichnet wurde. Die Autorin rekonstruiert in literarischer Form das Schicksal ihrer jüdischen Familie in der Ukraine und Osteuropa, von der viele Mitglieder nach dem Einmarsch der Wehrmacht erschossen und im anschließenden Holocaust ermordet wurden. Petrowskajas Urgroßmutter etwa wurde im Massaker von Babij Jar ermordet. Die deutsche Wehrmacht erschoss dort innerhalb von zwei Tagen im September 1941 über 33.000 Kiewer Jüdinnen und Juden.

Im Anschluss an die Lesung moderiert die Journalistin Michaela Herold von Radio Bremen eine Gesprächsrunde mit Katja Petrowskaja, Bürgermeister Andreas Bovenschulte, Susanne Schattenberg und Thomas Köcher, dem Leiter der Landeszentrale für politische Bildung. Thema wird sein, welche Rolle früher der Krieg in den Familien dort wie hier spielte und wie heute dieses Tages und der Verbrechen angemessen gedacht werden kann.

Weitere Informationen:

„Wie erinnern? – 80 Jahre nach dem Überfall“
Mittwoch, 30. Juni, 19:00-20:00 Uhr
Lesung und Gespräch zum Vernichtungskrieg gegen die Sowjetunion
mit Katja Petrowskaja, Bürgermeister Andreas Bovenschulte u.a.

Link zur Veranstaltung: www.rathaus.bremen.de/wieerinnern

http://www.forschungsstelle.uni-bremen.de/

www.uni-bremen.de

Fragen beantwortet:

Prof. Dr. Susanne Schattenberg
Forschungsstelle Osteuropa
Universität Bremen
Tel. +49 421 218 69624
Mobil 0160 732 38 02
Email: schattenbergprotect me ?!uni-bremenprotect me ?!.de

Kiew brennt
Vor 80 Jahren begann der Vernichtungskrieg des Deutschen Reichs gegen die sowjetische Bevölkerung.