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Willkommen: Nils Brüggemann im Fachbereich Physik / Elektrotechnik

Nils Brüggemann wurde Anfang des Jahres auf eine gemeinsame Professur für Erdsystemmodellierung und tropische Küstensysteme der Universität Bremen und des Leibniz-Zentrums für Marine Tropenforschung (ZMT) berufen.

Am ZMT übernimmt er die die Leitung einer strategischen Institutserweiterung und wird mit seiner Arbeitsgruppe Erdsystemmodelle zur Erforschung tropischer Küstenregionen entwickeln. An der Universität Bremen arbeitet er in Forschung und Lehre am Fachbereich Physik / Elektrotechnik. 

Die gemeinsame Berufung ist eingebettet in eine umfassende strategische Weiterentwicklung des ZMT, mit dem es seine wissenschaftliche Kompetenz in der Erdsystemmodellierung ausbaut. Kern der Institutserweiterung namens „TropEcS“ (kurz für „Modelling socio-economic dimensions across Tropical Coastal Ecosystems and the Earth System“) ist der Aufbau eines hochdifferenzierten Modellierungsansatzes.

Dieser soll naturwissenschaftliche und gesellschaftliche Dynamiken – von physikalischen und ökologischen Prozessen bis hin zu sozioökonomischen Wechselwirkungen – miteinander verknüpfen. Ziel ist es, die Aussagekraft von Klimaprojektionen deutlich zu erhöhen, evidenzbasierte politische Entscheidungen zu erleichtern und die Anpassungs- und Widerstandsfähigkeit im Globalen Süden zu fördern.

Die Koordination des Vorhabens liegt bei Nils Brüggemann, der seine langjährige Erfahrung in der numerischen Modellierung, der Ozeanographie und der Turbulenzforschung in das Projekt einbringt. „Ich freue mich sehr auf die neue Herausforderung, anwendungsbezogene Erdsystemmodelle zu entwickeln, um so anpassungsrelevante Informationen für die Menschen in tropischen Küstenregionen zur Verfügung zu stellen“, erklärt Brüggemann.

Brüggemanns Arbeitsgruppe Erdsystemmodellierung wird den Einfluss von Turbulenzen im Ozean auf tropische Küstenräume erforschen. Die geplanten Modelle bilden eine Basis für nachfolgende Untersuchungen in den Bereichen Biogeochemie, Ökologie und Sozioökonomie. So konnte der Physiker zusammen mit seinen Kollegen in einer aktuellen Studie erstmals zeigen, wie Ozeanwirbel die Stärke von tropischen Wirbelstürmen im globalen Durchschnitt beeinflussen.

Mit dem Norden verbunden – nach Stationen in Bremen, Bremerhaven, Kiel und Hamburg zurück in Bremen

Für Nils Brüggemann ist der Wechsel an das ZMT eine Rückkehr in die Hansestadt mit vertrauten Stationen. Bereits zwischen 2004 und 2009 absolvierte er an der Universität Bremen sein Physikstudium und fertigte seine Diplomarbeit am Alfred-Wegener-Institut Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung in Bremerhaven an. Diese Zeit legte den Grundstein für sein wissenschaftliches Interesse an der Ozeanographie.

„Durch meine Arbeit in Bremen und Bremerhaven habe ich mich frühzeitig für die Meeresforschung begeistert. Ich freue mich nun wieder zurück nach Bremen zu kommen und meine Forschung hier fortsetzen zu können“, so Brüggemann.

Am GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung in Kiel und der Universität Hamburg wurde er im Jahr 2014 promoviert. Nach Stationen an der Universität Hamburg und an der TU Delft (Niederlande) kam Brüggemann 2017 ans Max-Planck-Institut für Meteorologie (MPI-M) und die Universität Hamburg, wo er im Transregio-Projekt „TRR181 – Energy Transfers in Atmosphere and Ocean“ forschte. Seit 2022 war er zusammen mit Peter Korn Leiter der Gruppe „Komplexe Modellierung und extremes Computing“ am MPI-M. Mit seinem früheren Arbeitgeber bleibt er nach wie vor verbunden durch die Ko-Betreuung von zwei Promovierenden und einem Postdoc.

Porträt von Nils Brüggemann
Für Nils Brüggemann ist der Wechsel an das ZMT eine Rückkehr in die Hansestadt.