Die Vereinten Nationen haben das Jahr 2025 zum Internationalen Jahr der Quantenwissenschaften und -technologien ausgerufen. Damit soll gewürdigt werden, dass vor 100 Jahren in Göttingen die theoretischen Grundlagen der Quantenmechanik gelegt wurden.
In Deutschland feiert die Deutsche Physikalische Gesellschaft (DPG) mit einer Vielzahl von Initiativen und Aktivitäten das Quantenjahr, auch um die aktuellen Entwicklungen auf diesem sehr zukunftsträchtigen Feld der Öffentlichkeit nahe zu bringen, dazu gehört beispielsweise die Entwicklung von Quantencomputern. Eine dieser Aktivitäten besteht darin, spezielle Orte und Institutionen, die in besonderer Weise der Quantenphysik verbunden sind, als „Quantenorte“ auszuzeichnen.
Fachbereich 1 erforscht viele Bereiche der Quantenphysik
In Bremen wurde nun der Fachbereich Physik/Elektrotechnik zusammen mit dem DLR-Institut für Satellitengeodäsie und Inertialsensorik als Quantenort ausgezeichnet. Im Rahmen des Bremer Physikalischen Kolloquiums wurde am Donnerstag, 18. Dezember 2025, eine Plakette enthüllt.
Im Fachbereich Physik/Elektrotechnik wird sowohl theoretisch als auch experimentell auf vielen Themen der Quantenmechanik geforscht und Technologien entwickelt. Das reicht von Quantenmaterialien über Quantensensorik, Quantenmetrologie und Quantenkommunikation bis hin zur fundamentalen Frage nach der Quantenphysik im Gravitationsfeld. Am DLR-Institut geht es um Quantensensorik wie auch um den Einsatz hochpräziser Atomuhren für die Geodäsie.
Bedeutung der Bremer Wissenschaftlerin Grete Hermann gewürdigt
Mit der Auszeichnung wurde auch das Wirken der Bremerin Grete Hermann für die Quantenmechanik und für Bremen gewürdigt. Mit Grete Hermann war Bremen schon ganz am Anfang in die Entwicklung der heutigen Quantenmechanik eingebunden. Sie studierte in Göttingen, dem Geburtsort der Quantentheorie, und Freiburg Physik, Mathematik und Philosophie und promovierte bei Emmy Noether (einer Schülerin des damals bedeutendsten Mathematikers David Hilbert) in Göttingen. Die Wissenschaftlerin beschäftigte sich intensiv mit den Grundlagen der Quantenmechanik und der Bedeutung der Quantentheorie für die Art der physikalischen Erkenntnis. Ihre Arbeiten gerieten - wie die von vielen anderen Frauen - in Vergessenheit, wurden dann aber wieder durch die Arbeiten von John Bell (Bell'sche Ungleichungen) aktuell. Für ihre wissenschaftliche Arbeit ist Grete Henrmann heute international hoch angesehen.
Zum Physikalischen Kolloquium an der Universität Bremen
Das letzte physikalische Kolloquium im Jahr ist immer dem aktuellen Nobelpreis für Physik gewidmet, der dieses Jahr passenderweise für ein Thema aus der Quantenmechanik verliehen wurde, nämlich für den makroskopischen Tunneleffekt und für makroskopische Energiezustände in Supraleitern, die eine vielversprechende Technologie für Quanteninformation, Quantencomputer und auch medizinische Anwendungen sind.
Fragen beantwortet:
Prof. Dr. Claus Laemmerzahl
Fachbereich Physik/ Elektrotechnik
Universität Bremen
Weltraumwissenschaft / ZARM - Zentrum für angewandte Raumfahrttechnologie und Mikrogravitation
Telefon: +49 421 218-57834
E-Mail: claus.laemmerzahlprotect me ?!zarm.uni-bremenprotect me ?!.de

