Zum Hauptinhalt springen

Detailansicht

Perspektivenwechsel: mit dem Inverted Classroom Lehr-/Lernkonzept in eine neue Zeit der digitalen akademischen Bildung

Schon vor der Corona-Pandemie gab es digitale Lehre am Fachbereich Wirtschaftswissenschaft der Universität Bremen.

Ein Beispiel dafür ist das Lehr-Projekt des Fachgebiets Personalwesen, welches Frau Prof. Hagemann in Zusammenarbeit mit dem ForstA digital Team des ZMML durchgeführt hat. Dabei wurde ein umfangreiches Lehr- und Lernkonzept für das Modul „Einführung in die Psychologie für die Wirtschaftswissenschaften“ erstellt.

Viele Vorlesungen an der Universität haben heute noch den Charakter von Vorträgen oder Monologen. Dabei zeigen Lerntheorien und Befragungen von Studierenden, dass dieses Format weder besonders effektiv, noch von den Lernenden gewünscht ist. Das Konzept des Inverted Classroom greift dieses Problem an und sorgt für einen Perspektivenwechsel. Die Studierenden können sich bei diesem digitalen Format die Inhalte orts- und zeitunabhängig ansehen, individuell angepasst an ihr Lernverhalten und -tempo. Auch das mehrmalige Ansehen von Vorträgen, Erklärvideos, Lehrbuchzusammenfassungen etc. ist dank diesem Konzept möglich. Die wenigen Präsenzveranstaltungen dienen nur noch der Festigung des zuvor Gelernten.

Eine solche Neugestaltung der Lehre wurde von Prof. Dr. Hagemann und ihrem Team des Fachgebiets Personalwesen für das Modul „Einführung in die Psychologie für die Wirtschaftswissenschaften“ durchgeführt. Ein Jahr zuvor glich die Veranstaltung noch üblichen Vorlesungen und wurde im Vortragsstil unter Präsenz der Studierenden gehalten. Allerdings wurde schon damals im Hinblick auf die Neukonzipierung des Moduls die Vorlesung aufgezeichnet. Aus diesen Aufzeichnungen wurden einzelne wichtige Elemente herausgeschnitten, damit diese nun den Studierenden als kleine Vorlesungsmitschnitte präsentiert werden konnten. Andere Inhalte der ehemaligen Vorlesung wurden durch kleine Zeichentrick-Erklärvideos mit dem Programm Vyond (siehe Abbildung 1) gestaltet. Wieder andere Inhalte wurden zu kleinen Texten von ca. 4 Seiten zusammengefasst. Ein aufwendiger Prozess, welcher aber den Studierenden ermöglicht, die Inhalte multimethodal zu lernen. Als Anreiz diese Inhalte kontinuierlich zu lernen, anstatt den gesamten „Lernstoff“ kurz vor der Klausur zu konsumieren, wurden die behandelten Themen wöchentlich durch kleine Aufgaben abgefragt, welche den Studierenden bei korrekter Lösung Zusatzpunkte zum Bestehen der Klausur ermöglichten. Vorlesungsmitschnitte, Erklärvideos, Dokumente und Aufgaben bildeten jede Woche ein Arbeitspaket zu einem bestimmten Thema der Psychologie (bspw. Entwicklungspsychologie oder Sozialpsychologie). Dieses Arbeitspaket wurde durch EduWork (in Zusammenarbeit mit dem ZMML) erstellt und den Studierenden über Stud.IP. zu Verfügung gestellt.

Die Konzipierung eines solchen umfassenden digitalen Lehr- und Lernkonzeptes war mit einem gewissen Aufwand verbunden, kam bei den Studierenden aber sehr gut an. Eine im Anschluss an das Modul durchgeführte Evaluation zeigte, dass die Studierenden das orts- und zeitunabhängige Lernen sehr begrüßen und von einer Steigerung der Lernmotivation sowie des Lernerfolgs sprachen. Der Wunsch, dass auch andere Module sich an diesem Lernformat orientieren, war sehr groß.

Das Magazin für Lehre und Studium der Universität Bremen „Resonanz“ hat diesem innovativen Lehr- und Lernkonzept einen Artikel gewidmet, indem das digitale Format des Moduls nochmal detaillierter beschrieben wird. Der Artikel ist unter folgendem Link zu finden: https://blogs.uni-bremen.de/resonanz/2020/04/27/perspektivenwechsel/#more-3040

Abbildung 1: Vyond-Video im Arbeitspaket
Aktualisiert von: Redaktion