Hintergrund und Konzept

Das Beratungsangebot "Ausbildung – Bleib dran!" bietet sämtlichen Ausbildungsbeteiligten (Betrieben, Lehrkräften und Auszubildenden) eine niedrigschwellige Beratung und ggf. Vermittlung/Mediation bei Konflikten in der dualen Berufsausbildung. Das Angebot ist neutral, vertraulich und kostenlos. Ziel ist die Vermeidung von unreflektierten Ausbildungsabbrüchen und somit die Erhöhung der Qualität von dualer Berufsausbildung in Bremen und Bremerhaven. Als Einrichtung der Universität Bremen entwickelt und begleitet das Zentrum für Arbeit und Politik (ehem. Akademie für Arbeit und Politik) seit über 17 Jahren die Tätigkeit von "Ausbildung – Bleib dran!" dran. Sowohl die Sensibilisierung aller Beteiligten im Berufsbildungsprozess für Konfliktfelder und der lösungsorientierten Umgang mit Konflikten als auch eine aktive Bearbeitung des Ausbildungskonfliktes mit dem Ziel, das bestehende Ausbildungsverhältnis zu stabilisieren, sind zentrale Bausteine eines Konzepts von Prävention und Intervention. Bei Bedarf vermittelt das Beratungsangebot problemzentriert in seinem etablierten Hilfenetzwerk weiter und erfüllt somit eine entscheidende Schnittstellenfunktion. Seinem Arbeitsauftrag der Vernetzung von Akteuren aus dem Bereich der beruflichen Bildung wird "Ausbildung – Bleib dran!" als Veranstalter des Arbeitsausschusses Ausbildungsabbrecher_innen (in Bremen) gerecht.

Konzept der Prävention und frühzeitigen Intervention

Wesentliche Bestandteile des Ansatzes von Ausbildung - "Bleib dran!" sind das frühzeitige Erkennen und Bearbeiten von Problemlagen, die den erfolgreichen Verlauf der Berufsausbildung gefährden könnten. Vor diesem Hintergrund wurde ein differenziertes Konzept mit Maßnahmen der Prävention und Intervention auf verschiedenen Ebenen etabliert, die sich auf Ausbildungsberufe konzentrieren, in denen der Anteil der Abbrecher_innen besonders hoch ist.

Unter Prävention lassen sich im Unterstützungskonzept unterschiedliche ergänzende Angebote zusammenfassen, die sich einerseits direkt an die Auszubildenden richten und andererseits Multiplikatoren wie Berufsschullehrer_innen und Ausbilder_innen erreichen. Zu den Maßnahmen, die primär für Auszubildende zugeschnitten sind, gehören Start-up-Veranstaltungen in den Berufsschulen zum Ausbildungsbeginn und Unterrichtseinheiten zu den Themen "Konflikt" und "Konfliktbearbeitung". Für Berufsschullehrer_innen und betriebliche Ausbilder_innen wurden insbesondere in den Jahren, in denen sich das Projekt etablierte, Fortbildungsveranstaltungen angeboten. Die Intention präventiver Maßnahmen besteht darin, die Akteure in der beruflichen Ausbildung für mögliche Konfliktfelder und den lösungsorientierten Umgang mit Konflikten zu sensibilisieren.

Eng mit den präventiven Maßnahmen ist ein Beratungs- und Vermittlungsangebot verbunden, das die Möglichkeit bietet, bei Konflikten frühzeitig zu intervenieren. Das Beratungsangebot steht prinzipiell allen Ratsuchenden offen und kann in den Sprechzeiten an den kooperierenden Schulen sowie durch freie Terminvergabe in Anspruch genommen werden.

Anbindung der Konfliktberatung am Lernort Berufsschule

Bei Konflikten in der beruflichen Ausbildung und vor allem deren Früherkennung nehmen insbesondere die Berufsschulen als Lernorte sowie die Lehrkräfte als Mittler_innen bei der Prävention und Intervention eine wichtige Rolle ein. Um das Unterstützungsangebot effizient und nachhaltig zu gestalten, ist eine starke institutionelle Verankerung in den Beruflichen Schulen notwendig. Eine niedrige Abbruch- und Wiederholerquote ist zudem ein wichtiges Qualitätsmerkmal der Berufsschulen.

 

Einbindung in Netzwerke

Die Arbeit von "Bleib dran!" ist in den Arbeitsausschuss "Ausbildungsabbrecher_innen" in Bremen eingebunden, in dem Institutionen, die den Ausbildungsprozess umsetzen und begleiten, mitarbeiten. Vertreter_innen aus Betrieben, Handwerkskammer, Innungen, Berufsschulen, Behörden, Arbeitsamt, Träger der Jugendberufshilfe, Universität und Gewerkschaften tauschen sich regelmäßig zu ausbildungsrelevanten Themen aus.

Die neue Projektphase von "Bleib dran!" wird durch die Arbeitnehmerkammer Bremen und die Senatorin für Kinder und Bildung gefördert.

Sozialpädagogische Begleitung am Azubiwerk

2025 ist im Bremer Stadtteil Blockdiek das erste Azubiwohnheim eröffnet worden. Eingebunden in das sozial-ökologische Modellquartier „Stadtleben Ellener Hof“ bietet die Wohnanlage 66 jungen Menschen während der Ausbildung ein bezahlbares und verlässliches Zuhause.

Das Azubiwerk wird von einem lokalen Kooperationsverbund getragen, an dem verschiedene Akteur*innen beteiligt sind: Die Stiftung Maribondo da Floresta als Vermietende, die Arbeit und Bildung Bremen GmbH (ABiG) als Koordinatorin für das Beleg- und Losverfahren, der Senat für Arbeit, Soziales, Jugend und Integration sowie die Arbeitnehmerkammer zur finanziellen Absicherung, politischen Unterstützung und in Aufsichtsfunktion.

Das Azubiwerk verfolgt das Ziel, die Ausbildungs-, Wohn- und Lebensbedingungen von Auszubildenden in Bremen dauerhaft zu verbessern. Es ist davon auszugehen, dass ein sicheres Zuhause den erfolgreichen Abschluss der Ausbildung unterstützt.

Bleib dran übernimmt die sozialpädagogische Begleitung vor Ort. Diese umfasst niedrigschwellige Beratungsangebote bei Fragen und Herausforderungen rund um die Ausbildung sowie bei möglichen psychosozialen Belastungen. Die Bewohner*innen können sich während der Sprechzeit und/oder via Mail oder telefonisch mit ihren Anliegen an die Beraterin wenden. Darüber hinaus werden partizipative Gruppenprozesse und soziale Aktivitäten entwickelt, um ein solidarisches und gemeinschaftliches Zusammenleben zu fördern. Dabei entsteht Raum für Austausch, Mitgestaltung und Vernetzung – auch in Zusammenarbeit mit Akteur*innen aus dem Quartier.

Ansprechperson aus dem Team von Bleib dran:

Elisa Langsenkamp (Beraterin)
(Büro): +49 (0) 421 218 56711
(Mobil): +49 (0) 1525 4651766
E-Mail: elangsenkampprotect me ?!uni-bremenprotect me ?!.de

Ellener Hof 
Ludwig-Roselius-Allee 183
28327 Bremen
Montags und Mittwochs 


Termine

Arbeitsausschuss Ausbildungsabbrecher*innen

Einmal im Quartal, jeweils von 17 – 19 Uhr 
Zentrum für Arbeit und Politik (zap) 
Forum am Domshof
Domshof 26, 5. Etage, Raum 50048
28195 Bremen

Alle Akteure und Akteurinnen der dualen Berufsausbildung sind herzlich eingeladen, an dem "Arbeitsausschuss Ausbildungsabbrecher*innen" teilzunehmen.

 

Förderung

Gefördert wird das Projekt durch  die Arbeitnehmerkammer Bremen und das Land Bremen vertreten durch die Senatorin für Kinder und Bildung.

Aktualisiert von: AK