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Berufsbegleitendes Studieren

Laufzeit: 1. Januar 2013 bis 30. April 2015

Zentrales Ziel der qualitativen Untersuchung ist die Charakterisierung von beruflich qualifizierten Studierenden ohne Abitur entlang ihrer Lernbiographie. Ausgehend von subjektiven Lerntheorien, wird die Bedeutung von individuellen Lernerfahrungen in unterschiedlichen Lernumgebungen für die Studienentscheidung und die Bewältigung des Übergangs vom Beruf in die Hochschule analysiert.

Das Forschungsvorhaben setzt das Themenfeld dritter Bildungsweg in den Kontext des lebenslangen Lernens. Dabei wird von der These ausgegangen, dass die individuelle Lernbiographie, verschiedene Lernumgebungen und Lernerfahrungen eine zentrale Bedeutung für die Studienentscheidung und die Bewältigung des Übergangs Beruf-Hochschule haben.

Im Zuge des demographischen Wandels, des internationalen Wettbewerbs im sich globalisierenden Bildungsmarkt und des prognostizierten Fachkräftemangels ist es ein bildungspolitisches Ziel, den Anteil an Hochschulabsolventen zu erhöhen, indem die Durchlässigkeit zwischen beruflicher und hochschulischer Bildung gefördert wird. In den letzten Jahren wurden vor allem auf politischer Ebene Maßnahmen getroffen, um beruflich Qualifizierte ohne Abitur stärker an den Angeboten der Hochschulen partizipieren zu lassen.

Zudem wird der dritte Bildungsweg wissenschaftlich bereits seit Jahrzehnten untersucht. Die Lernbiographie beruflich Qualifizierter spielt indes in der Forschung zum dritten Bildungsweg nur eine marginale Rolle, stattdessen liegen die wissenschaftlichen und politischen Schwerpunkte auf dem empirischen Beleg der Studierfähigkeit und dem Abbau von strukturellen Hindernissen. Dabei wird deutlich, dass viele Studien sich vor allem mit der Frage beschäftigen, welche Rahmenbedingungen geschaffen werden müssen, um den Anteil Studierender auf dem dritten Bildungsweg zu erhöhen. Die Untersuchungen versuchen also eine Gruppe zu analysieren, die (noch) nicht an den Hochschulen angekommen ist. Erkenntnisse über beruflich Qualifizierten ohne Abitur, die den Weg an die Hochschule tatsächlich gehen, bestehen bislang jedoch kaum. Insbesondere mangelt es an empirischen Erkenntnissen zur subjektiven Bedeutung des Lernens entlang der Lernbiographie.

Die individuellen Lernbiographien werden in dem Forschungsprojekt anhand problemzentrierter Interviews nachgezeichnet. Der lernbiographische Forschungszugang ermöglicht die Analyse der subjektiven Bedeutung individueller Lernwege sowie die Wahl unterschiedlicher Strategien zur Bewältigung des Übergangs Beruf-Hochschule. Die Untersuchung von Lernerfahrungen wird aus der individuellen Perspektive zudem deutlich machen, welche Bedeutung die berufliche Ausbildung, die Berufserfahrung, aber auch die Arbeit in Parteien und Gewerkschaften oder die soziale Umgebung für die Studienentscheidung sowie für die Bewältigung des Übergangs Beruf-Hochschule haben. Die Ergebnisse sollen Anreize dafür liefern, entsprechende Lernerfahrungen in bestehende und zukünftige Unterstützungsangebote einzubeziehen. Außerdem können sie die Diskussion um die Aufnahme von non-formalen und informellen Kompetenzen in den Deutschen Qualifikationsrahmen (DQR) bereichern.

 

Kontakt

M.A. Jessica Heibült
Telefon (Büro): +49 (0) 421 - 218 56 711
EMail: jessica.heibuelt(at)uni-bremen.de

Moritz Müller
Telefon (Büro): +49 (0) 421 - 218 56 705
EMail: moritz.mueller(at)uni-bremen.de

 

Finanzierung

Hans-Böckler-Stiftung

Das Projekt endete zum 31.12.2014 und wurde bis zum 30.04.2015 kostenneutral verlängert!