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Vertrauensleute und Beteiligung

Gewerkschaftliche Vertrauensleute als Förderer von Beteiligung und Demokratie im Betrieb

Laufzeit: 01. September 2017 bis 31. August 2021

Projektziel

Zielsetzung des Projektes ist die Erforschung der innovativ-gestaltungsori­entierten und der politisch-demokratischen Dimension ge­werkschaftlicher Vertrauensleutearbeit im Kontext des betriebspolitischen Beziehungsgeflechtes. Das Projekt will anhand ausgewählter Beteiligungs­prozesse herausfinden, wie gewerkschaftliche Vertrauens­leute in der Lage sind, Aktivitäten in diesen beiden Dimensionen zu initiieren und zu gestalten.

1. Kontext

Die Beteiligung von Beschäftigten bei der Gestaltung ihrer Arbeit er­fährt seit Jahren eine Renaissance, da die Bewältigung ökonomi­scher, sozialer und technologischer Herausforderungen ein höheres Niveau an Selbstor­ganisation und Partizipation erfordert. Auch aufgrund der Erosion des demokratischen Grundkonsenses rückt der Ar­beitsplatz als Ort der Mei­nungsbildung  und Beteiligung stär­ker in den Blick. Der betriebliche Nah­bereich ist das originäre Feld gewerkschaftlicher Ver­trauensleute. Gewerkschaften entwickeln vielfältige Aktivitäten, um ihre Vertrauens­leutearbeit zu revitalisieren. Vertrauens­leute sind nah dran: Sie verfü­gen über große Sachnähe, kennen die Ar­beitssitu­ation vor Ort und haben eine persönliche Nähe zu den Kolleg/inn/en.

Die Entwicklung zu einer Betriebspolitik, die auf mehr Partizipation und individuelle Autonomie setzt, erfordert einen neuen Aufgabenzuschnitt für die Vertrauensleute. Neben den Betriebs­räten sind Vertrauensleute wichtige Träger von Beteiligungsprozessen. Vertrauensleute bilden  das Fundament  für den notwendigen Unterbau der betrieblichen Mitbestim­mung.

2. Fragestellung

Gegenstand des Projektes sind zwei wenig beforschte Dimensionen der Vertrauensleutearbeit. Erstens die innovativ-gestaltungsorientierteDimen­sion: Mit ihr öffnet sich die Mitbestimmung für die fachlichen Qualifikatio­nen der Beschäftigten und für arbeitsplatznahe Fragen von „guter Arbeit“. Durch ihre Kompetenz und ihr Verständnis der Arbeitsprozesse liegt es nahe, dass Vertrauensleute sich in die Ge­staltung von Restrukturierungen einbringen und Beschäftigte bei der Arbeitsgestaltung einbeziehen. Unter­sucht wird, welches Verständnis Vertrauensleute von Beteiligung haben, wie sie sich in Gestal­tungsprozesse einbringen, welche Erfahrungen sie dort machen, welche Hindernisse eine Rolle spielen und welche Kompeten­zen und Ressourcen sie für ihre Handlungsfähigkeit benötigen.  

Zweitens die politisch-demokratische Dimension: Zu den Aufgaben von Vertrauensleuten gehört es gewerkschaftliche Positionen zu vertreten und einen Beitrag zur politischen Meinungsbildung zu leisten. Ob und wie sie als politische Akteure auftreten und ob sie einen Beitrag gegen den wachsenden Rechtspopulismus leisten können, wurde bisher kaum erforscht. 

3. Untersuchungsmethoden

Mittels Dokumentenanalyse, qualitativen Interviews und Gruppendiskussionen wollen wir die Arbeit von Vertrauensleuten in zwölf Betrieben untersuchen, in denen die gewerkschaftliche Arbeit beteiligungsorientiert und unter Einbeziehung des Vertrauenskörpers geschieht. Vorgesehen sind je vier Betriebe (zwei Groß- und zwei KMU-Betriebe) der IG Metall, der IG BCE und Ver.di. Wir wollen Bedingungen für gelingende Beteiligung identifi­zie­ren und ermitteln, was hie­raus für eine zukunftsfähige Vertrau­ensleutearbeit gelernt werden kann.

Das Projekt Vertrauensleute und Beteiligung wird von der Hans-Böckler-Stiftung gefördert.

Kontakt:  Dr. Olaf Katenkamp

 

Projektleitung

Prof. Dr. Erhard Tietel

Tel: +49(0)421-218-56706
Fax: +49(0)421-218-56722
E-Mail: etietel(at)uni-bremen.de

Dr. Frank Meng

Tel: +49 (0)421 218-56708
E-mail: frank.meng(at)uni-bremen.de

Projektmitarbeiter

Dr. Olaf Katenkamp

Tel: +49(0)421-218-56726
E-Mail:  olaf.katenkamp(at)uni-bremen.de

Ingo Singe

Tel: +49 (0)421 218-56727
E-mail: ingo.singe(at)uni-bremen.de