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Holger Böning hält Vortrag im Bremer Presse-Club

Der Vortrag trägt den Titel "Dreißigjähriger Krieg und Öffentlichkeit: Zeitungsberichte als Rohfassung der Geschichtsschreibung" und findet am 11. November 2019 statt.

Der Bremer Presse-Club e.V. und die Gesellschaft für Deutsche Presseforschung zu Bremen e.V. laden ein zu dem Vortrag von Professor Dr. Holger Böning:
 
Dreißigjähriger Krieg und Öffentlichkeit
Zeitungsberichte als Rohfassung der Geschichtsschreibung


Montag, 11. November 2019, um 19.30 
im Bremer Presse-Club, Schnoor 27/28
 
Die deutsche Presse hat den Zeitungsleser während des Dreißigjährigen Krie­ges detail­lier­ter, zuverlässiger, problembewusster und in der Regel wohl auch weniger parteiisch über das politische, diplomatische und militärische Gesche­hen informiert, als dies heute in der Kriegsberichterstattung der Fall ist. Selbst streng geheime politische und territoriale Zusagen des Kaisers an die deut­schen Fürsten fanden umgehend den Weg in die Zeitungen.
Erst­mals in der Menschheitsgeschichte wurde das Kriegsgeschehen regel­mä­ßig wöchent­lich von den gerade erst entstandenen gedruckten Zeitungen ge­treulich berichtet. Den späteren Historikern zumeist unbekannt, bot das neue Medium eine Geschichte des Krieges von unvergleichlicher Dichte und bei­spiel­losem Detailreichtum. Wer die Zeitungen las, erfuhr die Ursachen des Kon­flikts und die Motive der Beteiligten. Keine Schlacht wurde in der histo­rischen Berichterstattung ausgelassen, keine Belagerung von Festungen und Städten über­gan­gen, kein Aufstand gequälter Bauern blieb unerwähnt, selbst die Zahl der Toten lässt sich anhand der journalistischen Berichte genauer als durch jede andere Quelle ermitteln. Der Zei­­tungs­leser erfuhr schon im Jahr­zehnt vor dem Krieg, welche Kon­flikt­linien auf eine mör­de­rische Aus­ein­andersetzung hindeuteten. Anschaulich wurde ihm vermittelt, weshalb die einmal entfesselte Kriegsfurie wohl von Niemandem mehr zu stoppen war.

Andreas-Amann
Aktualisiert von: ZeMKI