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Audiovisuelle Histosphären

Erfahrung und Reflexion lateinamerikanischer Zeitgeschichte im fiktionalen Film

Leitung: Dr. Rasmus Greiner

ZeMKI-Labs "Audiovisuelle Medien und Geschichtsschreibung" und "Film, Medienkunst und Populärkultur"

Gefördert durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)

Laufzeit: 2017 - 2020

Das Projekt „Audiovisuelle Histosphären: Erfahrung und Reflexion lateinamerikanischer Zeitgeschichte im fiktionalen Film“ wird im Rahmen des Programms  „Kleine Fächer – Große Potentiale“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert. Die Initiative zielt auf die weitere Stärkung der Kleinen Fächer und die Förderung herausragender Nachwuchswissenschaftler/Innen mit innovativen Forschungsprojekten.

Das in Bremen angesiedelte Vorhaben knüpft an das Untersuchungsfeld „Film und Geschichte“ an, das durch das ZF-geförderte Explorationsprojekt „Audio History“ (Winfried Pauleit, Rasmus Greiner, Mattias Frey) zunächst ausgelotet und in den ZeMKI-Labs „Film, Medienkunst und Populärkultur“ (Winfried Pauleit) sowie „Audiovisuelle Medien und Geschichtsschreibung“ (Delia González de Reufels) etabliert wurde. Das Projekt erforscht die „audiovisuelle Histosphäre“ – ein filmisch konstruiertes und modelliertes Raum-Zeit-Gefüge, in dem Filmbild und Filmsound Geschichte erfahrbar machen und reflektieren. Als Untersuchungsgegenstand dienen Darstellungen der Militärdiktatur in Argentinien im fiktionalen Film. Das Projekt ist somit auf dem Schnittpunkt von Filmwissenschaft und Geschichte Lateinamerikas angesiedelt. Auf dieser Grundlage zielt das Projekt darauf, das Potential zur explorativen interdisziplinären Forschung im Rahmen der genannten Kleinen Fächer auszuschöpfen und den Erkenntnisgewinn auch größeren Forschungsfeldern im Bereich der Medienwissenschaft und Geschichtswissenschaft zugänglich zu machen.

Um das Zusammenwirken der verschiedenen Bedeutungsebenen der audiovisuellen Histosphäre modellhaft untersuchen zu können, werden filmwissenschaftliche Verfahren, die sich an der Narration, am Filmbild und am Filmton orientieren, integrativ miteinander verschränkt. Ebenso werden Theorien zu Geschichte und Film, sowie das Wechselverhältnis des Mediums zu Kultur und Gesellschaft in die Überlegungen einbezogen. Die Studie begreift Film folglich nicht nur als Repräsentationsform, sondern auch als Herstellung von ‚Realität‘, die sich insbesondere in der ästhetischen und narrativen Modellierung von historischen Welten und Vorgängen, sowie in der Bereitstellung von Geschichtsdeutungen äußert.

Der innovative Kern der audiovisuellen Histosphäre liegt in der integrativen Bearbeitung der bisher weitgehend monolithisch nebeneinander stehenden theoretischen Überlegungen zu Film und Geschichte, zur Spezifik des Films als Kombination von Bewegtbildern und Ton, zur Geschichtserfahrung und zur Rolle des Films als Medium der Reflexion in der lateinamerikanischen Zeitgeschichte. Die Förderdauer beträgt drei Jahre.

Aktualisiert von: Florian Maier