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Promotionsprojekt Spanisch

Mündliche Sprachmittlung im Spanischunterricht

Doktorandin: Dominique Panzer - Betreuer/in: Prof.Dr. Andreas Grünewald & Bàrbara Roviró

Sprachmittlung stellt im Fremdsprachenunterricht (Englisch, Französisch, Spanisch) neben Sprechen, Schreiben, Lesen und Hör-/Hörsehverstehen eine noch recht neue Teilkompetenz dar. Sie wurde erstmals mit dem Erscheinen des Gemeinsamen europäischen Referenzrahmens für Sprachen (GeR) im Jahr 2001 beschrieben und in den Bildungsstandards, sowohl für den mittleren Schulabschluss (2003) als auch für die fortgeführte Fremdsprache im Abitur (2012) der Kultusministerkonferenz (KMK), explizit als eine Teilkompetenz der funktional-kommunikativen Kompetenzen benannt.

Sprachmittlung wird ab dem Jahr 2017 Bestandteil der zentralen Abiturprüfung für die modernen Fremdsprachen sein, so dass umso mehr die Notwendigkeit besteht, diese Teilkompetenz mit in den Unterricht einzugliedern und explizit zu fördern. Dies geschieht jedoch bislang nur in ungenügendem Maße, da zum einen Sprachmittlungsaufgaben nur in sehr geringem Umfang in den Lehrwerken vertreten und zum anderen kaum zufriedenstellende Zusatzmaterialien vorhanden sind. Die unklare Definition bzw. Auffassung des Konzepts Sprachmittlung trägt auch nicht zur Steigerung der Präsenz von Sprachmittlung im Fremdsprachenunterricht bei.

Die verschiedenen Autorinnen und Autoren in der Fachdidaktik wie auch der Translationswissenschaft versuchen auf ihre eigene Art und Weise Sprachmittlung zu definieren. Oftmals wird der Versuch unternommen, Sprachmittlung von den Konzepten des Dolmetschens bzw. Übersetzens abzugrenzen und so eine eigenständige Nische zu besetzen.

Diese Aspekte erschweren die Situation für die Fremdsprachenlehrerinnen und –lehrer, so wie auch die bisher nur rein theoretischen Überlegungen bezüglich der Sprachmittlungskompetenz. Welche Teilkompetenzen und Fertigkeiten für die Bearbeitung von Sprachmittlungsaufgaben benötigt, also aktiviert werden müssen, ist bislang noch nicht empirisch erhoben worden. Die Umsetzung und Implementierung von Sprachmittlungsaufgaben erfolgt dadurch noch nicht so flächendeckend wie es wünschenswert wäre, obwohl die Kommunikationssituation von Sprachmittlungsaufgaben sehr häufig auch im Alltag vorkommt und somit ein hohes Maß an Authentizität aufweist.

Methodologisch stützt sich dieses Projekt auf den Design-Based Research-Ansatz, der eine zyklische Überarbeitung aller beteiligten Aspekte zulässt. Zunächst ist eine genaue Analyse des Fachdiskures, der fachdidaktischen Theorien sowie der Lehr-/Lernausgangslagen der Schülerinnen und Schüler nötig. Daran anschließend wird ein Lehr-/Lernarrangement anhand verschiedener Designprinzipien entwickelt, dass dann in einem zweiten Schritt empirisch erprobt und anschließend analysiert wird. Davon ausgehend werden das Arrangement und die Prinzipien überarbeitet und durchlaufen erneut diesen Dreischritt. Am Ende stehen dann ein empirisch validiertes Referenzdesign sowie eine lokale auf den Gegenstand bezogene Lehr-/Lerntheorie.  

Das Projekt möchte anhand dieser Methodologie eine für den Fremdsprachenunterricht Spanisch eigens konzipierte mündliche Sprachmittlungsaufgabe iterativ überprüfen, deren Ziel die Offenlegung der an der Aufgabe beteiligten Teilkompetenzen und Fertigkeiten ist.

Aktualisiert von: Nina Sørensen