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Aktuelles

Creative Storytelling/Art Workshop

European Teacher Education Network Conference 2022 in Wien

ein Teilnahmebericht von Gesche Heidemann (ZfLB)

Im Rahmen einer Erasmus+-geförderten „staff mobility“ hatte ich die Möglichkeit an der diesjährigen Konferenz des European Teacher Education Network (ETEN) „Human Rights in Education – The Human Right to Education“ in Wien teilzunehmen. Die Konferenz wurde in diesem Jahr von der Kirchlich-Pädagogischen Hochschule Krems/Wien ausgerichtet.

Bereits der Start war inklusiv angelegt: Die bekannte inklusive Wiener Tanzkompagnie  „Ich bin ok“ eröffnete die Konferenz. Und die anschließende Performance von Schüler:innen einer Wiener Primarschule bezog die Teilnehmer:innen der Konferenz ein und brachte den Saal zum Tanzen.

Den Eröffnungsvortrag hielt Ass. Prof. Dr. Michelle Proyer und legte den Fokus dabei auf „Education for really, really, really ALL? – Inclusive Education as a Global Agenda”. In der anschließenden Podiumsdiskussion wurden Herausforderungen und aktuelle Perspektiven inklusiver Bildung in Österreich und weiteren Ländern ausgetauscht.

Während der ETEN Conference arbeiteten die Teilnehmer:innen von 55 Universitäten und Hochschulen aus Europa und Übersee über drei Tage in festen „Thematic Interest Groups“ (TIGs) wie „Arts & Education“, „Creative Storytelling“, „Mathematics“, „Movement“, „Science and Technology“, „Special Needs in Education“, „Reflective Practice“, „Internationalisation“ etc. zu aktuellen Themen der Lehrer:innenbildung. In Kurzvorträgen und Mini-Workshops gaben dort Kolleg:innen Einblicke in Arbeitsschwerpunkte an ihren Institutionen, diskutierten, tauschten Perspektiven aus, gaben Impulse für die Lehre und nutzten den Raum zum Ausbauen vorhandener und das Knüpfen neuer Netzwerke.

Ich durfte als Teil der „Arts & Education“- TIG z.B. ein prämiertes, interaktives Tanztheater für und mit Schulkinder/n im Wiener Museumsquartier sowie den Besuch der aktuellen Edward Munch-Ausstellung in der Wiener Albertina genießen, Workshops zum „Art Circle“ und die inspirierende Arbeit der Kolleg:innen der Københavns Professionshøjskole im Bereich co-creative learning & play für den Vorschulbereich kennenlernen. In anderen Gruppen waren darüber hinaus Hospitationen an örtlichen Schulen Teil des gut organisierten und vielfältigen Programms.

Im Vorfeld der ETEN Conference hatte die KPH Krems eine sogenannte ‚pre-conference‘, eine internationale Studierendenwoche mit Studierenden aus Österreich, Deutschland, Spanien, Belgien, den Niederlanden und Irland zum Thema „Music, Rhythmics & Movement in Inclusive Settings“ organisiert. Teilnehmende der Studierendenwoche hatten ebenfalls die Möglichkeit im Anschluss Teil der ETEN Conference zu sein und so einen ersten Einblick in das ETEN Netzwerk zu bekommen.  

Über die Teilnahme an beiden Konferenzen hinaus, war es für mich aus Perspektive meiner Tätigkeit am Zentrum für Lehrerinnen-/Lehrerbildung und Bildungsforschung besonders spannend, vor Ort ganz unmittelbar einen Einblick in die Strukturen der Lehrer:innenbildung zu bekommen: die Zusammenarbeit mit den Schulen – eine davon direkt auf dem Campus der KPH gelegen, die Begleitung der schulischen Praktika, die „Mehrstufenklassen“, die Selbstverständlichkeit, mit der die Studierenden der internationalen Woche vom Dozenten Christoph Falschlunger und seinen Schüler:innen bei der Hospitation in einer inklusiven Mehrstufenklasse in die gezeigte Stunde miteinbezogen wurden,…

Bei all den gewonnenen Eindrücken freut es mich umso mehr, dass wir in den kommenden Semestern in Bezug auf das Praxissemester im Ausland stärker mit der KPH Krems/Wien zusammenarbeiten werden: Das heißt, Lehramtsstudierende der Universität Bremen bekommen die Möglichkeit ihr Praxissemester in Wien zu verbringen und Wiener Lehramtsstudierende können in umgekehrter Richtung ihr Praxissemester in Bremen absolvieren und das jeweils andere Schulsystem kennenlernen und von dieser Erfahrung profitieren.

Nach einer Woche in Wien bin ich also voller Eindrücke, Inspirationen und neuer Kontakte in den regulären Arbeitsalltag zurückgekehrt und würde mich wohl jederzeit wieder auf den Weg dorthin machen…Daher möchte ich hier an dieser Stelle noch meinen ganz herzlichen Dank an die Wiener Kolleg:innen ausdrücken: für die herzliche Aufnahme vor Ort und die inspirierenden Einblicke in ihre Arbeit, die mir eindrucksvoll gezeigt hat, wie Internationalisierung und Inklusion gemeinsam gedacht und gelebt werden können!

Weitere Informationen zum ETEN Network unter: https://etenjournal.com/