Zum Hauptinhalt springen

Forenübersicht


A: Foren zu „Digitalisierungsbezogene Kompetenzen aufbauen und nachhaltig fördern“

Unser Forumsbeitrag will primär die innovative Methode DataSprint aus verschiedenen Blickwinkeln betrachten, vorstellen und diskutieren. Unter einem DataSprint verstehen wir dabei eine konzentrierte und zeitlich begrenzte Forschungserfahrung, bei der Lernende unter einem festgelegten Oberthema und mithilfe eines umfassenden, digitalen Datenkorpus in Kleingruppen Thesen beforschen und so in Kontakt mit sozialwissenschaftlichen Daten und unterschiedlichen Ergebnissen kommen. Neben einem fachwissenschaftlichen Lernimpuls zu dem gewählten Oberthema erhoffen wir uns mit dieser Methode die Förderung weiterer future skills wie Kollaboration, Kooperation, Präsentation sowie einem ausgeprägten sozialwissenschaftlichen Datenverständnis. Dem Projektgedanken folgend ist das Ziel für die Phasen der Lehramtsausbildung, die Studierenden, Referendarinnen und Referendare sowie Praktikerinnen und Praktiker forschungsorientiert und praktisch zu fachwissenschaftlichen und fachdidaktischen Reflexionsprozessen am Beispiel sozialwissenschaftlicher Daten anzuregen.

Das Forum wird sich dabei in zwei Abschnitte aufteilen. Im ersten Part werden die Kernaspekte zur Umsetzung eines DataSprints in der ersten Phase der Lehramtsausbildung vorgestellt und damit zusammenhängend erste Erfahrungen aus dem digitalen Pilotsemester Sommer 2021 präsentiert. Ein Schwerpunkt wird dabei auf den Chancen, Herausforderungen und Bedarfen des vergangenen Online-Semesters und der gewählten Vorannahmen hinsichtlich Datenauswahl und sozialwissenschaftlicher Fragestellung liegen. Im zweiten Part wollen wir diskutieren, inwiefern mit der Methode DataSprint den aktuellen Herausforderungen der Digitalität phasenübergreifend auch in der Fortbildung von Lehrkräften begegnet werden kann. Fragen nach dem kompetenten Umgang mit der Datafizierung vieler gesellschaftlicher Bereiche sind dabei ebenso vielversprechend wie Impulse nach weiteren notwendigen Kompetenzen in der digitalen Welt, die durch den DataSprint gefördert werden können. Gemeinsam wollen wir mit Kolleginnen und Kollegen aus dem Landesinstitut für Schule in Bremen über Möglichkeiten der Operationalisierung für die Schulpraxis ins Gespräch kommen.

Referenten/Moderatoren

Prof. Dr. Andreas Klee, Bremer QLB-Projekt „Schnittstellen gestalten“ Teilprojekt 4 Digi-Spotlights, Universität Bremen
Dr. Hendrik Schröder, Bremer QLB-Projekt „Schnittstellen gestalten“ Teilprojekt 4 Digi-Spotlights, Universität Bremen
Nils Quentel, Bremer QLB-Projekt „Schnittstellen gestalten“ Teilprojekt 4 Digi-Spotlights Universität Bremen
N. N., Landesinstitut für Schule, Bremen

Die Lehrerbildung in der Bundesrepublik Deutschland steht seit etwa einer Dekade vor erhöhten bildungspolitischen Herausforderungen. Während die Schülerzahlen kontinuierlich steigen, mangelt es an vielen Schulen an einem Äquivalent qualifizierter Lehrpersonen (vgl. Zorn, 2019). Ein besonderer Bedarf hat sich – nicht erst seit der Pandemiesituation in Schulen und Hochschulen - im Hinblick auf das Lehren und Lernen mit und über digitale Medien gezeigt. Um diesem Problem jedoch adäquat begegnen zu können, muss vor allem die universitäre Ausbildung der angehenden Lehrkräfte verändert werden. So reicht es nicht aus, digitale Medien mit den Studierenden im Rahmen von Vorlesungen theoretisch zu besprechen, sondern diese müssen die digitalen Werkzeuge aktiv ausprobieren können, um Hemmnisse im Umgang mit diesen Medien abbauen zu können. Dazu wurden durch die TU Dresden neue Ausbildungsformate ins Leben gerufen wie etwas Stationen-Workshops, Online-Workshop-Reihen, digitale Werkstatt-Wochen und Online-Sprechstunden (vgl. z.B. Damnik et al., 2020).

Obwohl diese Formate auf großes Interesse sowohl bei Seiteneinsteigerinnen und Seiteneinsteiger als auch bei grundständigen Lehramtsstudierenden und Akteurinnen und Akteure aus dem Vorbereitungsdienst stießen, war bisher kaum bekannt, wie diese Zielgruppe ihre verändere Studien- und Ausbildungslage wahrnimmt. Im Rahmen qualitativ - quantitativer Begleitforschung (vgl. z.B. Gehrmann et al., 2020) wurde von Beginn an untersucht, welchen Einfluss die Umstellung der universitären Ausbildung auf die Entwicklung und subjektive Akzeptanz digitaler Hochschulbildungskonzepte besitzt.

Die Ergebnisse dieser Begleitforschung ergeben jedoch neue Herausforderungen. So ist fraglich, wie die Wahrnehmungen der Seiteneinsteigerinnen und Seiteneinsteiger mit denen der grundständigen Lehramtsstudierenden verglichen werden können. Auch bleibt offen, wie diese besonderen teilweise digital-angebotenen Ausbildungsformate curricular verankert werden können. Letztlich muss geklärt werden, ob und wie sich langfristig die Universitätslandschaft verändern wird, wenn, wie von den Befragten gewünscht, ein größerer Anteil an Online-Lehre ermöglicht wird.

Referentinnen und Referenten/Moderatorinnen und Moderatoren

Peggy Germer, Projektleiterin BQL GS, ZLSB TU Dresden
Malte Krone, BQL.Digital, ZLSB TU Dresden
Fritz Hoffmann, Koordinierungsstelle Digitalisierung, ZLSB TU Dresden
Anne Sophie Hoyer, Lehramtsstudentin TU Dresden
Dirk Petzold, Seiteneinsteiger TU Dresden

Literatur:
Damnik, G. et al. (2020): Lehramtsstudierende mit Mikrofortbildungen aktiv auf den Beruf vorbereiten. In: MÜLLER WERDER, Claude; ERLEMANN, Jennifer (Hg.). Seamless Learning–lebenslanges, durchgängiges Lernen ermöglichen. Waxmann, 2020.
Gehrmann, A., Barany, T., Hoischen, J. & Puderbach, R. (2020). Lehrerbildung in Deutschland neu denken? Konjunkturen, Definitionen, rechtliche Figurierungen und empirische Ergebnisse zum Quer- und Seiteneinstieg in den Lehrerberuf. In: Recht der Jugend und des Bildungswesens (RdJB), Jahrgang 68 (2020), Heft 2.
Zorn, D. (2019). „Lehrermangel in Grundschulen bis 2030 größer als bislang erwartet“. https://www.bertelsmann-stiftung.de/de/themen/aktuelle-meldungen/2019/september/lehrermangel-in-grundschulen-bis-2030-groesser-als-bislang-erwartet/ (zuletzt abgerufen am 23.07.2021)


B: Foren zu „Theorie und Praxis mit digitalen Medien phasenübergreifend verknüpfen“

Übergeordnetes Ziel des im Rahmen der „Qualitätsoffensive Lehrerbildung“ geförderten Projektes "Strukturentwicklung in der Berufsschullehrerbildung (SteBs)" ist es, im Land Bremen eine phasen- und fächerübergreifende Zusammenarbeit in der Aus- und Fortbildung von Berufsschullehrkräften zu etablieren. In enger Zusammenarbeit mit dem Landesinstitut für Schule (LIS) und den Bremer Berufsschulen wurde die Gestaltung von berufsbezogenen Lernsituationen als zentrale Grundlage der inhaltlich-konzeptionellen Zusammenarbeit herausgearbeitet. 

Intendiert ist die gemeinsame Entwicklung eines Konzepts „Lernsituationen“, aus dem sowohl die Struktur als auch ein Leitfaden für die Planung, Durchführung und Evaluation einer Lernsituation hervorgeht und das zudem die Potenziale digitaler Medien – insbesondere auch hinsichtlich der phasenübergreifenden Zusammenarbeit – nutzt.

Bislang zeichnen sich zwei besondere Herausforderungen ab: Zum einen muss das Konzept an die bisher entwickelten Lernsituationen im Referendariat (nach Richter & Meyer, 2004) und an der Universität (nach Howe & Knutzen, 2017) direkt anschlussfähig sein, sodass bislang vorliegende Unterrichtsentwürfe und Planungspapiere in das neue Konzept problemlos überführt werden können. Zum anderen sind die bisher genutzten Anwendungen – die Bremer Lernplattform itslearning im Referendariat und an den Schulen sowie der Aufgaben-Manager als digitales Tool zur Entwicklung von berufsbezogenen Lernsituationen an der Universität sowohl technisch als auch didaktisch miteinander zu verschränken.

In dem Forum werden die beteiligten Akteurinnen und Akteure die Herausforderungen der Lehrkräftebildung aus den unterschiedlichen Perspektiven (Universität, LIS, Referendarinnen bzw. Referendare) vorstellen. Im Anschluss daran werden die im Projekt SteBs entstandenen Lösungsansätze präsentiert und erste Erfahrungen damit reflektiert. Abschließend erfolgt eine Diskussion im Plenum, die mithilfe des Einsatzes eines kollaborativen Online-Tools strukturiert und dokumentiert wird.

Referentinnen und Referenten/Moderatorinnen und Moderatoren:

Helmut Klaßen, Landesinstitut für Schule, Bremen
Dr. Michael Kleiner, Landesinstitut für Schule, Bremen
Prof. Dr. Falk Howe, Universität Bremen
Dr. Claudia Fenzl, Universität Bremen
Lisa Meyne, Universität Bremen
Nils Weinowski, Universität Bremen
zusätzlich werden Studierende und Referendarinnen bzw. Referendare in das Forum eingebunden.

Literatur:
Howe, F., & Knutzen, S. (2017). Kompetenzwerkstatt – Praxisorientiert ausbilden! Handbücher für die Ausbildungs- und Unterrichtspraxis in gewerblich-technischen Berufen. Lern- und Arbeitsaufgaben entwickeln (Band 4, 2. Überarbeitete Auflage).
Christiani. Richter, C., & Meyer, R. (2004). Lernsituationen gestalten – Berufsfeld Elektrotechnik (1. Auflage). Bildungsverlag EINS.

 

Lehramtsstudierende, Lehrkräfte, Lehrerbildnerinnen und Schülerinnen und Schüler im Diskurs

Im Rahmen eines deutschdidaktischen Seminars an der Universität Passau entwickelten Lehramtsstudierende im Sommersemester 2021 digitale, interaktive Unterrichtsbausteine. Die Studierenden (Lehramt Grundschule) beschäftigten sich dabei zunächst mit Konzepten eines medienintegrativen Literaturunterrichts am Beispiel „Märchen im Medienverbund“. Ziel des Seminars war es u. a., dass sie in einem Design-Thinking-Prozess einen digitalen und interaktiven Unterrichtsbaustein in Form eines sog. interactive book (H5P-Element) entwickeln und als Lehr-Lernszenario für einen medienintegrativen Literaturunterricht in der Grundschule konzeptualisieren. Damit wurde eine komplexe Problemstellung inszeniert, deren Lösung von den Studierenden die vernetzte Anwendung sowohl mediensemiotischer, medienverbunddidaktischer, literaturdidaktischer, aufgabentheoretischer sowie digitaler Kompetenzen verlangte. 

Im Anschluss an das Seminar besteht für die Studierenden auf freiwilliger Basis die Möglichkeit, die entwickelten Lehr-Lernszenarien zu testen, zu optimieren und als Open Educational Resources (OER) zu veröffentlichen. Dafür wurde in Kooperation mit der Studienrätin im Grundschuldienst Manuela Heimbeck ein Konzept entworfen (und getestet), welches im Herbst 2021 durchgeführt werden soll. Mit dem Ziel, Potenziale und Hürden der entwickelten studentischen Unterrichtsbausteine zu evaluieren, sollen zwei Test-Szenarien erprobt werden. Beide Szenarien beginnen mit einem Workshop, in welchem die didaktisch innovativen Formate den Kooperations-Lehrkräften vorgestellt und das Evaluationsformat besprochen wird. Version A übergibt sodann einer Lehrkraft die entwickelten Materialien für eine Unterrichtssequenz, inklusive einer Kontextualisierung der interactive books. Die Lehrkraft führt die Unterrichtssequenz im eigenen Klassenverband durch und gibt anschließend ausführlich Feedback. Version B lädt die Schülerinnen und Schüler in das Didaktische Labor der Universität Passau zu einem „Schule-an-der-Uni-Tag“ ein. Die Studierenden betreuen in Kleingruppen die Kinder und erproben mit diesen im direkten Austausch die entwickelten (digitalen und analogen) Materialien. Die Lehrkräfte reflektieren gemeinsam mit den Studierenden und der wissenschaftlichen Begleitung anschließend über Hürden und Potenziale. 

In dem Forum sollen die Eckpunkte des Projekts und erste Ergebnisse (inkl. Beispiele für interactive books in H5P) vorgestellt, Herausforderungen identifiziert und diskutiert werden. 

Referentinnen/Moderatorinnen

Mirjam Dick, Wissenschaftliche Mitarbeiterin im Projekt SKILL.de (Strategien zur Kompetenzentwicklung: Innovative Lehrformate in der Lehrerbildung, digitally enhanced) und an der Professur für Didaktik der deutschen Sprache und Literatur an der Universität Passau
Dr. Manuela Heimbeck, Studienrätin im Grundschuldienst, Lehrbeauftragte der Universität Erlangen-Nürnberg und ab Herbst 2021 Professorin für Kindheitspädagogik an der SRH Hochschule Heidelberg

An der Universität Bremen ist für die erste Phase der Lehrerbildung e-Portfolio implementiert worden, dessen Format sich am Leitbild einer reflexionsorientierten Lehrerbildung, dem Reflective Practitioner, orientiert. Zentraler Fokus ist die Theorie-Praxis-Verknüpfung sowie die Professionalisierung im Umgang mit Heterogenität. Durch Aufgabenformate und Prompts wird die Reflexionspraxis der Lehramtsstudierenden im Kontext schulpraktischer Studien unterstützt und im e-Portfolio sichtbar. Ziel ist die Förderung fachdidaktischer sowie pädagogischer Reflexionskompetenz. Im Forum werden exemplarisch Konzepte, Erfahrungen und empirische Befunde der e-Portfolioarbeit aus verschiedenen Fächern vorgestellt.

Anschließend werden Perspektiven einer phasenübergreifenden Kooperation am Beispiel des e-Portfolios in der 2. Ausbildungsphase am Studienseminar für Gymnasien und Gemeinschaftsschulen in Saarbrücken vorgestellt. Das Portfolio wird dort als Lern-, Prozess- und Präsentationsportfolio in der 2. Ausbildungsphase eingesetzt. Es soll helfen, Reflexionsprozesse zu initiieren, zu organisieren sowie zu dokumentieren. Die Dokumentation gibt einen Überblick, den man für sich selbst für weitere Unterrichtsprojekte als Planungshilfe bzw. zur Vorbereitung die Lernentwicklungsgespräche bzw. die mündliche Prüfung nutzen kann. Es ist in die Seminar-Website integriert, so dass Information, Kommunikation, Kollaboration sowie Dokumentation und Reflexion an einem digitalen Ort zusammenkommen. Man kann im digitalen Portfolio Bereiche freigeben, um gemeinsam mit Fachleiterinnen bzw. Fachleiter und Seminarvertreterinnen bzw. Seminarvertreter die Entwicklung in Beratungsgesprächen oder in Form von digitalem Feedback zu besprechen.

Abschließend werden Anforderungen und Ideen zur phasenübergreifenden Nutzung von Portfolios (Kooperation zwischen Universität, Referendariat und Weiterbildung) diskutiert.

Referentinnen und Referenten/Moderatorinnen und Moderatoren

Prof. Dr. Karsten D. Wolf, QLB-Projekt „Schnittstellen gestalten“ TP 2, Universität Bremen
Dr. Dörte Ostersehlt, QLB-Projekt „Schnittstellen gestalten“ TP 2, Universität Bremen
Corinna Sandkühler, QLB-Projekt „Schnittstellen gestalten“ TP 2, Universität Bremen
Tim Kantereit OStR, Landesinstitut für Schule, Bremen
Simone Garve, Seminarleiterin, bak-Saarland
Markus Meyer, stellvertr. Leiter, bak-Saarland

Das Forum leistet einen Beitrag zur Frage, wie (zukünftige) Lehrerinnen und Lehrer eine forschungsorientierte Reflexions- und Evaluationskompetenz erwerben können. Es soll gezeigt werden, wie eine Brücke zwischen fachlichem Wissen und einer insbesondere in der Praxis notwendigen reflexiven Fähigkeit zur kriterienorientierten Beurteilung von Lehr- und Lernprozessen, im Sinne des Reflective Practitioner, hergestellt werden kann.

Im Forum werden zunächst exemplarisch drei Schwerpunkte zur Ausbildung einer reflexiven Kompetenz für die Beobachtung und Diagnose von Unterrichtsprozessen vorgestellt: Die Entwicklung von Fragestellungen als Ausgangspunkt für Evaluationen, ausgewählte Methoden der Beobachtung sowie Instrumente zur schriftlichen und mündlichen Befragung von Akteurinnen und Akteure. Darüber hinaus wird aufgezeigt, auf welche Weise die Plattform BOOC von den Nutzerinnen und Nutzern eingesetzt werden kann, um ihre Entwicklung von Reflexionskompetenz aus der ersten Phase der Lehrerbildung, über das Referendariat bis zur Fort- und Weiterbildung von Lehrenden nachvollziehbar zu machen.

Die online Plattform BOOC wird im Rahmen des Projektes „Schnittstellen gestalten - Qualitätsoffensive Lehrerbildung“ an der Universität Bremen seit 2016 entwickelt. Mit multimedial aufbereiteten Inhalten, Interviews mit Expertinnen und Experten und interaktiven Tools zu ausgewählten Untersuchungs- und Evaluationsmethoden, ermöglicht BOOC es Lehramtsstudierenden, Referendarinnen und Referendaren sowie Lehrenden, professionelles Wissen über ihr (zukünftiges) Praxisfeld zu erlangen und mit Theoriebezügen strukturiert zu bearbeiten.

Das Forum richtet sich an Akteurinnen und Akteuren in der ersten und zweiten Phase der Lehrerbildung sowie in der Fort- und Weiterbildung von Lehrpersonen. Nach der Vorstellung ausgewählter Arbeitsbereiche auf BOOC schließt sich eine Diskussion der inhaltlichen, didaktischen und technischen Möglichkeiten an, das Angebot der Plattform in die zweite Phase der Lehrerbildung und ggf. in das Fort- und Weiterbildungsangebot von Lehrpersonen zu implementieren.

Referentinnen/Moderatorinnen

Prof. Dr. Maria Peters, Universität Bremen
Sabrina Tietjen, Universität Bremen
Dr. Silvia Thüneman, Universität Bremen

 

Fachdidaktische Forschung traditionell-empirischer Art wird von Lehrkräften in der Praxis oft als nur bedingt hilfreich für die Unterrichtspraxis wahrgenommen. Eine fachnahe curriculare Entwicklung ausgehend von den akademischen Fachdidaktiken erscheint vielen Lehrkräften relevanter, ist aber häufig nur bedingt mit Evidenz unterlegt.

Eine forscherisch und curricular ausgerichtete Aktionsforschung kann hier als Mittlerin zwischen Forschung und Praxis in den Erziehungswissenschaften allgemein, und den Fachdidaktiken der Naturwissenschaften im Besonderen dienen (Laudonia et al., 2018) und als eine wertvolle Strategie von Lehrkräfteprofessionalisierung verstanden werden (Feldman et al., 2022).

Vorgestellt wird im Vortrag ein seit über 20 Jahren etabliertes Modell fachdidaktischer Forschung und Entwicklung, namentlich Partizipative Aktionsforschung (Whyte, Greenwood, & Lazes, 1989) in einer speziellen Interpretation für die Naturwissenschaftsdidaktik (Eilks & Ralle, 2002). Der Vortrag gibt Einblicke in die Möglichkeiten und Chancen eines entsprechenden Ansatzes am Beispiel des Chemieunterrichts. Diese Erfahrung und ein aktuelles Vorhaben innerhalb des Rahmens der Studien-Praxis-Projekte, eines Teilprojekts von „Schnittstellen gestalten – Qualitätsoffensive Lehrerbildung“ der Universität Bremen, beschäftigen sich u.a. mit der Integration des Lernens mit digitalen Medien in den naturwissenschaftlichen Unterricht. Das Vorhaben umfasst das Etablieren eines Aktionsforschungsnetzwerks, in dem Lehrkräfte, Didaktikerinnen und Didaktikern und Studierende gemeinsam Konzepte für den naturwissenschaftlichen Unterricht im Bereich digitale Medien entwickeln.

Diskutiert wird, wie dieser Ansatz eine Verbindung schaffen kann auch zwischen der Lehrerausbildung (auf der Ebene von Bachelor- und Masterstudierenden) und dem lebenslangen Lernen von Lehrkräften, beginnend mit der Berufseinstiegsphase. Einzig die 2. Phase der Lehrerbildung ist bislang wenig systematisch in diesen Ansatz integriert.

Der Vortrag möchte motivieren, Chancen einer solchen Integration verschiedener Phasen der Lehrerbildung zu diskutieren. Das stellt natürlich die Frage, wie dies auch unter Einbezug des Referendariats gelingen kann, aber auch ob es in Anbetracht der Belastungen und besonderen Ausbildungssituation im zeitlich sehr begrenzten Referendariat überhaupt sinnvoll oder möglich erscheint, oder auch nur wünschenswert ist.

Referentinnen und Referenten/Moderatorinnen und Moderatoren
Rebecca Tscheslog
Dr. Nadja Belova
Dr. Moritz Krause
Prof. Dr. Ingo Eilks
(Institut für Didaktik der Naturwissenschaften, Chemiedidaktik und Bremer QLB-Projekt „Schnittstellen gestalten“ Teilprojekt 3 „Studien-Praxis-Projekte“, Universität Bremen)

Literatur:
Eilks, I., & Ralle, B. (2002). Partizipative fachdidaktische Aktionsforschung - ein Modell für eine praxisnahe curriculare Entwicklungsforschung in der Chemiedidaktik. Chemie konkret, 9 (1), 13-18.
Feldman, A., Belova, N., Eilks, I., Kapanadze, M., Mamlok-Naaman, R., Rauch, F., & Tasar, M. F. (2022). Action research: A promising strategy for science teacher education. In: Handbook of Professional Development of Science Teachers (accepted for publication).
Laudonia, I., Mamlok-Naaman, R., Abels, S., & Eilks, I. (2018). Action research in science education – An analytical review of the literature. Educational Action Research, 26, 480-495.
Whyte, W. F., Greenwood, D. J., & Lazes, P. (1989). Participatory action research. The American Behavioral Scientist, 32, 513-551.

Zentrale Aufgabe der Lehrerbildung ist es, angehenden Lehrpersonen den Erwerb praxisorientierter Kompetenzen zu ermöglichen (Bauer & Prenzel, 2012; Grossmann & McDonald, 2008). Der im universitären Kontext jedoch häufig fehlende Praxisbezug wird u. a. mit der unzureichenden Verknüpfung der drei beteiligten Disziplinen Erziehungswissenschaft/Psychologie, Fachdidaktik und Fachwissenschaft begründet (Blömeke, 2009). 

Digitale Lernumgebungen eröffnen hier effektive und nachhaltige Möglichkeiten, Inhalte disziplinverbindend und praxisorientiert zu vermitteln. Mit der webbasierten und kostenlosen Lernplattform Toolbox Lehrerbildung (www.toolbox.edu.tum.de) existiert seit 2018 solch ein digitales Angebot. Ihre Lehr-Lernmodule enthalten relevante Inhalte aus Erziehungswissenschaft/Psychologie, Fachdidaktik und Fachwissenschaft, die anhand exemplarischer Unterrichtsszenen miteinander verknüpft werden. Von aufbereiteten Grundlagentexten über Videotutorials, Lernaufgaben und Visualisierungen bis hin zu Unterrichtsvideos hält die Toolbox eine Vielzahl an Materialien bereit, die je nach Kontext flexibel eingesetzt werden können. 

Herzstück der Toolbox Lehrerbildung und disziplinverbindendes Strukturelement sind die gescripteten Unterrichtsvideos. Sie veranschaulichen grundlegende Themen der MINT-Fächer anhand von typischen alltagsnahen Unterrichtssituationen und vermitteln dabei wichtige praxisorientierte Kompetenzen.

In unserem Forumsbeitrag möchten wir theoretische Rahmenbedingungen und Herausforderungen bei der Konzeption und Entwicklung der Lernplattform vorstellen sowie beispielhaft zeigen, welche Potenziale digitaler und disziplinübergreifender Nutzung die Lernplattform für verschiedene Phasen der Lehrerbildung bereitstellt. Anhand von exemplarischen Szenarien veranschaulichen wir, wie und in welchen Lehr- oder Lernsettings – etwa in Blended-Learning-Settings oder reinen Online-Formaten – die Inhalte und Module optimal genutzt werden können.

Referentinnen/Moderatorinnen

Prof. Dr. Doris Lewalter, Technische Universität München
Annika Schneeweiss, School of Education, Technische Universität München 

Literatur:
Bauer, J., & Prenzel, M. (2012). European teacher training reforms. Science, 336, 1642–1643.
Blömeke, S. (2009). Lehrerausbildung. Handbuch Schule. Theorie – Organisation – Entwicklung. Bad Heilbrunn: Klinkhardt/UTB, 483-490.
König, J., Eicken, A., Kramer, C., & Roters, B. (2015). Videos in der Lehrerinnen- und Lehrer-ausbildung (ViLLA): Konzeptionelle Überlegungen und erste empirische Befunde zu fachsprachlichen Anforderungen beim Lernen mit Unterrichtsvideos durch Lehramtstudierende. Lehrerbildung auf dem Prüfstand, 8(1), 77–102.


C: Foren zu „Digitale Lernumgebungen schaffen und gestalten“

Das Studium von angehenden Lehrkräften an Universitäten, die Ausbildung von Referendarinnen und Referendare an den Ausbildungsstätten und die Fortbildung von aktuell schon tätigen Lehrkräften wirken momentan wie verschiedene Welten, die wenig miteinander vernetzt sind bzw. kaum miteinander kommunizieren oder kooperieren. Dadurch werden Inhalte häufig doppelt vermittelt und andere Fähigkeiten und Fertigkeiten gar nicht adressiert, die die Qualität von Unterricht entscheidend verbessern könnten. Um dieses Problem zu beheben, braucht es zwei ineinandergreifende Prozesse. Einerseits ist hierfür ein face-to-face Informationsaustausch nötig, der an vielen Lehrkraftausbildungsstellen nicht zuletzt durch die Qualitätsoffensive Lehrerbildung gestärkt wurde. Andererseits sollten digitale Plattformen (z. B. OPAL Schule, Moodle usw.) verwendet werden, auf welchen die beteiligten Personen aus den verschiedenen Phasen Zugriff haben, sich Inhalte austauschen oder gemeinsam an Projekten arbeiten können (vgl. Riebeck, 2017). 

Dabei gilt es jedoch die Vielzahl an Plattformen, technische Restriktionen sowie Datenschutzaspekte zu beachten, die ein phasenübergreifendes Zusammenarbeiten von beispielsweise Studierenden mit Fortbildnerinnen und Fortbildnern aktuell nur bedingt zulassen. Das Projekt Schullogin begegnet dieser Hausforderung, indem in den sächsischen Schulen ein einheitliches Identitätsmanagementsystem (IDM) genutzt wird, dass mit einem einzigen Login Zugang zu den unterschiedlichen digitalen Plattformen bieten kann (vgl. Sächsisches Staatsministerium für Kultus, 2018). Das IDM als Basis eröffnet Potenziale für die digital gestützte phasenübergreifende Zusammenarbeit in der sächsischen Lehrerbildung, die im Beitrag vorgestellt und beispielhaft diskutiert werden.

Referentinnen und Referenten/Moderatorinnen und Moderatoren

Dr. Gregor Damnik, ZLSB, Technische Universität Dresden
Sindy Riebeck, ZLSB, Technische Universität Dresden
Vertreter:in aus Fortbildungs-/Unterstützungsbereich für Schulen N.N.

Referenzen:
Riebeck, S. (2017): Potentiale einer digitalen Schnittstelle Hochschule-Schule für die Verzahnung von 1. und 2. Phase. Netzwerktagung der Qualitätsoffensive Lehrerbildung. Bonn (Poster).
Sächsisches Staatsministerium für Kultus (2018): Medienbildung und Digitalisierung in der Schule. Verfügbar unter: publikationen.sachsen.de/bdb/artikel/29798 (zuletzt abgerufen am 30.07.2021).

Trotz der zentralen Relevanz von Textaufgaben für den Mathematikunterricht erwerben viele Schülerinnen und Schüler im Laufe ihrer Schullaufbahn keine passenden Strategien zum Umgang mit Textaufgaben. Die Förderung von inner- und außermathematischen Strategien ist curricular kaum verankert.

Im Rahmen einer fachdidaktischen Entwicklungsarbeit wurden digital gestützte Lernpfade entworfen, mit denen Lehrkräfte ihre Schülerinnen und Schüler dabei unterstützen können, diese Strategien aufzubauen. In den Lernpfaden werden konkrete Ansätze der gezielten Lesestrategien und tragfähigen Strategien zum Lösen von Textaufgaben miteinander kombiniert. Die stark strukturierten Lernpfade dienen als Scaffolding-Element zum Aufbau der Kompetenzen. Schülerinnen und Schüler sollen befähigt werden, Strategien zu verinnerlichen und diese auch nach einem schrittweisen Abbau des Scaffolds anzuwenden.

In einer Lehrkräftefortbildung im Juni 2021 wurde das Konzept erstmals vorgestellt. Teilnehmenden Lehrkräften wurde nicht nur der theoretische Hintergrund zu Lösungsstrategien für Textaufgaben vorgestellt, sondern sie erhielten auch praktische Werkzeuge, um diese in ihrem Unterricht einzusetzen. Ein besonderer Fokus lag sowohl auf vorgefertigte Lernpfade, als auch auf modulare Vorlagen, mit denen weitere Lernpfade zu eigenen Unterrichtsthemen erstellt werden können, welche jeweils über die Lernplattform itslearning verfügbar sind. Die Lehrkräftefortbildung wurde über Fragebögen sowie qualitativen Interviews ausgewertet.

In einem Diskussionsteil können folgende Fragen adressiert werden:

  • Inwiefern können digital gestützte Lernpfade Schülerinnen und Schüler beim langfristigen Aufbau von Strategien unterstützen?
  • Inwieweit können digital gestützte Lernpfade die Funktion eines gestuften Scaffolds übernehmen?
  • Wie lassen sich gestaltete Lernumgebungen in der Lehrkräftebildung verfügbar machen?
  • ...

Referentinnen/Moderatorinnen

Syrina Laubvogel, Stabsstelle Digitalisierung, Senatorin für Kinder und Bildung
Stefanie Dierks, Schul- und Unterrichtsentwicklung, Landesinstitut für Bildung, Bremen

Unterrichtsplanung und -umsetzung gehören zu den Kernaufgaben von Lehrkräften. Mit dem – nicht nur pandemiebedingten – Einzug der Digitalität in den Schulen ergeben sich für Lehrkräfte daraus neue Chancen und Herausforderungen (vgl. Lipowsky & Rzejak, 2021). 

Eine zentrale Kompetenz zukünftiger Lehrkräfte wird sein, Unterricht so zu planen, dass er alle Schüler*innen auf das Leben in einer Kultur der Digitalität (vgl. Stalder 2006) vorbereitet (vgl. KMK, 2017). Jedoch verfügen Lehramtsstudierende derzeitig über vergleichsweise wenige digitale Kompetenzen (vgl. Senkbeil et al., 2021). Ein ähnliches Bild zeichnet sich bei den Lehrkräften ab: So stehen sie den digitalen Medien zwar offen gegenüber, der Einsatz beschränkt sich jedoch meist auf Anwendungen aus den Bereichen Kommunikation und Präsentation (vgl. Waffner, 2020). 

In der Community of Practice ‚Digital Learning Lab – Materialwerkstatt inklusionssensible Lehrerbildung‘ des von der Stiftung Innovation in der Hochschullehre geförderten Projekts BiLinked an den Versuchsschulen Oberstufen-Kolleg und Laborschule der Universität Bielefeld haben Lehramtsstudierende die Möglichkeit in einem phasenverbindenden Akteursdreieck

(Hochschullehrende – Lehrkräfte – Studierende) kollaborativ digitalen und inklusionssensiblen Unterricht im Lernumfeld Schule zu planen und durchzuführen. Dabei werden, ausgehend von fächerübergreifenden Grundlagen, fachspezifische Materialien entworfen, erprobt, reflektiert und weiterentwickelt. Neben den entstehenden schulischen Materialien soll hier eine Schnittstelle zwischen den Ausbildungsphasen geschaffen werden, um eine multiperspektivische Betrachtung und Diskussion über Lehren und Lernen in einer Kultur der Digitalität zu ermöglichen. Die langfristige Entwicklung entsprechender universitärer Lehrmaterialien, die diesen Fokus verfolgen, stellt ein zusätzliches Ziel dar.

Im Rahmen des Forums soll das Konzept des im Herbst 2021 startenden Projekts vorgestellt werden, um davon ausgehend über Möglichkeiten und Grenzen einer derartigen Phasenverbindung zu diskutieren. 

Referentinnen/Moderatorinnen

Anne Trapp, abgeordnete Lehrkraft an der Bielefeld School of Education
N. N., Lehrkraft aus einer Schule

Literatur:
Kultusministerkonferenz (KMK) (2017). Bildung in der digitalen Welt. Strategie der Kultusministerkonferenz. <https://www.kmk.org/themen/bildung-in-der-digitalen-welt/strategie-bildung-in-der-digitalen-welt.html> 
Lipowsky, Frank & Rzejak, Daniela (2021). In Bertelsmann Stiftung (Hg.), Fortbildungen für Lehrpersonen wirksam gestalten. Ein praxisorientierter und forschungsgestützter Leitfaden. Doi:10.11586/2020080.
Senkbeil, Martin; Ihme, Jan Marten & Schöber, Christian (2021). Schulische Medienkompetenzförderung in einer digitalen Welt: Über welche digitalen Kompetenzen verfügen angehende Lehrkräfte? Psychologie in Erziehung und Unterricht, doi: <http://dx.doi.org/10.2378/peu2020.art12d>.
Waffner, Bettina (2020). Unterrichtspraktiken, Erfahrungen und Einstellungen von Lehrpersonen zu digitalen Medien in der Schule. In Wilmers, Annika; Anda, Carolin; Keller, Carolin & Rittberger, Marc (Hg.), Digitalisierung in der Bildung. Band 1. Bildung im digitalen Wandel. Die Bedeutung für das pädagogische Personal und für die Aus- und Fortbildung. Münster et al.: Waxmann, S. 57-102.

Im Kontext der Pandemie ist der Bedarf an Formaten zur synchronen Leseförderung gestiegen (vgl. FES 2020). Es braucht Angebote zur synchronen Leseförderung mit digitalen Medien, die auf kollaboratives Lernen ausgelegt sind.

Dort setzt das Projekt „Leseraum Online (LeOn) – Lesetraining in digitalen Umgebungen“ an. LeOn ist eine videogestützte, digitale Umgebung, in der wirksame Lesefördermethoden wie Lautleseverfahren und Lesestrategietrainings (vgl. Rosebrock/Nix 2020) für Grundschulen in NRW durchgeführt werden. Durch diese Maßnahmen können die Kinder ihre Lesefähigkeiten im Kontext des Lernens mit digitalen Medien nachhaltig verbessern. Die Umgebung unterstützt die Strategie zur Digitalisierung an Grundschulen. Zugleich stellt LeOn einen phasenübergreifenden Ansatz dar, der auf die Weiterentwicklung der Medienkompetenz von (angehenden) Lehrkräften in der zweiten und dritten Phase der Ausbildung abzielt. Dies wird durch Handreichungen und Fortbildungen (unter anderem in der Fachoffensive NRW) realisiert. Das Projekt wird von dem Ministerium für Schule und Bildung des Landes NRW gefördert und durch die Fachdidaktik Deutsch der Technischen Universität Chemnitz umgesetzt. 

Die LeOn-Anwendung steht aktuell am Anfang der Entwicklung. In dem Forumsbeitrag werden die Grundstruktur der Umgebung sowie die fachdidaktischen Ideen offengelegt.

Die Vorerfahrungen der Teilnehmenden einbeziehend (Befragung vor dem Impulsvortrag) werden die Schwerpunkte des Projekts sowie der phasenübergreifende Ansatz vorgestellt. Eine digitale Dokumentation begleitet die Diskussionsrunde. 

Referentinnen und Referenten/Moderatorinnen und Moderatoren

Laura Hüser
Edita Rehberg
Prof. Dr. Michael Krelle
Dr. Jutta Dämmer
(Zentrum für Lehrerbildung, Technische Universität Chemnitz)

Literatur:
FES - Friedrich-Ebert-Stiftung (2020): Schule in Zeiten der Pandemie. Empfehlungen für die Gestaltung des Schuljahres 2020/21. Stellungnahme der Expert_innenkommission der Friedrich-Ebert-Stiftung. Friedrich-Ebert-Stiftung: Berlin. http://library.fes.de/pdf-files/studienfoerderung/16228.pdf. (eingesehen am 15.08.2021)
Rosebrock, C. & Nix, D. (2020): Grundlagen der Lesedidaktik und der systematischen schulischen Leseförderung. 9. aktualisierte Auflage. Baltmannsweiler: Schneider Hohengehren.

Digitale Lernplattformen bieten innovative Potenziale für eine strukturelle und curriculare Ausgestaltung von Schul- und Studienstrukturen. Sie ermöglichen eine Reformierung der Organisation von digitalen Lehr-Lernformaten sowie unterschiedlicher Austauschmöglichkeiten. Im Rahmen des Forums sollen die Möglichkeiten von digitalen Lernplattformen für verschiedene Praxisfelder dargestellt und mögliche Synergien erarbeitet werden. Mit dem Fokus auf der Vernetzung zwischen den einzelnen Phasen der Lehrkräftebildung, werden hierfür die Anwendungsfelder der Lehrkräfteausbildung im Berufsbildenden Lehramt in den verschiedenen Phasen beleuchtet.

Session A) Digitale Lernplattformen bieten die Möglichkeit auf eine heterogene Studierendenschaft einzugehen, wie sie im berufsbildenden Lehramt vorzufinden ist.  Für sie ergeben sich Flexibilisierungs- und Individualisierungsbedarfe, die es abzufedern gilt. Hierfür wird an der Leibniz Universität Hannover seit dem WS 2020/21 „plabs“ (Plattform Lehramt an berufsbildenden Schulen) eingesetzt. Neben der Bündelung aller beruflichen Fachrichtungen und des Professionalisierungsbereichs bietet sie den Studierenden über die Lehre hinaus eine orts- und zeitunabhängige Möglichkeit, ihr Studium individuell zu gestalten. Hierzu tragen institutsübergreifende Informations- und Beratungsangebote in Verbindung mit einem OER-Ansatz bei.

Session B) Durch die Komplexität der beruflichen Wirklichkeit muss diese auch im Kontext einer fächerübergreifenden Verzahnung von Theorie und Praxis sowohl in der Lehrkräfteaus- und -fortbildung als auch im Unterricht und in der Sozialraumorientierung realisiert werden.

Im Fachseminar Wirtschaft und Verwaltung am LIS entwickelte sich eine agile und zieloffene Lernsituation für die Referendarinnen und Referendare. Anhand des Lernfelds Beschaffung werden diese didaktischen und methodischen Ansätze in Verbindung mit ausgewählten Teilprozessen vorgestellt. Die Zielsetzung ist es, eine heterogene Schülerschaft mit differenzierten Materialien zu einem eigenverantwortlichen Arbeiten im digitalen Umfeld zu motivieren. Auf der Basis des Lernmanagementsystems itslearning werden die Unterrichtsinhalte klassenspezifisch im multiprofessionellen Team aufbereitet. Dieser Unterrichtsansatz liefert den Impuls, um in den Erfahrungsaustausch mit den Teilnehmenden zu gehen.

In einer abschließenden Diskussion sollen im Plenum Chancen und Herausforderungen sowie Aspekte zur Übertragbarkeit diskutiert und kritisch reflektiert werden.

Referentinnen und Referenten/Moderatorinnen und Moderatoren: Session A:
Janine Michele, Institut für Berufspädagogik und Erwachsenenbildung an der Leibniz Universität Hannover
Johannes Schäfers, Institut für Berufspädagogik und Erwachsenenbildung an der Leibniz Universität Hannover
Fritz Wilhelms, Institut für Berufswissenschaften im Bauwesen an der Leibniz Universität Hannover

Referentinnen und Referenten/Moderatorinnen und Moderatoren: Session B:

Ulrike Lange ist als Fachleiterin am LIS Bremen für die Aus- und Fortbildung von Lehrkräften im Berufsbildenden Bereich zuständig
Ines Prade ist Lehrkraft an der Allgemeinen Berufsbildenden Schule Bremen im Fachbereich Wirtschaft und Verwaltung sowie Lehrkraft für Deutsch und Sonderpädagogik mit den Schwerpunkten Alphabetisierung und Inklusion
André Scharf ist Studienrat an der Helmut Schmidt Schule Bremen im Fachbereich Wirtschaft und Verwaltung mit den Fächern Wirtschaft, Politik und Anwendung in der Informationsverarbeitung. Als Mediacoach arbeitet er schwerpunktmäßig an der digitalen Umsetzung im Schulbetrieb

Im Rahmen des QLB-Projektes Kohärenz in der Lehrerbildung (KoLBi) wird seit 2017 die bereits länger etablierte Vorlesung »Informatik im Alltag – Durchblicken statt Rumklicken« durch begleitende Forschung weiterentwickelt. Die Teilnehmenden entwickeln Wissen um Erkenntnisse der Informatik, die für ihre Lebenswelt bedeutsam sind; sie beschreiben die gesellschaftliche und menschheitsgeschichtliche Wirkung von Informatik, erläutern grundlegende Konzepte und Methoden der Informatik anhand ausgewählter Phänomene sowie modellieren und implementieren exemplarisch eine lebensweltbezogene Problemstellung. Es wurden und werden Veranstaltungsformate angelegt und erprobt, die den Transfer von informatischen Fachkonzepten und -methoden auf ihren eigenen Studiengang als Entwicklungsaufgabe für die Studierenden aufbereiten [Projektübung, Projektseminar, semesterbegleitende (dezentrale) Projektaufgaben, Lernbausteine als Submodule]. Die Weiterentwicklung dieses Forschungsprojektes geschieht inzwischen auch in Austausch mit einer Arbeitsgruppe zur informatischen Bildung im landesweiten Verbundprojekt »Communities of Practices für eine innovative Lehrerbildung« (ComeIn). In diesem Zusammenhang werden konzeptuelle Gestaltungsideen und Erfahrungen zur Diskussion gestellt; andersherum profitiert die lokale Lehrveranstaltung von dem informatikdidaktischen Diskurs mit den anderen Standorten; schließlich Verbundprojekt zu erproben. Daraus werden im Projekt ComeIn, an dem auch Vertreter*innen der zweiten und dritten Phase beteiligt sind, Fortbildungsangebote für Lehrkräfte aller Phasen entwickelt.

In dem Forenbeitrag werden die Teilnehmenden nach der Vorstellung der Entwicklungen und Erfahrungen zur Konzeption von informatischen Lehrveranstaltungen für alle Lehrkräfte mit den Vertreterinnen und Vertretern der verschiedenen Standorte und Phasen ins Gespräch kommen. Dabei ist vorgesehen, insbesondere folgende Herausforderungen mit den Teilnehmenden zu diskutieren: 1. Welcher Quantität und Qualität informatischer Bildung bedarf es in der Bildung von Lehrkräften? 2. Wie kann der Transfer von Konzepten zur informatischen Bildung aus der ersten Phase in die zweite bzw. dritte Phase der Bildung von Lehrkräften gelingen?

Referentinnen und Referenten/Moderator

Daniel Losch, QLB-Projekt »Kohärenz in der Lehrerbildung«, Bergische Universität Wuppertal
Denise Schmitz, QLB-Projekt »Communities of Practices NRW für eine Innovative Lehrerbildung«, Bergische Universität Wuppertal
Prof. Dr. Ludger Humbert, QLB-Projekt »Kohärenz in der Lehrerbildung«, QLB-Projekt »Communities of Practices NRW für eine Innovative Lehrerbildung«, Bergische Universität Wuppertal