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Freitag 02.10.2026, 19:00 Uhr
Aus den Akten auf die Bühne: Bremen voran! Von der "Bremen Enclave" zum selbständigen Land (1945–47)

Szenische Lesung mit der bremer shakespeare company

Vor 75 Jahren wurde die Freie Hansestadt Bremen wieder ein demokratisch verfasstes, eigenständiges Land mit den zwei Städten Bremen und Bremerhaven. Unter der NS-Herrschaft hatte das Land seine Selbständigkeit verloren und Teil des Gaus Weser-Ems geworden. Am 22. Oktober 1947 trat die neue Landesverfassung in Kraft, die in der Fassung von 2019 bis heute gültig ist (mit verschiedenen Änderungen seit 1953, der jüngsten in 2021). Noch vor der Währungsreform 1948 und vor der Gründung der Bundesrepublik 1949 hatten die Wahlberechtigten in einem Referendum die neue Verfassung angenommen, die von Senat und Bürgerschaft beschlossen und von der amerikanischen Militärregierung genehmigt worden war. Präambel der Verfassung: Erschüttert von der Vernichtung, die die autoritäre Regierung der Nationalsozialisten unter Missachtung der persönlichen Freiheit und der Würde des Menschen in der jahrhundertealten Freien Hansestadt Bremen verursacht hat, sind die Bürger dieses Landes willens, eine Ordnung des gesellschaftlichen Lebens zu schaffen, in der die soziale Gerechtigkeit, die Menschlichkeit und der Friede gepflegt werden, in der der wirtschaftlich Schwache vor Ausbeutung geschützt und allen Arbeitswilligen ein menschenwürdiges Dasein gesichert wird.

In der Lesung werden die Akteur:innen vorgestellt, die an diesem Demokratisierungsprozess beteiligt waren. Warum genehmigten die Alliierten die bereits 1946 von der Bürgerschaft beschlossene Verfassung nicht? Über welche Themen waren die Ansichten der Parteien von KPD bis CDU besonders unterschiedlich? Über welche Themen haben die Abgeordneten ausführlich und intensiv debattiert? Wie berichteten die Medien über die Beratungen zur Verfassung? Haben die Menschen in Bremen und Bremerhaven die Entstehung der Verfassung verfolgt – trotz Hunger, Kälte, Wohnungsnot in den zerstörten Städten und der Suche nach Angehörigen? Die Lesung zeichnet den Weg des Landes Bremen in seine Eigenständigkeit nach.


Veranstaltungsort: Theater am Leibnizplatz

Samstag 03.10.2026, 19:00 Uhr
Aus den Akten auf die Bühne - "Ich wollte mein Recht"... Über 40 Jahre lang staatenlos - Die Ausbürgerung der Bremerin Wilma Szwajka

Szenische Lesung aus der Reihe »Aus den Akten auf die Bühne« mit der bremer shakespeare company

Am 4. Juni 1949, zwei Wochen nach Inkrafttreten des Grundgesetzes, heiratet die Bremerin Wilma Helmers den ehemaligen Zwangsarbeiter Oleksa Szwajka, der 1942 mit 19 Jahren von den Nazis aus Galizien nach Bremen verschleppt worden war und schwer lungenkrank überlebt hat.
6 Wochen nach der Hochzeit entziehen Bremer Behörden Wilma Szwajka aufgrund des Reichs- und Staatsangehörigkeitsgesetzes von 1913 die deutsche Staatsangehörigkeit. Über 40 Jahre muss die Familie (Oleksa, Wilma und ihre drei Kinder) staatenlos leben. Regelmäßig muss sie zur Ausländerpolizei, um ihre Aufenthaltsgenehmigung zu verlängern und bestätigen zu lassen, dass „das Leben der Frau B. keinen Anlaß zu Beschwerden“ gibt.
Erst 1986 erklärt sich ein Anwalt bereit, sie zu vertreten: der 31 Jahre alte Bernhard Docke aus der Kanzlei Heinrich Hannover. 1991 entscheidet das Verwaltungsgericht endlich, dass das Vorgehen der Behörden rechtswidrig war und Wilma Szwajka ihre deutsche Staatsangehörigkeit nie verloren hat. 1993 übergibt Bürgermeister Wedemeier Oleksa Szwajka die Einbürgerungsurkunde und bittet im Namen Bremens um Entschuldigung für erlittenes Unrecht.

Karten unter: www.shakespeare-company.com

 


Veranstaltungsort: Theater am Leibnizplatz

Sonntag 04.10.2026, 20:00 Uhr
„Ein Nobody gegen Putin“

Was passiert, wenn eine Gesellschaft ihre Freiheit verliert? Wie verändert sich der Alltag, wenn demokratische Freiräume schwinden, staatliche Propaganda den Diskurs bestimmt und bereits Schulkinder im Sinne des Regimes indoktriniert werden?
Der Film „Ein Nobody gegen Putin“, 2026 mit dem Oscar als bester Dokumentarfilm ausgezeichnet, zeigt diesen Prozess eindrücklich aus der Perspektive von Pawel „Pasha“ Talankin. Pawel, Lehrer an einer Schule in der russischen Provinz, erlebt und beschreibt, wie nach Beginn der russischen Vollinvasion gegen die Ukraine sein Land und sein Arbeitsalltag sich innerhalb kürzester Zeit grundlegend verändern: Neue Unterrichtsinhalte werden vorgegeben, patriotische und militaristische Rituale halten Einzug und staatliche Ideologie bestimmt zunehmend, was Kinder und Jugendliche lernen. Pawel Talankin hält diese Entwicklung mit seiner Kamera fest.
Im Rahmen der Feierlichkeiten zum Tag der Deutschen Einheit diskutieren wir im Anschluss an den Film mit Pawel Talankin, wie autoritäre Strukturen entstehen und sich im Alltag einer Gesellschaft manifestieren. Was geschieht, wenn demokratische Freiheiten Schritt für Schritt zurückgedrängt werden? Welche Rolle spielt Bildung? Und (wie) kann man sich solch einer Entwicklung entgegenstellen?
Der Film richtet den Blick darauf, dass Demokratie und Freiheit nicht selbstverständlich sind und immer wieder geschützt und verteidigt werden müssen – bevor es zu spät ist.

Eine Veranstaltung der Forschungsstelle Osteuropa an der Universität Bremen in Kooperation mit dem Bremer Bündnis für deutsch-tschechische Zusammenarbeit e.V. und der Heinrich-Böll-Stiftung Bremen. 
 


Veranstaltungsort: City 46

Montag 05.10.2026, 19:30 Uhr
Wahlmanipulation im digitalen Zeitalter: Wo liegen die Gefahren?

Referentin: Dr. Laura Jung, BADW

Weitere Auskünfte: Hr. Bijan Kafi, Tel.: 04221 9160-171 oder bkafi@hanse-ias.de 


Veranstaltungsort: Hanse-Wissenschaftskolleg, Lehmkuhlenbusch 4, 27753 Delmenhorst

Montag 05.10.2026, 19:30 Uhr
Der OP der Zukunft: Was leisten neue digitale Assistenzsysteme in der Medizin?

Referent: Prof. Dr. med. Dirk Weyhe, Pius Hospital Oldenburg/ Universitätsmedizin Oldenburg 

Weitere Auskünfte: Hr. Bijan Kafi, Tel.: 04221 9160-171, bkafi@hanse-ias.de


Veranstaltungsort: Lehmkuhlenbusch4, 27753 Delmenhorst

Mittwoch 14.10.2026, 17:00 Uhr
Podiumsdiskussion: Die wilden 70er Jahre in Bremen: Raubdrucke in Bibliotheken und Buchhandlungen

Die SuUB und ihr Freundeskreis laden anlässlich der Finissage der Ausstellung Schwarzer Markt Rote Bücher zur Podiumsdiskussion ein:

Die wilden 70er Jahre in Bremen: Raubdrucke in Bibliotheken und Buchhandlungen

In der Bibliothek existiert eine kleine Sammlung zeitgenössischer Raubdrucke und "grauer Literatur" mit zumeist linken, politischen Inhalten, deren Veröffentlichung und Distribution außerhalb des offiziellen Buchhandels erfolgte.
Wer erstellte die Raubdrucke?
Wie gelangten sie in die Bibliothek?
Welche Rolle spielten die Bremer Buchhandlungen?
Welche Bedeutung haben Raubdrucke für die aktuelle wissenschaftliche Forschung?
Diese Fragen diskutieren Bremer Zeitzeugen mit Prof Dr. Annette Gilbert (Universität Erlangen).

Es diskutieren:
Dr. Jürgen Babendreier (ehemaliger Erwerbungsleiter SuUB), Günter Rodewald (Bremer Raubdruckverleger), Hermann Figge (Bremer Buchhändler), Knud Falck (Bremer Buchhändler), Prof. Tania Prill (Hochschule für Künste Bremen), Prof. Dr. Annette Gilbert (Universität Erlangen)

Die Podiumsdiskussion wird moderiert von Maria Elisabeth Müller (Direktorin SuUB). 

Außerdem stellt Annette Gilbert die im Rahmen des Forschungsprojekts "Schwarzer Markt für rote Bücher" entstandene Online-Sammlung von Zeitzeugeninterviews vor, die an diesem Abend erstmals öffentlich zugänglich gemacht wird.


Veranstaltungsort: Staats- und Universitätsbibliothek Bremen

Mittwoch 28.10.2026, 19:00 Uhr
Aus den Akten auf die Bühne – Der lange Weg zum eigenen Haus auf dem Marktplatz - Vor 60 Jahren wurde das Haus der Bürgerschaft eingeweiht

Szenische Lesung mit der bremer shakespeare company:

Am 9. September 1966 wurde das erste Gebäude für die Bürgerschaft in Bremen eingeweiht – in der Geschichte der Bundesrepublik ein außergewöhnliches Ereignis. Die szenische Lesung gibt zum Jahrestag direkt vor Ort Einblicke in die politischen, gesellschaftlichen Debatten und Auseinandersetzungen rund um den Neubau der Bürgerschaft.

Eintritt frei, Anmeldung erbeten: https://www.shakespeare-company.com/programm/der-lange-weg-zum-eigenen-haus-auf-dem-marktplatz-aus-den-akten-auf-die-buehne

 


Veranstaltungsort: Festsaal Haus der Bürgerschaft