Fachbereich 12 - Erziehungs- und Bildungswissenschaften

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Nachruf auf Prof. Dr. Hedwig Ortmann

Mit Dankbarkeit und Respekt gedenken wir am FB12 unserer ehemaligen Kollegin Prof. Dr. Hedwig Ortmann, geborene Miniszewski, Hedwig Ortmann wurde am 24. April 1937 in Duisburg geboren. 1962 begann sie ihr vierjähriges pädagogisches Studium an der Pädagogischen Hochschule Bonn und wechselte bereits nach dem zweiten Semester an die Pädagogische Hochschule Berlin. Dort legte sie im März 1966 die Erste Staatsprüfung für das Lehramt erfolgreich ab. Im Anschluss widmete sie sich mit großem wissenschaftlichem Engagement dem Studium der Pädagogik, Soziologie und Germanistik an der Universität Kiel. Dieses Studium schloss sie im März 1970 mit dem Magister ab. Im Juni 1972 promovierte sie an der Universität Tübingen im Fachbereich Sozial- und Verhaltenswissenschaften im Fach Pädagogik zur Dr. phil.

Ein bedeutender Abschnitt ihres beruflichen Wirkens begann mit der Berufung zur C4-Professorin auf Lebenszeit an die damals noch junge Reformuniversität Bremen. Vom September 1974 bis zum Eintritt in ihren Ruhestand im August 2002 prägte sie als Professorin für Erziehungswissenschaften.

In Ihrem wissenschaftlichen Werk verband sie die kritische Analyse sozialer Ungleichheit mit Fragen von Bildung, Geschlecht, Mutterschaft, Selbstbildung und pädagogischer Beziehung. Bereits ihre frühe Arbeit "Arbeiterfamilie und sozialer Aufstieg. Kritik einer bildungspolitischen Leitvorstellung" setzte sich kritisch mit dem Versprechen auseinander, Bildung allein könne sozialen Aufstieg und gesellschaftliche Teilhabe sichern. Später rückten feministische Bildungswissenschaft, Frauen- und Geschlechterforschung sowie humanistische und gestaltpädagogische Perspektiven in den Mittelpunkt ihres Denkens. Besonders hervorzuheben ist ihr Beitrag zur institutionellen Entwicklung der erziehungswissenschaftlichen Frauen- und Geschlechterforschung. 1982 leitete sie auf dem 8. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Erziehungswissenschaft in Regensburg das Symposium „Leben und Lernen jenseits patriarchaler Leitbilder“ mit, das als wichtiger Ausgangspunkt der späteren Sektion Frauen- und Geschlechterforschung in der Erziehungswissenschaft gilt.

Prof. Dr. Hedwig Ortmann galt als engagierte Hochschullehrerin, die Wissenschaft stets mit gesellschaftlicher Verantwortung verband. Ihr besonderes Anliegen war die Förderung junger Menschen. Zahlreiche Studierende erinnern sich an ihre Klarheit, ihre menschliche Zugewandtheit und ihre Leidenschaft für gute Lehre. Für ihr herausragendes Engagement wurde sie 1997 gemeinsam mit Ulrike Becker und Witha Winter von Gregory mit dem Berninghausenpreis der Universität Bremen für hervorragende Lehre ausgezeichnet.

Mit Hedwig Ortmann verlieren wir eine beeindruckende Wissenschaftlerin, eine engagierte Pädagogin und einen warmherzigen Menschen. Unser Mitgefühl gilt ihrer Familie und allen, die ihr verbunden waren.

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Angesichts der aktuellen (welt-)politischen Lage und ihrer Auswirkungen auf die Zunahme von Antisemitismus und antimuslimischem Rassismus in Deutschland hat sich der FB12 entschlossen, Ansprechpartner*innen für betroffene Studierende zu benennen.

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