Lucretia

Interdisziplinäre Tagung
Lucretia
Schändung. Tod. Umsturz.

Lucretia, Gattin des Collatinus, vom römischen Königssohn Sextus Tarquinius vergewaltigt, verpflichtet ihren Gatten sowie L. Iunius Brutus und P. Valerius zur Rache und tötet sich selbst. Dieser Vorfall leitet die Vertreibung der Tarquinier aus Rom und damit den Sturz der Königsherrschaft ein.

Livius überliefert die Geschichte als politische Tat im Zusammenhang mit der Vertreibung der Könige aus Rom. Lucretia ist hier die tugendhafte Matrone; Ovid stellt sie als Opfer ihrer Schönheit dar. Die Figur hat im Mittelalter und in der Neuzeit zahlreiche Künstler inspiriert.

vom 31. Mai - 3. Juni 2026
im Forum am Domshof, 28195 Bremen

Forum am Domshof

Teilnehmer/Teilnehmerinnen:

  • Prof. Dr. Sara Beimdieke (Universität zu Köln)
  • PD Dr. Esma Cerkovnik (Universität Zürich)
  • Prof. Dr. Dr. h. c. Tiziana Chiusi (Universität des Saarlandes)
  • Prof. Dr. Cora Dietl (Justus-Liebig-Universität Gießen)
  • Prof. Dr. Christoph Flamm (Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg)
  • Prof. Dr. Stefan Freund (Bergische Universität Wuppertal)
  • Dr. Roman Frolov (Staatliche Demidow-Universität Jaroslawl)
  • Dr. Philine Helas (Bibliotheca Hertziana, Max-Planck-Institut für Kunstgeschichte, Rom)
  • Dr. Carl Sean O’Brien (National University of Ireland, Maynooth)
  • PD Dr. Henri de Riedmatten (Universität Zürich)
  • Meinhard Saremba, Mannheim
  • Prof. Dr. Tassilo Schmitt (Universität Bremen)
  • Prof. Dr. Ulrich Tadday und Evelyn Reisch (Universität Bremen)
  • Prof. Dr. Bettina Uppenkamp (Hochschule für bildende Künste, Hamburg)
  • Prof. Dr. Roland Weidle (Ruhr-Universität Bochum)

Teilnehmer/-innen und Vorträge

1. Prof. Dr. Sara Beimdieke: Ernst Kreneks Tarquin:
eine katholische Re-Lektüre des Lucretia-Stoffes

2. PD Dr. Esma Cerkovnik: „In vieler Leute Händen uns
sehr bekannt“. Händels Lucrezia, Rom um 1700 und die Folgen

3. Prof. Dr. Dr. h.c. Tiziana Chiusi: Schuldkultur versus
Schamkultur: Lucrezia

4. Prof. Dr. Cora Dietl: Die Tugendheilige. Lucretia in
Heinrich Bullingers „Ein schön spil von der gschicht
der Edlen Römerin Lucretiae“ (um 1528) vor dem
Hintergrund der mittelalterlichen Lucretia-
Rezeption im deutschsprachigen Raum

5. Prof. Dr. Christoph Flamm: „Morte ai tiranni?“
Ästhetische und politische Ambivalenzen in
Ottorino Respighis Lucrezia

6. Prof. Dr. Stefan Freund: Ulta pudicitiam
libertatemque cruore. Lesarten der Lucretia-
Gestalt in der antiken Literatur

7. Dr. Roman Frolov: Lucretia und die politische Kultur
der römischen Republik: Die Dichotomie
privatus/magistratus in einem Übergangsmoment

8. Dr. Philine Helas: Zur Genese der Darstellung der
Geschichte der Lukretia im 14. und 15. Jahrhundert

9. Dr. Carl Sean O’Brien: Die Rezeption der Lucretia im
italienischen Humanismus

10. PD Dr. Henri de Riedmatten: Lucretia in Rom
um 1500: Zur Konstruktion des Ursprungs

11. Meinhard Saremba: Eine „experimentelle
Abweichung von der Norm des Repertoires“ -
Anmerkungen zu Brittens Oper The Rape of
Lucretia

12. Prof. Dr. Tassilo Schmitt: servire non posse.
Lucretia und die Freiheit

13. Prof. Dr. Ulrich Tadday und Evelyn Reisch: „Wer
Leben höher als die Freiheit schätzt, den mag der
Dolch die feige Brust durchstoßen.“ Heinrich
Marschners große ernsthafte Oper Lucretia.
Öffentliche Vorstellung der Edition (Erstausgabe)

14. Dr. Bettina Uppenkamp: Zur Rezeption der
Lucretia in der Kunst des Neoklassizismus

15. Prof. Dr. Roland Weidle: „the same story in very
different keys“: William Shakespeares Venus and
Adonis (1593) und The Rape of Lucrece (1594)