Forschung
Auf diesen Seiten finden Sie unsere laufenden und abgeschlossenen Projekte zum Thema Männerschuppen.
Forschungsprojekte der AG zum Thema Männerschuppen
Männerschuppen: Ein australisches Konzept für Deutschland (MARS+)
Laufzeit: 01.04.26-31.03.28
Förderung im Rahmen des Programms „Bildung und Engagement ein Leben lang“ (BELL) durch das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend und durch die Europäische Union über den Europäischen Sozialfonds Plus (ESF Plus).
Fragestellung und Vorgehen
In MARS+ werden Männerschuppen im norddeutschen Raum als strukturell neue Bildungsgelegenheiten etabliert und in ihrer selbst tragenden Verstetigung unterstützt sowie ihre Vernetzung untereinander gefördert. In den selbst organisierten, partizipatorisch ausgestalteten neuen Lernräume wird Peer-to-Peer Learning ergänzt durch externe Lern- und Bildungsangebote. Durch fortlaufende Bedarfsermittlungen wird das Angebot passgenau auf die Männerschuppen ausgerichtet und qualitativ weiterentwickelt.
Männerschuppen: Aufbau einer bundesweiten Vernetzungsstruktur
Laufzeit: 01.04.25-30.06.33
Kooperationspartner: Landesvereinigung für Gesundheit und Akademie für Sozialmedizin Niedersachsen Bremen e. V.
Förderung: Eigenmittel
Fragestellung und Vorgehen
Im Rahmen des Vorhabens sollen die in den anderen Projekten erlangten Erkenntnisse und die aufgebauten Netzwerke gebündelt und verstetigt werden. Es finden regelmäßige Treffen statt und es erscheint ein Newsletter.
Männerschuppen als Orte der kommunalen Gesundheitsförderung: Das Konzept Männerschuppen im europäischen Kontext
Laufzeit: 01.08.24-31.12.25
Förderung: Internationalisierungsfonds der Universität Bremen sowie Eigenmittel
Fragestellung und Vorgehen
Männerschuppen haben in Deutschland ein enormes Potential für eine Verbreitung, aber auch für eine Weiterentwicklung des Ansatzes und unter Umständen eine Ausdehnung auf andere Bevölkerungsgruppen. In diesem Vorhaben soll eine Kooperation mit Forschenden aus Ländern, die längere und vielfältigere Erfahrungen mit dem Konzept haben, aufgebaut werden. Diese Potenziale wie auch Ansätze für gemeinsame Forschungsaktivitäten wurden im Rahmen dieses Vorhabens sondiert und erste Aktivitäten initialisiert.
Ergebnisse
Zum Zweck der Sondierung fanden mehrere Treffen statt, ein Treffen an der Glasgow Caledonian University in Schottland/UK (GCU), ein Treffen an der South East Technological University in Irland (SETU) sowie ein Treffen an der Universität Bremen. Jede der drei Treffen bestand aus einem 1-tägigen Workshop und dem Besuch mehrere Männerschuppen. Während der Workshops wurden jeweils Möglichkeiten der Zusammenarbeit, gemeinsame Themenschwerpunkte sowie konkrete Schritte diskutiert. Die Besuche der Männerschuppen dienten zum einen dazu, einen Einblick in kulturelle Gemeinsamkeiten und Unterschiede verschiedener Männerschuppen in den drei Ländern zu gewinnen, zum anderen sollten auch unterschiedliche Ansätze in den jeweiligen Ländern untersucht werden. Die Ergebnisse flossen in einen gemeinsamen Forschungsantrag.
Männerschuppen als Orte der Prävention und Gesundheitsförderung im kommunalen Setting für Männer ab 50 Jahren (MARS)
Laufzeit: 01.04.22-31.03.25
Kooperationspartner: Landesvereinigung für Gesundheit und Akademie für Sozialmedizin Niedersachsen Bremen e. V. (LVG & AFS)
Förderung: Bundesministerium für Gesundheit (BMG); Förderkennzeichen: 2522FSB10A+B
Fragestellung und Vorgehen
Viele klassische Angebote der Gesundheitsförderung und Prävention richten sich inhaltlich und hinsichtlich der Ansprache eher an Frauen als an Männer. Entsprechend nehmen auch mehr Frauen als Männer an solchen Angeboten teil. Um dem entgegenzuwirken, hatte das Modellprojekt MARS – Männerschuppen als Orte der Prävention und Gesundheitsförderung im kommunalen Setting für Männer ab 50 Jahren – zum Ziel, das Konzept der Männerschuppen, welches seinen Ursprung in Australien findet, auf Nordwestdeutschland zu übertragen und zu erproben.
Insgesamt wurden im Rahmen des Projekts acht Männerschuppen in Bremen und Niedersachsen gegründet, deren Aktivitäten gemeinsam mit teilnehmenden Männern ausgestaltet wurden. Nach der Umsetzungsphase wurden die Schuppen von den Teilnehmern selbstständig fortgeführt. Dadurch wurde sichergestellt, dass die Männerschuppen auch nach Ende der Projektlaufzeit fortbestehen. Als begleitende Austauschmöglichkeit wurden regelmäßige Treffen organisiert. Im Rahmen der Begleitforschung wurde unter anderem untersucht, welche förderlichen und hinderlichen Faktoren die Übertragbarkeit des Konzepts auf den deutschsprachigen Raum beeinflussen.
Ergebnisse
Das Konzept der Männerschuppen wurde erfolgreich auf deutsche Verhältnisse übertragen. Im Projektverlauf wurden acht Männerschuppen aufgebaut. Die Teilnehmerzahlen variierten, die Zahl der festen Teilnehmer stieg jedoch in den meisten Schuppen. Zum Projektende nahmen insgesamt 183 Männer teil.
Die dabei gewonnenen Erkenntnisse wurden in einem 36-seitigen Leitfaden gebündelt, die Informationen zum Konzept sowie Empfehlungen zu Gründung und Betrieb enthält. Thematisiert werden unter anderem unterschiedliche Aktivitäten, Räumlichkeiten, Finanzierung, Haftung, Sicherheit, Öffentlichkeitsarbeit und Organisation. Der Leitfaden ist gedruckt und digital (hier) verfügbar.
Als fördernde und hinderliche Faktoren wurden standortbezogene, schuppenbezogene, gruppenbezogene und individuelle Faktoren identifiziert. Dazu zählen insbesondere geeignete und zugängliche Räumlichkeiten, finanzielle Mittel und vielfältige Aktivitäten, klare Kommunikations- und Organisationsstrukturen, eine ausreichende Gruppengröße und gemeinsame Interessen sowie Motivation und verfügbare Zeit der Teilnehmer.
Die Rekrutierung von Trägern und Kooperationspartnern erwies sich als zeitaufwendiger als geplant. Gründe waren vor allem der geringe Bekanntheitsgrad des Konzepts, fehlende Umsetzungsstrukturen, Abstimmungsbedarf zwischen verschiedenen Akteuren sowie personelle und zeitliche Engpässe.
Der partizipative Ansatz erwies sich trotz des hohen Zeit- und Ressourcenaufwands als zentral für eine nachhaltige und bedürfnisorientierte Umsetzung. Die Männer bestimmten die organisatorische und inhaltliche Ausgestaltung weitgehend selbst und wurden je nach Bedarf durch das Projektteam begleitet. Auch Gruppen mit besonderen Herausforderungen, etwa aufgrund von Sprachbarrieren oder unterschiedlichen biografischen Hintergründen, konnten durch intensive Unterstützung erfolgreich eingebunden werden.
Männerschuppen als gemeindebezogene Gesundheitsförderung für Männer plus 50 (MASH)
Laufzeit: 01.11.20-31.12.21
Förderung: Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF); Förderkennzeichen 01EL2026
Fragestellung und Vorgehen
Bislang gab es keine stabile Erkenntnis über die wissenschaftliche Evidenz der Wirksamkeit von Männerschuppen als Konzept der Gesundheitsförderung. Im Projekt MASH wurde daher ein systematischer Mixed-Methods-Review erstellt, in dem die vorhandene Evidenz zusammengefasst und Forschungslücken identifiziert wurden. Leitend waren die folgenden Fragestellungen:
- Wie ist die wissenschaftliche Evidenz für die Effektivität der Wirkung gemeindebasierter Männerschuppen auf a) den subjektiven Gesundheitszustand, b) das subjektive Wohlbefinden und c) die soziale Isolation von älteren Männern ab 50 Jahren?
Da bislang in Deutschland kaum Erfahrungen zur Implementation von gemeindebasierten Männerschuppen bestehen, sollen zusätzlich anhand der einbezogenen Literatur Erkenntnisse zusammengetragen werden, die für einen möglichen Transfer des Konzepts in Deutschland relevant sind. Hier sollen die folgenden Fragestellungen untersucht werden:
- Welche Rahmenbedingungen (bspw. Öffnungszeiten) haben Einfluss auf Teilnahme und Nachhaltigkeit? Welche potenziell unerwünschten Effekte werden berichtet und wie können diese verhindert werden?
- Welche Subgruppen älterer Männer nehmen an Männerschuppen teil und welche nicht?
Ergebnisse
Der systematische Review wurde registriert (PROSPERO; CRD42020219390) und das Protokoll vorab veröffentlicht. Insgesamt wurden 52 Studien in den Review eingeschlossen, davon waren 35 qualitativ, 8 quantitative und 9 mixed-methods-Studien. Die Qualität der eingeschlossenen Studien war oft niedrig, sehr häufig fehlte die für die Bewertung der Qualität notwendige Information.
Die Ergebnisse zeigen, dass die Teilnahme an Männerschuppen mit dem subjektiven Gesundheitszustand, dem subjektiven Wohlbefinden und sozialer Isolation bei Männern ab 50 Jahren assoziiert ist. Obwohl sich andeutet, dass Mitglieder von Männerschuppen durch die Teilnahme körperlich aktiver sind, beziehen sich die gesundheitlichen Vorteile von Männerschuppen hauptsächlich auf die mentale Gesundheit. Dies entspricht früheren Forschungen, die berichten, dass es nur geringe Belege für die Auswirkungen von Männerschuppen auf die körperliche Gesundheit gibt. Bezüglich der Vorteile der Beteiligung an einem Männerschuppen in Bezug auf soziale Isolation stimmen unsere Ergebnisse mit denen früherer Übersichtsarbeiten überein. Die Teilnahme an Männerschuppen wirkt sozialer Isolation und Einsamkeit älterer Männer entgegen und führt zu Verbesserungen ihres Wohlbefindens.
Wir haben drei Hauptmerkmale identifiziert, die zum Erfolg eines Männerschuppens hinsichtlich Teilnahme und Nachhaltigkeit beitragen: 1. Geeignete Räumlichkeiten, 2. eine ausreichende Finanzierung und 3. Führung und Organisation der Männerschuppen durch die teilnehmenden Männer. Allerdings konnten weitere Informationen bezüglich Übertragung und Umsetzung von Männerschuppen, zum Beispiel Merkmale der Teilnehmer oder unerwünschte Effekte, aus den einbezogenen Studien nicht gewonnen werden. Zukünftige Studien sollten sich daher darauf konzentrieren, ausreichende Informationen darüber zu sammeln, wie das Konzept der Männerwerkstätten erfolgreich in anderen Ländern übertragen und umgesetzt werden kann.
