UNICON - Soziale Unterschiede im Ernährungsverhalten

Willkommen beim UNICON-Projekt

Wir freuen uns, dass Sie sich für unsere Forschung interessieren!

Auf dieser Webseite finden Sie alle wichtigen Informationen zu unserer Studie, die im Rahmen des UNICON-Projekts durchgeführt wird. UNICON wird als Kooperationsprojekt der Universität Bremen und der Universität Mannheim durchgeführt und untersucht, wie soziale Ungleichheiten das Ernährungsverhalten beeinflussen. Dabei betrachten wir nicht nur, was Menschen essen, sondern auch, in welchen Situationen und unter welchen Bedingungen Mahlzeiten stattfinden. Zudem analysieren wir psychosoziale Faktoren, die mit sozialen Ungleichheiten und Ernährungsverhalten in Verbindung stehen.

Um ein möglichst genaues und realitätsnahes Bild der Essgewohnheiten unserer Teilnehmenden zu erhalten, setzen wir eine App ein, die Teilnehmende auf ihrem Smartphone installieren. An den Tagen der Datenerhebung dokumentieren die Teilnehmenden eigenständig, was sie wann gegessen haben, wie es ihnen geht und was sie an dem Tag gemacht und wahrgenommen haben. Nach Abschluss der Datenerhebung und Analyse der Daten werden die Ergebnisse der UNICON-Studie in wissenschaftlichen Fachartikeln veröffentlicht.

Weitere Informationen zu Ablauf, Technik und Datenschutz finden Sie weiter unten auf dieser Seite und falls Sie Interesse an einer Teilnahme haben, finden Sie unter der Seite "Teilnahme“ alle relevanten Informationen zur Anmeldung und zur Nutzung der App. Wenn Sie Fragen haben oder mit uns in Kontakt treten möchten, stehen Ihnen die Kontaktdaten der Studienkoordination unter "Team/Kontakt“.“ zur Verfügung.

Antworten auf häufig gestellte Fragen finden Sie unter dem Menüpunkt "Häufige Fragen (FAQs)". Alle Informationen finden Sie auch auf Türkisch, indem Sie oben rechts auf das Feld "Türkische Übersetzung / Türkçe çeviri" klicken. 

Wir freuen uns über Ihr Interesse und hoffen, Sie bald als Teilnehmende begrüßen zu dürfen!

Das UNICON-Projekt untersucht, wie soziale Ungleichheiten das Ernährungsverhalten beeinflussen. Studien zeigen immer wieder, dass sich Menschen mit unterschiedlichem Einkommen, Bildungsniveau oder Wohnort unterschiedlich ernähren. Ernährung ist dabei keine rein individuelle Entscheidung, sondern wird von vielen äußeren Faktoren mitbestimmt.

So spielen finanzielle Möglichkeiten eine große Rolle, denn frisch zubereitete, gesunde Mahlzeiten sind oft teurer als verarbeitete Fertigprodukte. Auch die Verfügbarkeit von Lebensmitteln macht einen Unterschied: In manchen Stadtteilen gibt es viele Supermärkte mit frischem Angebot, in anderen dominieren Fast-Food-Ketten und kleine Kioske. Hinzu kommen soziale Einflüsse wie der Ernährungsstil von Familie und Freund:innen, gesellschaftliche Normen sowie Zeitmangel und Stress.

UNICON setzt genau hier an. Wir möchten nicht nur wissen, wer was isst, sondern auch wann, wo und unter welchen Umständen Ernährungsentscheidungen getroffen werden. Wie verändert sich das Essverhalten bei Stress oder schlechter Stimmung? Welche Rolle spielt das direkte Umfeld? Um soziale Ungleichheiten zu erfassen, fragen wir unter anderem nach Bildung, Geschlecht, Einkommen, Beruf und Diskriminierungserfahrungen sowie danach, welche Rolle Ernährung im Leben der Teilnehmenden spielt.

Um diese Fragen zu beantworten, nutzt die Studie unter anderem die Methode des „Ecological Momentary Assessment (EMA)“, bei der Teilnehmende über eine App regelmäßig eintragen, was sie gegessen haben und in welchem Umfeld sie sich dabei befanden. Diese Echtzeit-Datenerhebung im Alltag der Teilnehmenden ermöglicht eine genauere Analyse als einmalige Befragungen, da sie direkt im Alltag der Menschen ansetzt und das Ernährungsverhalten nicht erst im Nachhinein rekonstruiert werden muss.

Unser Ziel ist es, Barrieren für eine gesunde Ernährung besser zu verstehen und darauf aufbauend Maßnahmen zu entwickeln, die gesunde Ernährung für alle zugänglicher machen, unabhängig von Einkommen, Bildungsstand oder Wohnort.

Unsere erste Studie lief von August 2025 bis März 2026 und in der Zeit haben über 400 Personen an unserer Studie teilgenommen. Unsere zweite Studie beginnt im Januar 2027. 

Zur Erfassung des Ernährungsverhaltens bitten wir die Teilnehmenden, an bis zu 21 aufeinanderfolgenden Tagen in einer auf ihrem Smartphone installierten App zu dokumentieren, was sie während der Studientage gegessen, getrunken und erlebt haben. Da wir auch untersuchen möchten, inwiefern der Kontext, die Mitmenschen und die Umgebung der Esssituation mit dem Ernährungsverhalten zusammenhängen, erfassen wir mithilfe der GPS-Funktion des Smartphones zusätzlich den Standort der Teilnehmenden, wenn sie die Fragebögen beantworten. Alle erhobenen Daten werden aber selbstverständlich ausschließlich mit dem Einverständnis der Teilnehmenden erhoben.

Um soziale Ungleichheiten systematisch erfassen zu können, erfragen wir Informationen zu verschiedenen Merkmalen der Teilnehmenden: etwa deren Bildungsstand, Geschlecht, Einkommen, berufliche Tätigkeit sowie zu möglicherweise erlebten Diskriminierungserfahrungen. Darüber hinaus interessieren uns, welche Rolle die Ernährung im Leben der Teilnehmenden spielt und wie die Ressourcen und Möglichkeiten bezüglich der Auswahl und Zubereitung von Lebensmitteln wahrgenommen werden.

Insgesamt füllen Teilnehmende vier Arten von Fragebögen aus:

1. Einstieg: Zu Beginn beantworten Studienteilnehmende einmalig Fragen zu Ihrer Person und Ernährungsgewohnheiten

2. Situationsbericht: Teilnehmende erhalten viermal täglich eine Benachrichtigung und geben an, ob und wann sie etwas gegessen haben. Der Standort wird dabei erfasst.

3. Abendbericht: Sie beantworten hier Fragen zu ihrem Tag und können uns auch Sprachaufnahmen schicken.

4. Ende der Studie: Es gibt einen kurzen Fragebogen zum Abschluss, um Feedback zur Studie zu erhalten und Daten für die Überweisung der Aufwandsentschädigung erfassen zu können.

Wir verarbeiten Ihre Daten und einige Wochen nach Abschluss der Studie erhalten Teilnehmende ihre Aufwandsentschädigung.  

Der Schutz Ihrer Daten hat für uns oberste Priorität. Vor Beginn der Studie wurde der Ethikkommission der Universität Bremen und der Universität Mannheim ein Datenschutzkonzept vorgelegt. Die Teilnahme an der gesamten Studie ist vollkommen freiwillig und kann jederzeit ohne Angabe von Gründen beendet werden, ohne dass Ihnen dadurch Nachteile entstehen.

Wie werden Ihre Daten gespeichert?

Alle von Ihnen eingegebenen Informationen, einschließlich Ihrer Antworten in den Fragebögen, werden sicher und pseudonymisiert gespeichert. ExpiWell erhebt nur die Daten, die für die Studie notwendig sind. Wenn GPS-Daten erfasst werden, geschieht dies ausschließlich mit Ihrer ausdrücklichen Zustimmung. Diese Standortdaten helfen uns zu verstehen, welche Umwelteinflüsse das Ernährungsverhalten beeinflussen.

Ihre Daten werden während der Studie auf den Servern von ExpiWell gespeichert. ExpiWell nutzt Server in den USA, was bedeutet, dass Daten außerhalb der EU verarbeitet werden. Das Unternehmen gibt an, angemessene Sicherheitsmaßnahmen zum Schutz der Daten zu implementieren. ExpiWell speichert die Daten in einer verschlüsselten Form, um unbefugten Zugriff zu verhindern. Da die App auch verschiedene Tracking-Technologien nutzen kann, kann möglicherweise auch Dritten Zugriff auf bestimmte Daten gewährt werden. ExpiWell versichert jedoch, dass keine Daten zu Werbezwecken verwendet werden und dass sie sich an die Datenschutzbestimmungen der USA, dem „Health Insurance Portability and Accountability Act” (HIPAA) und der auf den Standards der EU basierten ”General Data Protection Regulation” (GDPR) zu halten.

Was passiert mit meinen Daten?

Personenbezogene Daten (z. B. Bankverbindung, Name, Adresse, E-Mail-Adresse) werden nur erhoben, wenn Sie die Auszahlung der Aufwandsentschädigung auf Ihr Konto wünschen. Diese Daten werden in einer lokal gesicherten, passwortgeschützten Datenbank gespeichert, auf die nur autorisierte Mitarbeitende der Abteilung Prävention und Gesundheitsförderung Zugriff haben. Diese Mitarbeitenden sind zur Verschwiegenheit verpflichtet und geben Ihre Daten nicht an unbefugte Dritte weiter.

Nach Abschluss der Studie werden alle personenbezogenen Daten gelöscht. Die übrigen Forschungsdaten werden ausschließlich in anonymisierter Form für wissenschaftliche Analysen genutzt. Sie haben jederzeit das Recht, Ihre Zustimmung zur Speicherung und Verarbeitung Ihrer Daten zu widerrufen. In diesem Fall werden alle gespeicherten Informationen unverzüglich gelöscht, soweit dies mit den wissenschaftlichen Anforderungen der Studie vereinbar ist.

Wenn Sie Fragen zum Datenschutz haben, können Sie uns jederzeit unter uniconprotect me ?!uni-bremenprotect me ?!.de kontaktieren. Weitere Informationen zu den Datenschutzrichtlinien von ExpiWell finden Sie in der Datenschutzerklärung von ExpiWell: https://app.expiwell.com/privacy.

Hier finden Sie veröffentlichte Publikationen des UNICON-Teams zum Thema Ernährung und Gesundheitsverhalten:

Pedrós Barnils, N., Alazza, N. N. & Schüz, B. (2026). Social support mediates intersectional inequalities in fruit and vegetable intake in Germany. http://dx.doi.org/10.2139/ssrn.6613144

Pedrós Barnils, N., Alazza, N. N., Emmer, C., Callies, C. M., Mata, J., & Schüz, B. (2025). Soziale Unterschiede im Gesundheitsverhalten verstehen und verändern: Ernährung als Schnittstelle zwischen sozialer Ungleichheit und Gesundheit. Bundesgesundheitsblatt-Gesundheitsforschung-Gesundheitsschutz, 1–8. https://doi.org/10.1007/s00103-025-04099-1