Therapie
Allgemeines

Was macht unsere Behandlung für Erwachsene aus?
Als Universitätsambulanz bieten wir psychotherapeutische Behandlung für eine Vielzahl an psychischen Beschwerden im Rahmen von Lehre und Forschung an.
- Lehre: Psychologiestudierende wirken unter enger Supervision erfahrener Psychotherapeut:innen an der Behandlung mit – sei es durch das eigenständige Durchführen einzelner Elemente einer Sitzung oder durch Hospitationen.
- Forschung: Daten, die im Verlauf der Therapie erhoben werden, nutzen wir in anonymisierter Form für Forschungszwecke.
Indem Sie sich für eine Behandlung bei uns entscheiden, tragen Sie neben der Besserung Ihrer Beschwerden aktiv zur Ausbildung angehender Psychotherapeut:innen und dem wissenschaftlichen Fortschritt in der Behandlung psychischer Störungen bei Erwachsenen bei.

Wie läuft eine Behandlung ab in der Hochschulambulanz für Erwachsene?
Zu Beginn Ihrer Behandlung findet nach telefonischer Anmeldung ein erstes Gespräch vor Ort mit einer/m Psychotherapeut:in statt, in dem wir gemeinsam Ihre aktuelle Situation und die bestehenden Schwierigkeiten besprechen. Dabei informieren wir Sie ausführlich über verschiedene Therapiemöglichkeiten sowie die Zielsetzungen einer möglichen Behandlung. Wenn wir Ihnen ein geeignetes Therapieangebot im Rahmen von Lehre oder Forschung machen können, vereinbaren wir im Anschluss weitere Termine zur umfassenden Diagnostik.
Da die Hochschulambulanz Teil von Lehre und Forschung ist, profitieren Sie von einer besonders sorgfältigen diagnostischen Abklärung und einer Behandlung, die sich an aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen orientiert.
Im Mittelpunkt der Behandlung steht die Linderung belastender Symptome und die Verbesserung Ihrer Lebensqualität. Unsere therapeutischen Angebote orientieren sich stets am aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnisstand.

Wer übernimmt die Kosten?
Für Ihre psychotherapeutische Behandlung in der Psychotherapeutischen Hochschulambulanz Bremen bestehen folgende Möglichkeiten der Kostenübernahme:
- Gesetzliche Krankenversicherung (GKV)
Die Kosten einer psychotherapeutischen Behandlung werden von den gesetzlichen Krankenversicherungen übernommen, sofern eine entsprechende Indikation vorliegt. Bitte bringen Sie zu jedem Quartal Ihre elektronische Gesundheitskarte mit in die Ambulanz. - Private Krankenversicherung
Sind Sie privat versichert, empfehlen wir Ihnen, sich vorab bei Ihrer Versicherung über die spezifischen Bedingungen zur Kostenübernahme für psychotherapeutische Leistungen zu erkundigen. Die genauen Modalitäten und der Leistungsumfang können je nach Versicherungsvertrag variieren. Beihilfeberechtigte Patientinnen und Patienten sollten zudem Informationen bei ihrer Beihilfestelle einholen. Nach Einholung der notwendigen Informationen kann ein Antrag auf Psychotherapie bei Ihrer privaten Krankenversicherung gestellt werden. - Selbstzahler*innen
Selbstverständlich können Sie die Kosten Ihrer Behandlung auch selbst tragen. Die Abrechnung erfolgt in diesem Fall nach der Gebührenordnung für Psychotherapeuten (GOP). - Behandlung nach Arbeits- oder Dienstunfällen
Falls Sie aufgrund eines Arbeits- oder Dienstunfalls eine psychotherapeutische Behandlung benötigen, erkundigen Sie sich bitte bei Ihrer Berufsgenossenschaft (BG) oder Unfallkasse, ob unsere Ambulanz als Behandlungseinrichtung anerkannt ist. Bei einer Bewilligung durch die BG kann die Behandlung in unserer Einrichtung erfolgen. Erster Ansprechpartner ist hierbei in der Regel Ihr zuständiger Fallmanager bei der BG.
Acceptance & Commitmenttherapie

Die Psychotherapeutische Hochschulambulanz für Erwachsene der Universität Bremen bietet eine strukturierte Gruppentherapie auf Basis der Akzeptanz- und Commitment-Therapie an. Das Angebot richtet sich an Erwachsene, die unter psychischen Beschwerden wie anhaltender Niedergeschlagenheit, Sorgen und Ängsten oder erhöhtem Stresserleben leiden und sich eine alltagsnahe, praktische Behandlung wünschen.
Dieses Gruppenangebot findet im Rahmen eines Forschungsprojekts statt. Das bedeutet: Die Therapie orientiert sich an einem wissenschaftlich geprüften Behandlungskonzept und der Verlauf wird mit Fragebögen und diagnostischen Gesprächen begleitet, um besser zu verstehen, welche Faktoren zu einem erfolgreichen Therapieprozess beitragen. Für eine individuelle Einschätzung und weiterführende Informationen bieten wir Ihnen gerne ein unverbindliches Erstgespräch in unserer Sprechstunde an. Die Kosten hierfür übernimmt Ihre Krankenkasse.
Was ist Akzeptanz- und Commitment-Therapie?
Die Akzeptanz- und Commitment-Therapie ist ein psychotherapeutisches Verfahren aus der kognitiven Verhaltenstherapie. Ziel ist es, einen hilfreichen Umgang mit belastenden Gedanken und Gefühlen zu entwickeln und wieder mehr nach dem zu leben, was Ihnen persönlich wichtig ist. Dazu arbeiten wir mit verständlichen Modellen, praktischen Übungen und konkreten Schritten für den Alltag.

Was kann an Gruppentherapie hilfreich sein?
Viele Patientinnen und Patienten erleben die Gruppe als unterstützend und entlastend. Der Austausch kann helfen,
- sich verstanden zu fühlen und weniger allein mit den eigenen Problemen zu sein,
- neue Perspektiven und Bewältigungsstrategien zu entwickeln,
- Motivation und Verbindlichkeit im Alltag zu stärken,
- Veränderungen gemeinsam zu planen und umzusetzen.

Wie läuft die Gruppentherapie ab?
Dauer: 12 Wochen
Häufigkeit: einmal pro Woche
Sitzungsdauer: jeweils 2 Behandlungsstunden; 100 Minuten
Leitung: durch approbierte Psychotherapeut:innen (in der Regel mit Co-Leitung)
Vor Beginn führen wir ein Vorgespräch durch, um gemeinsam zu klären, ob die Gruppentherapie für Sie passend ist. Während der Behandlung werden außerdem wiederholt kurze Fragebögen eingesetzt. Zusätzlich gibt es Nachbefragungen einige Monate nach Ende der Gruppentherapie. So können wir prüfen, wie stabil Veränderungen sind und wie wir Behandlungsangebote weiter verbessern können. Alle Angaben werden vertraulich behandelt.
Wie können Sie teilnehmen?
Wenn Sie sich für die Gruppentherapie interessieren, nehmen Sie gerne Kontakt mit uns auf. In einem unverbindlichen Erstgespräch in unserer Sprechstunde klären wir Ihr Anliegen, beantworten Ihre Fragen und informieren Sie über den genauen Ablauf der Gruppe und des Forschungsprojekts. Gemeinsam entscheiden wir dann, ob dieses Angebot für Sie geeignet ist.
Psychotherapie im Rahmen der universitären Lehre

Die Psychotherapeutische Hochschulambulanz für Erwachsene der Universität Bremen ist gesetzlich ermächtigt, Psychotherapie im Rahmen der universitären Lehre im Studiengang Klinische Psychologie und Psychotherapie anzubieten.
Nutzen Sie das Angebot unserer Hochschulambulanz zur diagnostischen Abklärung und psychotherapeutischen Behandlung.
Auf dieser Seite finden Sie Antworten auf häufige erste Fragen. Für eine individuelle Einschätzung und weiterführende Informationen bieten wir Ihnen gerne ein unverbindliches Erstgespräch an. Die Kosten hierfür übernimmt Ihre Krankenkasse.
Welche Therapie können wir Ihnen im Rahmen der Lehre anbieten?
Wir bieten eine Kurzzeit-Psychotherapie für Erwachsene mit einer Gesamtdauer von bis zu zehn Monaten an (je nach Bedarf). Das Kurzzeittherapieprogramm ist kognitiv-verhaltenstherapeutisch ausgerichtet und fokussiert gezielt auf konkrete Problembereiche.

Wie ist der Ablauf einer Lehrtherapie?
Die Therapie gliedert sich in drei Abschnitte:
Erster Abschnitt (ca. 2-3 Sitzungen):
Im Rahmen eines ersten unverbindlichen Gesprächs mit einer/einem erfahrenen Psychotherapeut:in in unserer Sprechstunde lernen wir uns kennen. Wir klären gemeinsam, wie Ihre Anliegen einzuordnen sind, informieren Sie über die weiteren Abläufe und prüfen, ob eine Therapie im Rahmen der Lehre für Sie passen könnte. Selbstverständlich erhalten Sie die Möglichkeit ganz viele Fragen zu stellen. Erst wenn wir uns gemeinsam sicher sind, dass Sie von einer Lehrtherapie profitieren können, beginnt die eigentliche Therapie.
Zweiter Abschnitt (12 Sitzungen):
In den folgenden zwölf Therapiesitzungen wird die Therapie federführend von fortgeschrittenen Psychologiestudierenden durchgeführt, die sich im letzten Abschnitt ihres Masterstudiums befinden. Die Studierenden werden dabei eng begleitet durch die/den erfahrene:n Psychotherapeut:in, die Sie bereits im Rahmen der Sprechstunden kennengelernt haben. Diese bereiten die Sitzungen gemeinsam mit den Studierenden vor und nach und sind während der Therapiesitzungen jederzeit anwesend. In der Regel sind zwei bis maximal sechs Studierende an der Therapie beteiligt. Sie lernen alle beteiligten Studierenden zu Beginn der Therapie persönlich kennen.

Für Studierende gelten selbstverständlich dieselben rechtlichen und ethischen Standards wie für approbierte Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten. Sie unterliegen der Schweigepflicht – auch über das Ende der Behandlung hinaus – und verpflichten sich zu einem verantwortungsvollen Umgang mit Ihren Daten.
Inhaltlich liegt der Schwerpunkt dieses Abschnitts auf einer sorgfältigen Diagnostik, dem gemeinsamen Verständnis Ihrer Beschwerden sowie der Entwicklung eines individuellen Erklärungsmodells. Die Ergebnisse der Diagnostik werden ausführlich mit Ihnen besprochen. Darauf aufbauend wird ein therapeutisches Vorgehen entwickelt, das auf Ihre persönlichen Anliegen und Ziele abgestimmt ist. Sie entscheiden gemeinsam mit Ihrer Therapeutin oder Ihrem Therapeuten, ob dieses Vorgehen Ihren Erwartungen entspricht und welche Veränderungen Sie erreichen möchten.
Dritter Abschnitt (ca. sechs Monate):
Nach Abschluss der ersten zwölf Sitzungen ist der Teil mit den Studierenden beendet. Auf dieser Grundlage wird die Therapie nun alleine von dem/der erfahrenen Psychotherapeut*in fortgeführt. Der inhaltliche Schwerpunkt liegt hier nun auf konkreten Interventionen zur Linderung Ihrer Beschwerden.
Wie können Sie Zugang zu unserem Angebot erhalten?
Wenn Sie sich für einen ambulanten Therapieplatz im Rahmen unserer Lehre interessieren, laden wir Sie herzlich ein, mit uns Kontakt aufzunehmen. In einem unverbindlichen Erstgespräch in unserer Sprechstunde klären wir gemeinsam Ihr Anliegen, geben Ihnen einen Überblick über den weiteren Ablauf und schauen, ob dieses Behandlungsangebot für Sie passend ist. Gerne nehmen wir uns dabei Zeit für Ihre Fragen.
Eine Patientin der Ambulanz berichtet:
“Erst war ich sehr aufgeregt, aber ich habe schnell verstanden, dass die Studierenden ein ernsthaftes, professionelles Interesse an mir und meinem Anliegen haben und mir gerne helfen wollen. Ich fand es sehr spannend zu sehen, wie unterschiedlich die Therapeutinnen an mein Anliegen rangegangen sind und welche unterschiedlichen Fragen sie gestellt haben. Durch die Zusammenarbeit mit den studentischen Therapeutinnen habe ich sehr viel für mich mitgenommen.”
