Zum Hauptinhalt springen

Identität im Wandel - Prinzipien sozial nachhaltiger Führung und Interaktion in Organisationen

Projekmitarbeiterin:
Sylke Meyerhuber

Laufzeit:
06/2018 - fortlaufend

Finanzierung:
Eigenfinanzierung

Beschreibung:
Im Nachhaltigkeitsdiskurs wird das Ideal einer relativen Balance zwischen ökologischen, ökonomischen sowie sozialen (plus in neuerer Zeit kulturellen) Erwägungen für politische und organisationale Handlungsziele nahe gelegt. In der Praxis der Unternehmen als globale Treiber dieser drei Problem- und Handlungsfelder finden sich aus sozialwissenschaftlicher Perspektive allerdings Belege einer zunehmenden Unwucht auf Kosten des Menschen – menschenwürdige Arbeitsbedingungen sind auch durch bestehende Gesetzte nicht hinreichend garantiert; etwa die Hälfte der deutschen Arbeitnehmer/innen gehen heute vorzeitig in den Ruhestand, während psychische und somatische Beschwerden statistisch gesehen ansteigen. Gesetzliche Vorgaben wie ein Betriebliches Gesundheitsmanagement und Selbstverpflichtungskonzepte wie bspw. Corporate Social Responsibility reichen oft nicht hin, um adäquat gegen zu steuern. Für das Individuum geht es hierbei um das Verarbeiten täglicher Arbeitserfahrungen: wie sind Wohlbefinden und Gesundheit in der postmodernen Dynamik zu sichern? Unmittelbar auf den konkreten Alltag und Führungsaufgaben bezogen, geht es um eine achtsame Arbeits- und Interaktionsgestaltung im Kontext postmoderner Arbeitsorganisation.

Dabei finden Organisationen sich, ökonomisch getrieben, in einem permanenten Veränderungs- und Anpassungsdruck. Die in ihnen arbeitenden Menschen – in jeder Rolle – sind gehalten, sich hierzu ins Benehmen zu setzen. Wie geregelt und überlegt erfolgen Wandlungsprozesse, wie wird Betroffenen eine angemessene Aneignung und Verarbeitung ermöglicht oder diese auch behindert? Aus arbeits- und organisationspsychologischer Perspektive werden in diesem qualitativ angelegten Forschungsprojekt Aspekte der Dynamik zwischen dem Wandel in Organisationen und daraus resultierenden Wandlungsprozessen in den Menschen selbst untersucht. Verändert sich das Unternehmen, so wirkt sich dies aus auf die Rollen- und Aufgabenverteilung, die Arbeitsbelastungen sowie Motivation und Loyalitätsbindungen, kurz die Arbeitsidentität sowie Wohlbefinden und Gesundheit. Das Projekt setzt exemplarisch an verschiedenen Berufsbiographien und Wandlungsszenarien an und untersucht insbesondere Phasen der Erschütterung - Bruchstellen und Statuspassagen wie bspw. vorzeitiges Ausscheiden aus dem Berufleben, gesundheitlich ausgelöste Aufgabenwechsel, generationale oder kulturelle Diversity im Team, etc. Beleuchtet werden an konkreten Beispielen die Dialektik von objektiven Bedingungen und subjektivem Erleben, von Verarbeiten und Handeln.

Im Projektverlauf gewonnene Erkenntnisse münden sukzessive in Publikationen, welche empirisch aufgefundene Aspekte des postmodernen Arbeitserlebens theoriebasiert und empirisch reflektieren; stets im Verständnis einer emergenten Bezogenheit von objektiven Bedingungen sowie gruppenbezogenem und individuellem Handeln. Daraus werden v. a. Hinweise für eine sozial nachhaltige Führungs- und Interaktionspraxis in Organisationen gewonnen. Gewonnene Erkenntnisse werden auch in Expertenworkshops, Vorträgen sowie der universitären Lehre verarbeitet.

Projektleitung

Sylke Meyerhuber

Kontakt

Universität Bremen
Forschungszentrum Nachhaltigkeit
(SFG)
Enrique-Schmidt-Straße 7
28359 Bremen

Tel. +49 (0) 421 / 218-61852
Fax: +49 (0) 421/218-9861852
E-Mail: meyerhuberprotect me ?!uni-bremenprotect me ?!.de