Public AI
Der gezielte Einsatz von Künstlicher Intelligenz ist ein entscheidender Faktor für die digitale Transformation öffentlicher Dienste. Mit unseren Projekten widmen wir uns der praxisnahen Forschung zu zentralen Fragestellungen in diesem Bereich. Die Verwaltung öffentlicher Gelder im Rahmen von Vergabeverfahren hat aktuell einen höheren Stellenwert denn je. Jährlich steigende Volumina – etwa 500 Mrd. € im Jahr 2022 – sowie das 2025 verabschiedete Investitionspaket für Rüstung und Infrastruktur zeigen, dass es sich um einen bedeutenden Wachstumsmarkt handelt. Gleichzeitig birgt der Einsatz von Steuergeldern ein enormes Potenzial zur Förderung von Wirtschaft und Innovation (u.a. UN Sustainable Development Goal #8,9). Bevor diese Mittel jedoch ausgegeben werden können, müssen umfangreiche Beschaffungsprozesse durchlaufen werden. Deren Komplexität sowie die regulatorischen Hürden im Vergabeverfahren führen einerseits zu langwierigen Abläufen auf Seiten der Beschaffer, andererseits aber auch zu sinkenden Bieterzahlen.
Das Masterprojekt Public AI bietet eine praxisorientierte Möglichkeit, KI-gestützte Technologien und Produkte zu entwickeln, die gezielt auf die Herausforderungen der öffentlichen Beschaffung ausgerichtet sind. Im Bachelorprojekt Public AI arbeiten Studierende in kleinen, agilen Teams, die die Dynamik eines Start-ups simulieren. Ziel ist es, KI-basierte Lösungen zu konzipieren, zu entwerfen und umzusetzen, die öffentliche Beschaffungsprozesse effizienter und transparenter gestalten. Dabei erwerben die Teilnehmenden ein vertieftes Verständnis für die Abläufe in der öffentlichen Beschaffung sowie für die damit verbundenen digitalen Ökosysteme. Als Projektbetreuende bringen wir unsere Expertise in den Bereichen Public Procurement und Künstliche Intelligenz ein. Zusätzlich nutzen wir unser persönliches Netzwerk im öffentlichen Sektor – unter anderem zu CIOs, CDOs und IT-Dienstleistern in Bundesländern und Großstädten –, um reale Kontakte zu Vergabestellen in Deutschland zu ermöglichen. Die Teilnehmenden arbeiten an konkreten Herausforderungen, indem sie Daten aus E-Procurement-Systemen analysieren und ihre Ergebnisse in Open-Data-Plattformen integrieren. Dieser praxisnahe Ansatz befähigt die Studierenden, direkt nutzbare Lösungen für moderne öffentliche Beschaffungssysteme zu entwickeln. Der Kurs ist eng mit dem durch das BMBF geförderten Forschungsprojekt ProcurDat verknüpft und positioniert die Studierenden an der Schnittstelle zwischen akademischer Forschung und praktischer Anwendung. Durch die Auseinandersetzung mit aktuellen Entwicklungen in den Bereichen E-Procurement-Daten, Datenanalyse und Open-Data-Integration leisten die Teilnehmenden einen aktiven Beitrag zur laufenden Forschung und vertiefen zugleich ihr theoretisches und praktisches Wissen.

