Forschung
Wir beschäftigen uns vor allem mit der Bedeutung chemischer Verbindungen für die wechselseitige Kommunikation und Interaktion zwischen Pilzen und anderen Organismen.
Während die Bedeutung chemischer Signalstoffe für die Verteidigung von Pflanzen gegen Schadinsekten z.B. durch Anlockung von Fraßfeinden der Schadinsekten intensiv untersucht wurde und wird, gibt es bei Pilzen bisher nur wenige chemisch-ökologische Untersuchungen.
Kürzlich konnten wir zeigen, dass die Orangerote Mehlscheibe (Aleurodiscus amorphus) über einen bisher in der Natur unbekannten oxidativen Mechanismus aus Aleurodisconitril unter Bildung von Aleurodiscoester Blausäure in Freiheit setzen und sich so effektiv vor Fraßfeinden schützen kann.
Höhere Pilze produzieren zahlreiche bioaktive Sekundärmetabolite, deren Strukturen sich von denen aus Pflanzen deutlich unterscheiden. Wir isolieren neue Naturstoffe aus Höheren Pilzen und versuchen außerdem, deren Bedeutung für den betreffenden Pilz zu klären.
Unter anderem fanden wir in verschiedenen Helmlingsarten (z.B.Mycena rosea) eine Reihe neuartiger Pyrrolochinolinalkaloide wie Mycenarubin A, Sanguinon A oder Haematopodin B.
Alkaloide dieses Typs waren bisher fast ausschließlich aus marinen Organismen bekannt. Einige der marinen Vertreter erregten beträchtliches Interesse, da sie antitumoraktiv wirken.
Zur Strukturbestätigung und zur Konfigurationsaufklärung führen wir Partial- und Totalsynthesen ausgewählter Naturstoffe durch.
Durch Verfütterungsexperimente mit isotopenmarkierten potentiellen Biosynthesevorläufern klären wir die Biosynthese ausgewählter Naturstoffe auf.




