Zum Hauptinhalt springen

Molekulare Ökologie

  • Probennahme auf einem Forschungsschiff

    Meistens müssen die genommenen Proben direkt auf dem Forschungsschiff weiterbearbeitet werden. Hier werden Wasserproben gefiltert, um die Biomasse zu gewinnen.

  • Phylogenetische Bäume

    Phylogenetische Bäume erlauben, unbekannte Pilzarten taxonomisch zu klassifizieren und evolutive Entwicklungen innerhalb der Pilze zu erkennen und erforschen.

  • Rosetten-Wasserschöpfer

    Mit einem Rosetten-Wasserschöpfer können zahlreiche Wasserproben auf einmal aus klar definierten Tiefen im Meer genommen werden. Damit verbunden ist eine CTD-Sonde, die Salzgehalt, Druck, und Temperatur an der Probentiefe misst.

  • Netzwerkanalysen

    Netzwerkanalysen sind statistische Analysen, die helfen, mögliche Interaktionen und symbiotische Netzwerke in Mikroorganismen Gesellschaften zu erkennen und darzustellen.

  • Hefepilze gefärbt mit Fluoreszenzfarbstoff

    Die direkte Anfärbung der Pilze in der Umweltprobe ist von großer Bedeutung, da so Erkenntnisse über ihr morphologisches Erscheinungsbild, ihre Biomasse oder Interaktionspartner im Lebensraum gewonnen werden können.

  • Marine Pilzkultur in Petrischale

    Das Photo zeigt einen Pilz, der aus ozeanischem Oberflächenwasser isoliert wurde.

     

    Die Isolierung von Pilzen aus Umweltproben ermöglicht es, ihre Biologie im Labor detailliert zu untersuchen, zum Beispiel um Wachstumsbedingungen, Abbaukapazitäten oder die Interaktion mit anderen Organismengruppen zu testen.

Meerespilzforschung

Die Ozeane regulieren das globale Klima und fungieren als globale CO2-Senke, was die Erde für uns bewohnbar macht. Weiterhin dienen sie 3,5 Millionen Menschen sogar als primäre Nahrungsquelle.

All diese Dienstleistungen beruhen zu einem großen Teil auf der marinen Kohlenstoffpumpe: Vereinfacht ausgedrückt ist die Kohlenstoffpumpe die Aufnahme von atmosphärischem Kohlenstoff durch Photosynthese und seine anschließende Bildung in lebende organische Materie, die an alle Schichten des Ozeans weitergegeben und verteilt wird.

Fische und Menschen stehen ganz am Ende der daraus resultierenden Nahrungskette. Der kontinuierliche Fluss von Nährstoffen und organischer Materie in der marinen Kohlenstoffpumpe basiert auf der Interkation verschiedener Organismengruppen. Der erste Schritt der Kohlenstofffixierung wird hauptsächlich von Phytoplankton durchgeführt, während die weitere Verarbeitung von Mikroorganismen übernommen wird.

Überraschenderweise wurde die Rolle mariner Pilze bisher bei den Prozessen der marinen Kohlenstoffpumpe nicht weiter untersucht, obwohl Pilze in allen bisher erforschten Habitaten der Weltmeere detektiert wurden.

Pilze besitzen einzigartige Eigenschaften, die es ihnen erlauben, diverse und teils sehr komplexe Substrate zu zersetzen und vielfältige Interaktionen mit anderen Organismen einzugehen. Zum Beispiel haben parasitäre Pilze das Potenzial, Phytoplanktonblüten durch Befall zum Einbruch zu bringen, was die Kohlenstoffpumpe wesentlich beeinflussen kann, wie für Süßwassersysteme gezeigt.

Unter dem Szenario des Klimawandels ist es umso wichtiger, alle Schlüsselakteure, ihre Interaktionen und die daraus resultierende Dynamik auf die marine Kohlenstoffpumpe zu verstehen. Der Fokus unserer Forschungsgruppe liegt somit auf der Diversität und dem Vorkommen mariner Pilze im Oberflächenwasser und ihre funktionelle Rolle innerhalb des marinen Kohlenstoffkreislaufes.

Kontakt

Dr. Marlis Reich

NW2, B3320

Tel.: +49-(0)421-218 62825

reichprotect me ?!uni-bremenprotect me ?!.de

Google Scholar
ORCID iD
Publons

Neuigkeiten

Visualisierung einer Rozellomycota Zelle mit CARD-FISH
Visualisierung einer Rozellomycota Zelle mit CARD-FISH

Wir konnten erstmals Rozellomycota im marinen Gewässer visualisieren!

Die Zellzahlen erreichen Werte,  die als relevante Größe für den Mycoloop in Süßgewässer gelten. Auch die Hefeartigen Pilze erreichten Biomasse-Werte, die als ökologisch relevant eingeschätzt werden können. Der punktuelle Zuwachs in Zellzahl war sogar größer als das, was für Bakterien während einer Phytoplanktonblüte beschrieben wurde.

Interesse geweckt? Hier ist der Link: DOI: 10.1111/1462-2920.15331