01 Meeres-, Polar- und Klimaforschung

Die Aktivitäten in diesem Wissenschaftsschwerpunkt der Universität Bremen sind im MARUM – Zentrum für Marine Umweltwissenschaften gebündelt.

Ziel des MARUM ist es, durch gezielte Studien ein besseres Verständnis der Rolle des Ozeans im globalen Erdsystem zu erlangen. Viel­fäl­ti­ge Pro­zes­se im Oze­an und am Mee­res­bo­den prä­gen das ge­sam­te Erd­sys­tem – Wech­sel­wir­kun­gen zwi­schen geo­lo­gi­schen, phy­si­ka­li­schen, bio­lo­gi­schen und che­mi­schen Pro­zes­sen be­ein­flus­sen das Kli­ma­sys­tem so­wie den glo­ba­len Koh­len­stoff­kreis­lauf und las­sen ein­zig­ar­ti­ge bio­lo­gi­sche Sys­te­me ent­ste­hen. Die Auf­ga­be von MARUM be­steht dar­in, grund­le­gen­de wis­sen­schaft­li­che Er­kennt­nis­se über die Rol­le des Oze­ans und des Mee­res­bo­dens im Erd­sys­tem zu ge­win­nen und zu ver­mit­teln so­wie un­ab­hän­gi­ge In­for­ma­tio­nen zum Nut­zen der Ge­sell­schaft zu lie­fern. Mit die­sem Fo­kus bil­det MARUM ma­ri­ne Um­welt­for­scherInnen in ei­nem in­ter­na­tio­na­len und in­ter­dis­zi­pli­nä­ren Um­feld aus und in­for­miert die Öffent­lich­keit über die Be­deu­tung der Mee­res­um­welt.

MARUM hat sich seit der Gründung Mitte der 90er Jahre zu ei­nem in­ter­na­tio­nal an­er­kann­ten Zen­trum für Mee­res­for­schung ent­wi­ckelt und ist heute eine Research Faculty der Universität Bremen. Die Arbeiten sind eng eingebunden in internationale Programme, an deren Weiterentwicklung sich die ForscherInnen des MARUM aktiv beteiligen. MARUM betreibt eines der weltweit drei Bohrkernlager des International Ocean Discovery Program (IODP) und verfügt über eine Flotte modernster Unterwassergeräte für den Einsatz in der Tiefsee sowie am Ozeanboden.

Am MARUM sind das DFG-For­schungs­zen­trum/​Ex­zel­lenz­clus­ter ›Der Oze­an im Sys­tem Erde‹ so­wie wei­te­re na­tio­na­le und in­ter­na­tio­na­le For­schungs­pro­jek­te an­ge­sie­delt.

  • Actinie in 630 Meter WassertiefeActinie in 630 Meter Wassertiefe
  • Wanderausstellung MeerErlebenWanderausstellung MeerErleben
  • Greifarm von MARUM-QUESTGreifarm von MARUM-QUEST
  • Der Tauchroboter MARUM-QUESTDer Tauchroboter MARUM-QUEST
  • Einsatz eines SchwerelotsEinsatz eines Schwerelots
  • Kaltwasserkoralle in 1000 Meter WassertiefeKaltwasserkoralle in 1000 Meter Wassertiefe
  • Beprobung eines SedimentkernsBeprobung eines Sedimentkerns
  • Octokoralle am Mittelatlantischen RückenOctokoralle am Mittelatlantischen Rücken
  • IODP-Kernlager am MARUMIODP-Kernlager am MARUM
  • Schwarzer Raucher am Mittelatlantischen RückenSchwarzer Raucher am Mittelatlantischen Rücken
  • Arbeiten im Geochemie-LaborArbeiten im Geochemie-Labor
  • Blick auf die Gerätehalle des MARUMBlick auf die Gerätehalle des MARUM
  • GLOMAR Doktoranden-WorkshopGLOMAR Doktoranden-Workshop
  • Aussetzen des AUV MARUM-SEALAussetzen des AUV MARUM-SEAL
  • Messung eines SedimentkernsMessung eines Sedimentkerns
  • Aussetzen des MARUM-MeBoAussetzen des MARUM-MeBo
  • Ein Sedimentkern wird geöffnet.Ein Sedimentkern wird geöffnet.
  • Untersuchungen am MikroskopUntersuchungen am Mikroskop
  • Geophysikalische UntersuchungGeophysikalische Untersuchung
  • Korallenbewuchs auf KissenbasaltKorallenbewuchs auf Kissenbasalt

Der globale Wandel und die zugrundeliegenden physikalischen Prozesse im System Erde stehen im Fokus der Untersuchungen am Institut für Umweltphysik (IUP). Eingebunden in internationale Messprogramme werden u.a. Veränderungen in der Meereisbedeckung sowie in der Zusammensetzung der Atmosphäre mit Hilfe von Fernerkundungsmethoden untersucht. Physikalisch-ozeanographische Messdaten werden gemeinsam von IUP und MARUM als Teil globaler Netze erhoben um Veränderungen in der großskaligen Ozeanzirkulation zu erfassen. Ein weiteres Forschungsgebiet umfasst die terrestrische Umweltphysik.

Zu den universitären Kooperationspartnern des MARUM gehören die Universität Oldenburg und die private Jacobs University, Bremen. Gemeinsam arbeiten die WissenschaftlerInnen an Forschungsvorhaben und Expeditionen, zudem gibt es einen Verbund bei Lehre und der Nachwuchsförderung. Künftig soll noch enger zusammen gearbeitet werden, etwa auf dem Feldern der Marinen Chemie und Biologie, bei der Ökosystem-Forschung und in der Marinen Robotik.

Besonders eng ist die Zusammenarbeit mit dem Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung (AWI) der Helmholtz-Gemeinschaft in Bremerhaven. AWI und MARUM haben 2010 die AWI-MARUM-Allianz (AMAR) gegründet. Als erstes Ziel entwickelt diese strategische Partnerschaft gemeinsam die drei Forschungsgebiete Ozeandynamik Nordatlantik-Arktis; Unterwassertechnologien und Erdbeobachtungssysteme; Dateninformationssysteme.

Weitere wichtige Partner des MARUM sind das Senckenberg am Meer in Wilhelmshaven, das Max-Planck-Institut (MPI) für Marine Mikrobiologie und das Leibniz-Zentrum für Marine Tropenökologie (ZMT). Wie schon mit dem AWI, werden auch mit dem MPI für Marine Mikrobiologie und dem ZMT gemeinsame langfristige Forschungsperspektiven entwickelt und konkrete Forschungsprojekte durchgeführt. Ein Beispiel ist die Untersuchung von Prozessen, die Energie und Materie zwischen relativ kurzlebigen biologischen und länger währenden geologischen Elementkreisläufen austauschen (MPI). Mit dem ZMT wird gemeinsam die Dynamik mariner tropischer Ökosystemen sowie Meeresspiegelschwankungen und Veränderungen an Küsten erforscht.

Neue Unterwassertechnologien für die Forschung in der Tiefsee und für eine umweltschonende Ressourcengewinnung aus dem Meer werden gemeinsam von den Kooperationspartnern MARUM, DFKI Bremen und DLR Bremen im 2010 gegründeten Verbund für Maritime Technologien (MarTech-Bremen) entwickelt.

Die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses ist in der Graduiertenschule „Global Change in the Marine Realm“ (GLOMAR) gebündelt, die ursprünglich im Rahmen der Exzellenzinitiative entstanden ist und mittlerweile in das MARUM integriert wurde. Zur internationalen Vernetzung tragen auch zwei internationale DFG-Graduiertenkollegs mit der Waikato University in Neuseeland zum Thema Küstenforschung und mit acht kanadischen Universitäten im Bereich der Klimaforschung bei.

Der Wissenschaftsschwerpunkt kooperiert eng mit international führenden Einrichtungen der Meeres-, Klima- und Polarforschung, insbesondere in den USA, Frankreich, den Niederlanden und Großbritannien, China, Japan und Neuseeland.

Die Qualität der Forschung in diesem Wissenschaftsschwerpunkt spiegelt sich im DFG-Förderatlas 2015 wider, in dem die Geowissenschaften erneut Rang 1 belegen; sie wurde außerdem seit 2009 durch drei Leibniz-Preise der DFG und ebenfalls seit 2009 durch insgesamt sechs ERC Advanced (4), Consolidator (1) und Starting (1) Grants gewürdigt.

Publikationen

Siehe Publikationsliste auf der MARUM-Homepage.