04 Minds Media Machines

Mission Statement

Minds, Media, Machines ist ein interdisziplinäres Netzwerk von Forscherinnen und Forschern der Universität Bremen sowie angebundenen inner- und außeruniversitären Instituten. Sie arbeiten zusammen, um unser Verständnis von Intelligenz und Kognition in autonomen Agenten, Agententeams im Kontext von mediatisierten Welten zu verbessern. Diese Erkenntnisse werden überführt in eine neue Generation von sozialen, computerbasierten und cyber-physikalischen Systemen, die substantiell zum Wohl unserer Gesellschaft beitragen, wie z.B. durch kognitive Assistenzsysteme, die den Menschen ein Leben lang begleiten und ihn geeignet unterstützen. Dabei soll der Mensch über die Nutzung seiner Daten selbst entscheiden.

Forscherinnen und Forscher in diesem Wissenschaftsschwerpunkt untersuchen dazu die menschliche und maschinelle Repräsentation, die natürliche, formale und technische Verarbeitung sowie die soziale und automatisierte Vermittlung von Informationen. Getragen wird der Wissenschaftsschwerpunkt von den drei Säulen Minds, Machines und Media.

Minds

Leistungen von kognitiven biologischen Systemen wie dem Menschen werden hier empirisch untersucht, analysiert und modelliert. Wie sind die kognitiven Leistungen des Menschen aufgebaut, wie z.B. das Sehen, das Hören oder das sich im Raum verhalten/orientieren? Welche Rolle spielt dabei die sensomotorische und multimodale Informationsverarbeitung, und wie werden dabei Erfahrung und Wissen repräsentiert und verarbeitet? Weitere Aspekte, die untersucht werden, sind u. a. die Planung von unterschiedlich komplexen und abstrakten Handlungen, das Erlernen der Handhabung von einfachen Objekten bis hin zum Sprachverstehen, die Interaktion des Systems mit seiner Umgebung und die Kommunikation mit anderen Systemen. Dabei befinden sich kognitive Systeme immer in einem dynamischen Kontext, der bei der Untersuchung mit einbezogen werden muss. Das gewonnene Verständnis wird genutzt, um formale Methoden und technische Systeme zu entwickeln, die dem Vorbild Mensch nahe kommen. Wie z.B. biologie- und kognitionsinspirierte Haushaltsroboter, die aus von und für Menschen erstellten Beschreibungen sowie direkt aus menschlichem Handlungen lernen und dieses selbständig umsetzen können.

Media

Unsere gesamte individuelle und gesellschaftliche Umgebung ist mediatisiert. In unserem Alltag gehen wir unablässig mit digitalen Medien und technischen Systemen um. Deren allgegenwärtige Verfügbarkeit eröffnet neue Möglichkeiten, stellt aber auch eine Herausforderung dar, u. a. durch Datafizierung und immer engere Innovationszyklen. Die Kommunikations- und Medienwissenschaft untersucht die zunehmende Durchdringung von Kultur und Gesellschaft durch digitale Medien und Systeme sowie deren Folgen. Die Informatik beschäftigt sich mit der technischen Handhabung und Analyse großer Datenmengen. Hierbei befasst sich Medieninformatik mit der Gestaltung und Entwicklung neuer Interaktionsformen für digitale Medien. Die genannten Fächer bilden damit die Grundlage für Data Science als neu entstehendem Forschungsbereich. Dabei stehen in ihnen Menschen mit ihren Anforderungen und Bedürfnissen im Fokus.

Machines

Forschungsschwerpunkt dieser Säule ist die Entwicklung intelligenter technischer Systeme, die unterschiedlichsten Herausforderungen gewachsen sind. Dabei wird die gesamte Spanne der Entwicklung vom kleinsten Hardwarebaustein bis hin zum Gesamtsystem wie dem eines Roboters einbezogen. Die Entwicklung von sensorischen Materialien, von Mikroelektronik, die Codierung von Information und ihre Signalverarbeitung, die Verifikation von Schaltungen und Systemen bis hin zu kooperativen Kommunikationstechnologien werden hier erforscht. Die Robotikforschung beschäftigt sich mit der Entwicklung autonomer Systeme, die für den Einsatz in speziellen Szenarien konzipiert werden, wie zum Beispiel Roboter für schwer zugängliche Bereiche wie Tiefsee oder Mars. Im Bereich Cyber-Physical Systems wird darüber hinaus die Kooperation von intelligenten vernetzten Systemen erforscht.

Die beschriebenen drei Säulen Minds, Media und Machines stehen dabei nicht losgelöst voneinander, sondern bereichern sich gegenseitig. So inspiriert die Kognitionswissenschaft die Robotikforschung für die Entwicklung neuer Robotikmodelle. Diese unterstützt die Kognitionswissenschaft dahingehend, kognitive Modelle durch Simulationen zu verifizieren. Die Analyse dieser mediatisierten Welten und der gesellschaftlichen Folgen einer zunehmenden Durchdringung des Alltags mit digitalen Medien und Systemen seitens der Kommunikations- und Medienwissenschaft wird wiederum in den Kognitionswissenschaften aufgegriffen, die diese Erkenntnisse kommunikativer und gesellschaftlicher Rahmenbedingungen für ihre Forschung nutzt.