19.12.2017
Autor/in: Kai Uwe Bohn
Mitteilung Nr.: 201789

Hohe Anerkennung: Chemiker der Universität Bremen nutzen ultramoderne Röntgenlaser

Der Chemiker Dr. Matthias Vogt von der Universität Bremen bei Vorbereitungen an der Messkammer der Alvra-Zweiglinie am Schweizer Röntgenlaser SwissFEL.

Mit diesen Anlagen darf beileibe nicht jeder arbeiten: Der Europäische Röntgenlaser European XFEL in der Metropolregion Hamburg und der Schweizer Röntgenlaser SwissFEL am Paul Scherrer Institut in Villigen gehören zu den komplexesten Forschungsgeräten der Welt. Chemiker der Universität Bremen sind deshalb stolz darauf, dass sie zu den ersten Nutzern der ultramodernen Einrichtungen gehören.

Die beiden Aufsehen erregenden Großanlagen – die Abkürzung FEL steht für „Freie-Elektronen-Laser“ – sind vor einigen Wochen in Betrieb gegangen. Wer damit forschen will, muss schon sehr gut sein – denn die Messzeit an diesen Großgeräten ist äußerst kostbar, und nur die aussichtreichsten Vorhaben von hoher Qualität und Relevanz können die ultramodernen Röntgenlaser nutzen. Die Chemiker Dr. Matthias Vogt, Dr. Marian Olaru und Professor Jens Beckmann vom Institut für Anorganische Chemie und Kristallographie (IACK) der Universität Bremen zählen dazu. Und nicht nur das: Sie gehörten sowohl in Hamburg als „Early Users“ als auch aktuell in der Schweiz innerhalb von Pilotexperimenten zu den ersten internationalen Wissenschaftler-Teams, die die neuen Großanlagen für Experimente nutzen.

„Große Auszeichnung für meine Kollegen und mich“

„Für meine Kollegen und mich ist das eine große Auszeichnung“, sagt der Bremer Nachwuchswissenschaftler Dr. Matthias Vogt. Aktuell führt der Chemiker innerhalb einer Kooperation mit den Experten um Dr. Christopher Milne am renommierten Paul-Scherrer-Institut in Villigen Pilotexperimente mit dem brandneuen Röntgenlaser SwissFEL durch. Seine Forschungen bewegen sich auf einem Gebiet, das momentan als eine der interessanten Zukunftstechnologien weltweit sowohl in der Wissenschaft als auch der Wirtschaft im Zentrum der Aufmerksamkeit steht: OLEDs. Die Abkürzung bezeichnet organische LEDs, „das Licht der Zukunft“, wie Matthias Vogt sagt.

Bremer Erfindung kann OLEDs wesentlich günstiger machen

Gegenüber den herkömmlichen LEDs haben OLEDs zahlreiche Vorteile, sind beispielsweise flexibler und äußerst energiesparend. In künftigen Anwendungen wird man eines nicht allzu fernen Tages mit OLEDs Licht förmlich an Wände und Decken „tapezieren“ können.“ Matthias Vogt und seine Kollegen befassen sich indes mit Grundlagenforschung und haben einen Weg gefunden, die noch teuren OLEDs wesentlich günstiger zu machen. Für ihre richtungsweisende Erfindung hat das Chemiker-Trio zusammen mit der Universität Bremen mittlerweile eine Patentanmeldung eingereicht.

Ausführliche Pressemitteilung der Universität Bremen mit Hintergrund-Informationen zu den Forschungen der Chemiker