04.01.2017
Autor/in: Jacqueline Sprindt
Mitteilung Nr.: 2017002

Mikrobauteile ganz groß: Fotoausstellung im Citylab

Kunstvolle Bilder des Forschungsalltags und erklärende Texte bieten einen Einblick in die Arbeit des SFB 747 „Mikrokaltumformen“ der Universität Bremen.

Wir halten sie mehrmals täglich in den Händen, nehmen sie aber nur selten wahr. In Smartphones, Autos und Hörgeräten sind sie zu finden: Kleinste metallische Bauteile. Ihre Herstellung und die dazu notwendigen Werkzeuge werden im Sonderforschungsbereich (SFB) 747 „Mikrokaltumformen“ der Uni Bremen erforscht. Nach der erfolgreichen Ausstellung im Haus der Wissenschaft sind ausgewählte Werke der Fotoausstellung „Mikrobauteile intelligent produziert – Impressionen zur beherrschten Massenproduktion“ nun bis zum 19. Januar 2017 in der Bremer Innenstadt im citylab Bremen (Ansgaritorstraße 4) zu sehen.

Jeder hat sie, niemand sieht sie

Die Bilder erfassen die Mikrobauteile als Kunstobjekt. „Die Bauteile sind in mindestens zwei Dimensionen kleiner als ein Millimeter. Obwohl jeder von uns Geräte besitzt, in denen sie verbaut sind, bekommt sie kaum jemand zu Gesicht“, erklärt Malte Behlau, Mitarbeiter für Wissenschaftskommunikation im SFB 747. So entstand die Idee zu einer Fotoausstellung.

Produziert wurden die Bilder unter anderem von Teilnehmern eines Workshops zur Industriefotografie von Mikrobauteilen, für die der SFB seine Labortüren geöffnet hat. Weitere Bilder entstanden im Rahmen eines Fotowettbewerbs zur „Massenproduktion von Mikrobauteilen“ und im Forschungsalltag des SFB 747. „Unsere Forschungsarbeit ist sehr speziell, mit dem Begriff Mikrokaltumformen können die wenigsten Menschen auf Anhieb etwas anfangen. Kaum jemand nimmt sein Smartphone auseinander und untersucht die Bauteile unter der Lupe“, so Behlau. „Warum also nicht das Forschungsobjekt zum Kunstgegenstand machen?“

Der Sonderforschungsbereich 747 „Mikrokaltumformen“

Der Sonderforschungsbereich 747 „Mikrokaltumformen“ ist ein instituts- und fachbereichsübergreifender Forschungsverbund. Das Verfahren des Mikrokaltumformens wird unter anderem bei der Produktion von Smartphones, Hörgeräten und in der Automobilindustrie eingesetzt. Über 50 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus den Bereichen Produktionstechnik, Mathematik/Informatik und Physik/Elektrotechnik forschen im SFB interdisziplinär an der systematischen Auslegung und dem zuverlässigen Einsatz von Umformprozessen im Mikrobereich. Das zentrale Ziel ist die Bereitstellung von Methoden und Prozessen für die industrielle Herstellung metallischer Mikrobauteile mit Losgrößen von über eine Million Stück. Der SFB 747 besteht seit 2007 und wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert.

Kontakt:
Universität Bremen
Sonderforschungsbereich 747 „Mikrokaltumformen“
Malte Behlau
Tel.: +49 421 218-58022
E-Mail: behlaunoSpam@bias.de