08.11.2017
Autor/in: Kai Uwe Bohn
Mitteilung Nr.: 2017080

Schlüsselkomponente der Energiewende: Uni baut neue Forschungsgruppe „Leistungselektronik“ auf

Die Einspeisung von Windenergie ins Stromnetz schwankt, deshalb kommt es auf eine gute Leistungselektronik an. Eine neue Gruppe im BCM forscht künftig auf diesem Gebiet.

Die Nutzung der Windenergie ist in Deutschland eine Erfolgsgeschichte – und das ist auch hervorragender Forschung zu verdanken, unter anderem aus der Universität Bremen. Die wird jetzt weiter gestärkt: Mit einer Summe von 1,5 Millionen Euro wird in der Uni eine neue Forschungsgruppe für Hochleistungselektronik von Windenergieanlagen in Kooperation mit dem Fraunhofer Institut für Windenergie und Energiesystemtechnik (IWES) aufgebaut. Ziel ist es, das Kompetenzfeld Leistungselektronik nachhaltig und dauerhaft im Land Bremen zu etablieren.

Angesiedelt im Bremer Centrum für Mechatronik

Angesiedelt wird die transferorientierte Forschungsgruppe „Hochleistungselektronik von Windenergieanlagen“ als neuer Arbeitsbereich im Bremer Centrum für Mechatronik (BCM). Sie soll eng mit Unternehmen der Branche und weiteren Forschungseinrichtungen kooperieren. Das Geld dafür gibt der Europäische Fonds für regionale Entwicklung (EFRE). Das durch EFRE geförderte Projekt, in dessen Rahmen die Forschungsgruppe entsteht, läuft über vier Jahre.

An der Schnittstelle von Antriebsstrang und Netz

Im Fokus steht die Entwicklung und Optimierung leistungselektronischer Anlagen für die Windenergie im On- und Offshore-Betrieb. Der Leistungselektronik kommt an der Schnittstelle zwischen dem Antriebsstrang und dem elektrischen Netz eine eminent wichtige Rolle zu: Sie muss den physikalischen Eigenschaften des Windes gerecht werden, aber auch die Anforderungen des elektrischen Netzes erfüllen. Bei der Umwandlung von Wechselstrom in Gleichstrom und umgekehrt ist die Leistungselektronik das Herzstück. Bei Windenergie erfolgt die Einspeisung unregelmäßig, und das Stromversorgungssystem reagiert sehr empfindlich auf eine Störung des Gleichgewichts aus eingespeister und verbrauchter Leistung. Deshalb kommt es hier auf funktionierende, störungssichere elektronische Lösungen an. Diese werden künftig durch die Bremer Forschungsgruppe weiterentwickelt.

Positive Effekte für Land und Region

Für das Land Bremen und die Metropolregion Bremen Oldenburg sieht BCM-Geschäftsführer Dr.-Ing. Holger Raffel die neue Gruppe äußerst positiv: „Die Leistungselektronik als wichtige Schlüsseltechnik für die Netzintegration der Windenergie wird hier fest verankert. Es werden Arbeitsplätze im Innovationsfeld Hochleistungselektronik geschaffen, attraktive Dienstleistungsangebote für die Industrie entwickelt und das Windenergiecluster gestärkt.“

Presseinformation zur neuen Forschungsgruppe