Ausstellung "Unter den Treppen" - Zur Thematisierung von Barriere(un)freiheit an der Universität Bremen

(Stand: 10.07.2013)

Seit dem Herbst 2012 arbeitet eine Gruppe von Studierenden der Kunstpädagogik und - wissenschaft in Kooperation mit dem Projekt "Hindernisparcours Universität" der Interessengemeinschaft Handicap an einer Ausstellung zum Thema Barriereunfreiheit an der Universität.

Im Juni 2013 wurden die Ergebnisse an verschiedenen Standorten auf dem Campus unter dem Titel "Unter den Treppen" präsentiert, einige werden auch langfristig dort zu sehen sein

Führungen gaben darüber hinaus Besucher_innen die Möglichkeit die Arbeiten näher kennenzulernen und haben uns viel Feedback geliefert.

Feedback und Führungen

Wir freuen uns daher auf Ihre Gedanken und Ideen, einige Eindrücke finden Sie im Menüpunkt "Feedback".

Bei Feedback und weiteren Fragen können Sie sich an die Interessengemeinschaft Handicap wenden.

Während der Ausstellung fanden insgesamt fünf Führungen statt, bei den zusammen mit den Besucher_innen über die Werke diskutiert wurde.

Einige Eindrücke der Besuche haben wir hier zusammengestellt.

Ebenfalls hat das Büro des Landesbehindertenbeauftragten eine Zusammenfassung der Ausstellung veröffentlicht.

Die Orte der Ausstellung

Hier haben wir einige Impressionen der Arbeiten vor Ort zusammengefasst.

© Johanna Jensen, Michel Ufen / Interessengemeinschaft Handicap

Turm D des GW2

Die Arbeit von Johanna Jensen und Michel Ufen erstreckt sich über 3 Stockwerke des Treppenhauses D.

Die drei Fotografien kommentieren die Fahrstuhlsituation des GW2 und haben dabei schon einige kontroverse Reaktionen hervorgerufen.

Einige Impressionen der Arbeit...

© Hanna Düspohl, Hannah Knips / Interessengemeinschaft Handicap

Piktogramme und Parken im GW2

Wer in der Tiefgarage des GW2 parkt, wird sich schon über zerstörte Hinweisschilder geärgert haben.

Hanna Düspohl und Hannah Knips haben die fehlenden Piktogramme nun mit einer Reihe von Fotografien wieder vervollständigt.

Mehr Eindrücke der Installationen...

© Merve Sentürk, Gamze Yasemin-Dogan / Interessengemeinschaft Handicap

Ein Treppenhaus für Alle

Die Hinweisschilder für die automatische Türöffnung im Verwaltungsgebäude haben sich durch häufige Verwendung abgenutzt.

Merve Sentürk und Gamze Yasemin-Dogan haben diesen Verschleiß aufgegriffen und in eine Bildserie transformiert. Präsentiert wird diese ca. 7 Meter lange Arbeit in einem gläsernen Treppenhaus.

Mehr Eindrücke der Arbeit...

© Tomke Klein, Mareike Weinberg / Interessengemeinschaft Handicap

Angst und Ansichtskarten

Der Schreibwarenladen in der Glasshalle bietet eine Reihe von Postkarten an.

Unter diesen versteckt sich jetzt auch ein Motiv von Tomke Klein und Mareike Weinberg, das sich mit einem angstbesetzten Thema des Studiums beschäftigt.

© Heinemann, Schäfer, Stannowski / Interessengemeinschaft Handicap

(K)ein Ort zum Verweilen

Der Windfang im Gebäudeeingang des GW2 verfügt über keinen Schalter für die Automatiktür.

Wer hier einmal festsitzen sollte, kann nun Fotografien von Saskia Heinemann, Vanessa Maxine Schäfer und Susanne Stannowksi ausgiebig begutachten.

Eindrücke der Installation...

© Marie Luisa Hayen / Interessengemeinschaft Handicap

Ein exklusiver Ort

Ein Sitz- und Arbeitsbereich im GW2 ist nur über Stufen erreichbar.

Die Exklusivität dieses Ortes unterstreicht nun eine mit über 2800 Fotografien verzierte Discokugel von Marie Luisa Hayen.

Einige Eindrücke der Arbeit...

© Kilic, Tietjen, Yilmaz, Yoldaz / Interessengemeinschaft Handicap

Erschließung eines neuen Ausstellungsraumes

Eine Tiefgarage des Sportturmes wurde von Sedef Kilic, Nina Susann Tiejten, Selin Yilmaz und Fatime Yoldaz in eine Ausstellungsfläche transformiert.

Mehrere fotografischen Arbeiten lassen sich hier nun entdeckten und bestaunen.

Einige der Arbeiten in unsere Galerie...

© Eskea Sartoris / Interessengemeinschaft Handicap

Aus der Bahn geraten

Rampen im Eingangsbereich des Unicom sorgen schon seit einiger Zeit für Verwirrung. Die viel zu steilen Stahlträger können von keinen Menschen genutzt werden.

Da der alternative barrierefreie Eingang gut versteckt ist, bleiben Besucher_innen ratlos zurück.

Die Installation von Eskea Sartoris dokumentiert diese Situation nun in drei Bildern.

Update 10.06.13: Die Arbeit wurde vergangene Woche leider durch Vandalismus zerstört. Wir überlegen momentan, wie wir im Rahmen der Ausstellung damit umgehen wollen.

© Anja Brandt, Heiko Pfreundt, Jelena Schur / Interessengemeinschaft Handicap

Taktile Kunst

Vor kurzem wurde ein Gefahrenbereich für Menschen mit Sehbeeinträchtigungen im IW3 gesichert.

Heiko Pfreundt nahm dies zum Anlass, Brailleschrift als Kunstmittel einzusetzen.

In einer non-visuellen Performance von Katharina Greeven wurde diese Arbeit noch inhaltlich vertieft.

Einige Aufnahmen der Brailleinstallationen...

Danksagung

"Unter den Treppen" wird möglich gemacht durch zahlreiche Stunden sorgfältiger Planung und Arbeit der ausstellenden Studierenden.

Unterstützt wird das Projekt durch Finanzmittel des AStA und des Dezernats für studentische Angelegenheiten sowie durch das Fotolabor des Kunstinstituts der Universität Bremen.

Kuratiert wird die Ausstellung von Heiko Pfreundt (Institut für Kunstwissenschaften und -pädagogik / Kreuzberg Pavillon) sowie Jan Brunkenhövers (Interessengemeinschaft Handicap)

Inspirationen, Feedback und Kritik lieferten unter anderem:

Selbstbestimmt leben e.V. Bremen, "Wissenschaft für Alle" - Ein Ratgeber für barrierefreies Ausstellen von Cordula Nolte und Sonja Kinzler, das Projekt "Hapticwords", Ilka Regber - Expertin für taktile Kunstvermittlung, die Ausstellung "anderstark", "Krüppelschläge" - eine Essaysammlung von Franz Christoph, Texte des Zentrums für Disability Studies Hamburg, Ausgaben der Krüppelzeitung Anfang der Achtziger Jahre, die Erfahrungen der Proteste der Studierenden der Kunstwissenschaft und - pädagogik, Dr. Joachim Steinbrück (Landesbehindertenbeauftragter Bremen), die Rückmeldungen Studierender der Dialoggruppe der Interessengemeinschaft Handicap sowie die Arbeiten des Projektes "Hindernisparcours Universität" von Johanna Vogt, Beatrice Bresch, Imke Schilling und Jan Brunkenhövers

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Zukunft

Das Projekt wird auch in den kommenden Semestern fortgesetzt. Wir freuen uns mit Unterstützung von Selbstbestimmt leben e.V. für 2014 eine neue Ausstellung in der Stadt Bremen organisieren zu können.

Herzlichen Dank an alle Ausstellenden und Unterstützer_innen, die dies möglich gemacht haben.