Nachteilsausgleich

Nachteilsausgleich


Studierende mit einer chronischen Erkrankung oder einer Behinderung sind häufig in ihrem Studium beeinträchtigt: 

  • Bauliche Barrieren behindern Menschen mit eingeschränkter Mobilität.
  • Klinikaufenthalte oder medizinische Behandlung können zu Studienunterbrechungen führen.
  • Die Arbeits- und Leistungsfähigkeit kann durch eine Erkrankung stark eingeschränkt sein.
  • Ein großer Teil des persönlichen Zeitbudget muss für die Bewältigung des krankheits-/behinderungsbedingten Aufwands verwendet werden.

Deshalb fordert das Hochschulrahmengesetz (§2, Abs.4 HRG), dass die Universitäten sich dafür einsetzen, dass Studierende mit Beeinträchtigungen in ihrem Studium nicht benachteiligt werden. Die Hochschulgesetze der verschiedenen Bundesländer greifen diese Festlegungen auf und schaffen die Möglichkeit für individuelle Nachteilsausgleiche, um Diskriminierungen zu vermeiden und eine Teilhabe am Hochschulleben sicher zu stellen.


Das Recht auf Bildung ist ein Menschenrecht und zwar unabhängig von gesundheitlichen oder körperlichen Beeinträchtigungen.

Mit der von der Hochschulrektorenkonferenz 2009 beschlossenen Empfehlung „Eine Hochschule für alle“ sind wir auf dem Weg, die Behindertenrechtskonvention der Vereinten Nationen auch im Hochschulbereich umzusetzen und dem Recht auf inklusive Bildung näher zu kommen. Es geht dabei sowohl um gleichberechtigten Zugang zu Hochschulen ebenso wie um gleichberechtigte Studienbedingungen.

Vielfach lässt sich das Recht auf inklusive Bildung nur verwirklichen, wenn die Beeinträchtigungen von behinderten oder chronisch kranken Studierenden angemessen berücksichtigt werden.

Die Pflicht, angemessene Vorkehrungen zu treffen, ist ein wesentlicher Bestandteil des Rechts auf gleichberechtigte Teilhabe. Im Nationalen Aktionsplan der Bundesregierung (www.bmas.de) heißt es dazu, die Hochschulangebote müssen möglichst ohne fremde Hilfe in Anspruch genommen werden können und die Belange der behinderten oder chronisch kranken Studierenden in den Prüfungsordnungen berücksichtigt werden.

Nachteilsausgleiche sind eine Möglichkeit angemessener Vorkehrungen.

Nachteilsausgleiche sind inzwischen in zahlreichen gesetzlichen Regelungen festgeschrieben, wie z.B. in § 31 des Bremischen Hochschulgesetzes sowie in den Prüfungsordnungen für die Studienabschlüsse Bachelor, Master und juristisches Staatsexamen.

Nachteilsausgleiche können bei allen Studien- und Prüfungsleistungen eingeräumt werden. Die Informationen auf diesen Seiten sollen sowohl StudienbewerberInnen und Studierende als auch Lehrende und Prüfende informieren, wie und wann Nachteilsausgleiche gewährt werden können.

Es geht zugleich darum, Möglichkeiten barrierefreien Studierens aufzuzeigen und individuelle Lösungen kreativ zu gestalten. Arbeiten wir gemeinsam an der „Vision aus der Zivilgesellschaft“ (Nationaler Aktionsplan, S. 47), die individuellen Bedürfnisse und Möglichkeiten von behinderten und chronisch kranken Studierenden durch umfassende Nachteilsausgleiche und andere Maßnahmen zu berücksichtigen.

Prof. Dr. Eva Feichtner

Beauftragte für Inklusives Studieren (BiS)