Lehrveranstaltungen WiSe 2016/2017

Religionswissenschaft: Transformationen von Religion in Medien und Gesellschaft, M.A.

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Modul 1 Normierung

VAK Titel der Veranstaltung DozentIn
09-54-MA-1-M1 Sterben dürfen: Sterbebegleitung und Sterbehilfe im gesellschaftlichen Diskurs und in der Rechtsprechung

Seminar

Termine:
wöchentlich Di 10:00 - 12:00 SpT C4180 GW1 B1070 (2 SWS)

Der Tod und die Sterblichkeit der Menschen ist eine anthropologische Gegebenheit. Sie wird in unterschiedlichen Kulturen jedoch sehr unterschiedlich wahrgenommen und bewertet. Kulturen, die den Tod als eine der großen Herausforderungen bewerten, andere die eine große Gelassenheit dem Tod des Individuums zumessen. Die durch den hinausgeschobenen Tod gewonnene Lebensspanne (Demographie): Ist sie ein Glück? Kann sich die Gesellschaft so viele alte Menschen leisten? Gesellschaftliche Verteilungsgerechtigkeit im Wohlfahrtsstaat, Eigenvorsorge. Das Gesetz zur Patientenverfügung 2009 und die Frage nach der Selbstbestimmung über meinen Tod. Palliativ-Stationen und Hospize: Sind sie die Alternative für ein Sterben in Würde? Das historische Erbe der Euthanasie. Die aktuelle Bremer Debatte über die Aufhebung des „Friedhofszwangs“ wird mit viel Emotion und wenig rationalen Argumenten geführt. Individualisierung und statistische Entwicklungen, die Würde der Person über den Tod hinaus, religiöse Traditionen werden als Positionen gegenseitig ausgespielt.
Untersuchungsfelder sind lokale (Bremer) Entwicklungen und Beobachtungen im Kontext der Europäischen Religionsgeschichte. Die Quellen sind hier erreichbar für forschendes Lernen. Der Friedhof als Park mit See und alten Bäumen am Rande der Stadt mit den Zeugnissen des Bürgertums erscheint als das Idealbild. Aber seit wann sind Friedhöfe, wie der Riensberger Friedhof beispielsweise, als der schöne Totenpark an den Rand der Stadt ‚ausgebürgert‘? Die Konflikte um die Integration oder Exklusion anderer Religionen (Jüdische Friedhöfe; muslimische Bestattungen) oder der Unterschicht (Obdachlose). Die Feuerbestattung vor hundert Jahren und sacred places. Die anonymen Gräberfelder. Wirft die Moderne die Werte der Tradition mutwillig über Bord zugunsten einer ökonomische Berechnung des Werts einer Leiche?
Forschung heißt, die Fragen aus mehreren Perspektiven zu betrachten, Quellen heranzuziehen. Und dann sich auch den großen Fragen stellen.

Literatur zur Einführung: Barbara Happe: Der Tod gehört mir. Die Vielfalt der heutigen Bestattungskultur und ihre Ursprünge. Berlin: Reimer 2012. Christoph Auffarth: „Fünftes Alter“ und „Schöner Sterben“: Europäische Religionsgeschichte am Ende des 20. Jahrhunderts. In: Heinz Häfner (Hrsg.): Alter und Altern: Wirklichkeiten und Deutungen Drittes Kolloquium der Heidelberger Akademie der Wissenschaften. (Schriften der Mathematisch-naturwissenschaftlichen Klasse der Heidelberger Akademie der Wissenschaften 22). Heidelberg: Springer 2012, 203-223 (liegt im Datei-Ordner dieser Veranstaltung).

Christoph Auffarth

Modul 2 Institutionalisierung

VAK Titel der Veranstaltung DozentIn
09-54-MA-1-M2 Vergemeinschaftung und Individualisierung in religiöser Gegenwartskultur

Seminar

Termine:
wöchentlich Mi 14:00 - 16:00 SpT C3190 GW2 B2200 (2 SWS)

Individualisierung und Privatisierung von Religion gelten als eine zumindest in Teilen zutreffende Diagnose religiöser Gegenwartskultur, die zunehmend die feste Einbindung in religiöse Sozialformen ablöst, Flexibilität und Optionalität als Kennzeichen religiöser Bindungen in der Postmoderne. Diagnosen wie jene vom „spirituellen Wanderer“ (Gebhardt et al. 2005) oder vom Muster des „believing without belonging" (Davie 1990) finden diese Überlegungen auch empirisch wieder. Doch was bedeutet das für religiöse Gemeinschaften? Zerfallen sie auf dem Weg in die religionsbezogene Vereinzelung? Werden sie zu temporären Netzwerken von randständiger Bedeutung, unverbindlich für den/die Einzelne/n? Wie können Gegenbeispiele von erneuter oder gar verstärkter religiöser Vergemeinschaftung hier eingeordnet werden?
Im Kurs werden wir uns diesen Fragen in drei Schritten nähern: Über die Lektüre von Grundlagentexten zu (religiöser) Vergemeinschaftung und (religiöser) Individualisierung, über die Diskussion gegenwartsbezogener Diagnosen sowie über die Erarbeitung eigener empirischer Beispiele. Neben der Auseinandersetzung mit den o.g. Themen soll insbesondere die Verbindung von Theorietexten, Studien sowie eigener empirischer Arbeiten Gegenstand der Arbeit im Kurs sein.

Dr. Anna Neumaier

Modul 3 Subjektivierung

VAK Titel der Veranstaltung DozentIn
09-54-MA-1-M3 Katholizismus zwischen lokalen Traditionen und globalen Ansprüchen. Selbstkreuzigungen und -geißelungen auf den Philippinen

Seminar

Termine:
wöchentlich Mo 16:00 - 18:00 SH D1020 (2 SWS)

Einzeltermine:
Fr 03.02.17 - Sa 04.02.17 (Fr, Sa) 10:00 - 16:00 Teerhof

Religiöse Gruppen und einzelne Akteure nutzen zunehmend neue Formen digitaler Medien und werden damit Teil einer globalen Diskussion und Aushandlung von religiöser Autorität, Glaubensinhalten und Ritualen. Ein Beispiel solcher Mediatisierungsprozesse ist das beliebte Ritual an Karfreitag auf den Philippinen, namentlich die Selbst-Kreuzigung, die oft von Selbstgeißelungen begleitet wird. Heute ist dieses Ritual stark mediatisiert: es werden verstärkt Smartphones und Videokameras vom Publikum oder begleitenden Journalisten verwendet, zudem wird dieses Material später im Internet veröffentlicht und kommentiert. So ist das World Wide Web voll von Bildern und Videos, welche unter den Usern oft Diskussionen über den Sinn dieses Rituals sowie auslösen. Diese Ereignisse sowie deren öffentliche Präsentation werden von der katholischen Geistlichkeit auf den Philippinen selbst als auch im globalen katholischen Bereich stark kritisiert. Im Zusammenhang mit Globalisierung lässt sich ein interessantes Phänomen beobachten: die Mediatisierung des Rituals führt zu einer Internalisierung einer ehemalig rein lokal gedachten Tradition durch dessen Sichtbarmachung. Im globalen Diskurs führt dies zu neuen Aushandlungsprozessen um die Definition und damit zusammenhängend von Deutungshoheit über Konzepte wie („richtiges“ und „falsches“) Katholizismus und Christentum.
Im Seminar werden wir uns zunächst einen Überblick über das katholische Symbolsystem (religion préscript) und über die Kirchengeschichte in Asien und auf den Philippinen erarbeiten. Darüber hinaus sollen die Studierenden im Sinne des forschenden Lernens selbst sich einen Schwerpunkt in diesem Bereich suchen, eine eigene Fragestellung entwickeln und eine eigene kleine Forschung methodisch durchführen. Am Ende werden im Rahmen eines selbstorganisierten Symposiums die Ergebnisse präsentiert und diskutiert.

Prof. Dr. Kerstin Radde-Antweiler

Modul 4 Ästhetisierung

VAK Titel der Veranstaltung DozentIn
09-54-MA-1-M4 Religiöse Bilder und Botschaften zwischen Barock und Romantik

Seminar

Termine:
wöchentlich Fr 12:00 - 14:00 SpT C6240 SpT C3190 (2 SWS)

Einer der zentralsten Begriffe des 18. Jahrhunderts ist die Anschauung.
Sie ist ein Schlüsselkonzept in der Kantischen Philosophie, sie erlangte Popularität in der aus pietistischen Umfeldern hervorgegangenen Anschauungspädagogik, sie prägte die romantischen Zugänge zur Wahrnehmung von Transzendenz. Visuelle, plastische und akustische Medienprogramme samt der Anleitungen zu ihrer sinnlichen Erfahrung stehen im Mittelpunkt dieses Seminars. Dabei wird zum einen die Form religiöser Vermittlung, zum anderen die diskursive Funktion dauerhaft verwendeter Motive thematisiert.

Der theoretische Rahmen für die Beschäftigung mit historischem Mediengebrauch wird von der Religionsästhetik bereitgestellt. Im Einstieg sollen einige zentrale Texte aus dieser religionswissenschaftlichen Subdisziplin erarbeitet und diskutiert werden. Anschließend lassen sich anhand von barocken Tempelmodellen (evtl. Exkursion nach Hamburg) wesentliche Funktionsweisen und Hintergründe der Anschauungspädagogik erkunden. Im weiteren Verlauf widmen wir uns einigen ausgewählten Beispielen zu religiösen Aspekten von Physiognomie, Raumgestaltung und visuellen Botschaften in unterschiedlichen Kontexten. Die Abschlusslektüre bilden Friedrich Schlegels Ausführungen zu Dante und zur Poesie, zwei grundlegende programmatische Texte der Romantik.

Dr. Tilman Hannemann

Modul SQ I Profilbildung

VAK Titel der Veranstaltung DozentIn
09-54-MA-1-MSQ1 Mentoring

Seminar

Einzeltermine:
Mo 24.10.16 14:00 - 16:00 SpT C6240

Termine nach Vereinbarung mit Herrn Frese (1 SWS)

Das 14-tägig stattfindende Mentoring wird über zwei Semester angeboten und richtet sich an Studierende im Masterstudiengang „Transformationen von Religion in Medien und Gesellschaft“ im 1. Semester. Das detaillierte Programm wird gemeinsam mit den Teilnehmer*innen entwickelt.

Konstituierende Sitzung in der zweiten Semesterwoche.

Dr. Hans-Ludwig Frese

Modul SQ II Methoden- und interdisziplinäre Kompetenz

VAK Titel der Veranstaltung DozentIn
09-54-MA-1-MSQ2 Neuere Theorien zu Religion in gegenwarts- und transkulturellem Kontext / The study of religion in modern and transcultural contexts: A theoretical approach

Vorlesung

Termine:
wöchentlich Di 14:00 - 16:00 SFG 1080 (2 SWS)

Religionswissenschaft ist eine Disziplin, die erst durch die Wahrnehmung von religiöser Pluralität und gesellschaftlicher Säkularisierung entstanden ist. Insofern wird in der Veranstaltung sowohl zunächst in historischer Perspektive die Geschichte der Disziplin in Auseinandersetzung mit religiöser Fremdheit und Säkularisierung vorgestellt. In einem zweiten Schritt werden neuere Ansätze und Studien zu Religion im Kontext von Pluralität und Transkulturalität gemeinsam gelesen und diskutiert.
Ziel der Veranstaltung ist es, religionswissenschaftliche Fragestellungen und Herangehensweisen an religionsbezogener Transkulturalität und Pluralität kennenzulernen.

Angebot für
• MATS: Das Modul ist ein zusätzliches und entsprechend freiwilliges Angebot für Erst- und Drittsemester des MATS als erster Teil (2SWS) für M7; der zweite Teil (2 SWS) kann dann im SoSe17 studiert werden. Regulär wird M7 auch im SoSe komplett (4 SWS) angeboten, allerdings nicht in dieser einführenden Form.
• MA Religionswissenschaft: Verpflichtend für alle ohne religionswissenschaftliches BA-Studium im SQ-Bereich.
• MA General Studies: Interessierte Studierende aus anderen Masterstudiengängen der Universität.

Studienbegleitende Leistung:
• vorbereitende Lektüre, regelmäßige Teilnahme an den Seminardiskussionen

Eine Online-Anmeldung bei StudIP ist erforderlich.

Modulprüfung für M7: Kleine HA; z.B. Theorievergleich unter einem Aspekt auf 10 Seiten.
Master-Hausarbeiten (20-25 S.) für andere Module nach Absprache auch möglich.
Modulprüfungen nur nach vorheriger Absprache mit der Dozentin!
Andere Prüfungsformen in Absprache mit der Dozentin u.U. möglich.

Prof. Dr. Gritt Maria Klinkhammer

Modul 5 Autorität und Konflikt

VAK Titel der Veranstaltung DozentIn
09-54-MA-1-M3 Katholizismus zwischen lokalen Traditionen und globalen Ansprüchen. Selbstkreuzigungen und -geißelungen auf den Philippinen

Seminar

Termine:
wöchentlich Mo 16:00 - 18:00 SH D1020 (2 SWS)

Einzeltermine:
Fr 03.02.17 - Sa 04.02.17 (Fr, Sa) 10:00 - 16:00 Teerhof

Religiöse Gruppen und einzelne Akteure nutzen zunehmend neue Formen digitaler Medien und werden damit Teil einer globalen Diskussion und Aushandlung von religiöser Autorität, Glaubensinhalten und Ritualen. Ein Beispiel solcher Mediatisierungsprozesse ist das beliebte Ritual an Karfreitag auf den Philippinen, namentlich die Selbst-Kreuzigung, die oft von Selbstgeißelungen begleitet wird. Heute ist dieses Ritual stark mediatisiert: es werden verstärkt Smartphones und Videokameras vom Publikum oder begleitenden Journalisten verwendet, zudem wird dieses Material später im Internet veröffentlicht und kommentiert. So ist das World Wide Web voll von Bildern und Videos, welche unter den Usern oft Diskussionen über den Sinn dieses Rituals sowie auslösen. Diese Ereignisse sowie deren öffentliche Präsentation werden von der katholischen Geistlichkeit auf den Philippinen selbst als auch im globalen katholischen Bereich stark kritisiert. Im Zusammenhang mit Globalisierung lässt sich ein interessantes Phänomen beobachten: die Mediatisierung des Rituals führt zu einer Internalisierung einer ehemalig rein lokal gedachten Tradition durch dessen Sichtbarmachung. Im globalen Diskurs führt dies zu neuen Aushandlungsprozessen um die Definition und damit zusammenhängend von Deutungshoheit über Konzepte wie („richtiges“ und „falsches“) Katholizismus und Christentum.
Im Seminar werden wir uns zunächst einen Überblick über das katholische Symbolsystem (religion préscript) und über die Kirchengeschichte in Asien und auf den Philippinen erarbeiten. Darüber hinaus sollen die Studierenden im Sinne des forschenden Lernens selbst sich einen Schwerpunkt in diesem Bereich suchen, eine eigene Fragestellung entwickeln und eine eigene kleine Forschung methodisch durchführen. Am Ende werden im Rahmen eines selbstorganisierten Symposiums die Ergebnisse präsentiert und diskutiert.

Prof. Dr. Kerstin Radde-Antweiler

Modul 6 Lehrforschungsseminar

VAK Titel der Veranstaltung DozentIn
09-54-MA-3-M6 Lehrforschungsseminar

Seminar

Termine nach Vereinbarung mit den Dozenten

Prof. Dr. Gritt Maria Klinkhammer
Prof. Dr. Kerstin Radde-Antweiler
Christoph Auffarth

Modul 7 Selbstlernmodul

VAK Titel der Veranstaltung DozentIn
09-54-MA-3-M7 Betreuung des Selbstlernmoduls

Seminar

Einzeltermine:
Di 18.10.16 16:00 - 18:00 SpT C6240
Dr. Gabriele Richter

Modul SQ III Praktikum/Auslandsaufenthalt/Sommerschule

VAK Titel der Veranstaltung DozentIn
09-54-MA-3-SQ3 Betreuung des Praktikumsmoduls

Seminar
PD Dr. Beatrix Hauser
09-74-M8910-4 Inklusion und Exklusion in Theorie und Praxis - Akademischer Austausch Israel/Deutschland

Seminar

1. Teil: 6.11.2016-13.11.2016 in Deutschland
2. Teil: 26.02.2017-02.03.2017 in Israel


4 SWS

Anne Mari Kauhanen
Irina Drabkina

Ansprechpartner für die Inhalte des Veranstaltungsverzeichnisses

Alte Vorlesungsverzeichnisse (bis Sommersemester 2012)