22.07.2015
Autor/in: Eberhard Scholz
Mitteilung Nr.: 201

Energieeinsparung in Kühlhäusern: Bremer Strömungssensoren machen es möglich

Neues Kooperationsprojekt startet im Juli 2015 / Förderung durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie

Nr. 201 / 22. Juli 2015 SC

Frisches Obst zu jeder Jahreszeit hat seinen Preis. Äpfel werden zum Beispiel bis zu acht Monaten in Kühlhäusern gelagert. Ziel des neuen Forschungsprojekts „Strömungssensor gestützte Luftführung in Obst- und Gemüselagern (COOL)“ ist es, bei der dazu erforderlichen Energie zu sparen. In dem vom Leibniz-Institut für Agrartechnik Potsdam-Bornim e.V. koordinierten Projekt arbeiten acht Partner aus Industrie und Forschung eng zusammen. Auch die Universität Bremen ist mit dem Institut für Mikrosensoren, -aktoren, Bremen und -systeme (IMSAS) dabei. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) fördert im Rahmen des Programms „Zentrales Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM)“ die Arbeiten über einen Zeitraum von zweieinhalb Jahren mit rund 1,2 Mio. Euro.

Energiefresser Lüftung

Energie wird nicht nur zur Bereitstellung der Kühlleistung benötigt, sondern insbesondere auch für Ventilatoren, um eine gleichmäßige Luftströmung in jedem Spalt aufrechtzuerhalten. Der Anteil der Lüfter am Gesamtenergiebedarf beträgt etwa 40%. Hier setzt COOL an. Um eine sichere und ausreichende Kühlung in jeder Kiste zu garantieren, sind die Lüfter bisher oft überdimensioniert. Eine neue intelligente Regelung soll die tatsächlich erzielte Strömung zwischen und in den Kisten messen. Wenn die Kühlung ausreichend ist, wird der für diese Sektion zuständige Lüfter heruntergefahren, wenn es Probleme gibt, die Drehzahl erhöht. Man spart sogar doppelt: Lüfter produzieren Abwärme. Wenn die Lüfter weniger Energie umsetzen, muss die Kühlung auch weniger Wärme aus dem Lager abführen. Feuchtigkeits- und der damit verbundene Gewichtsverlust der Ware durch Verdunstung werden ebenfalls reduziert.

Mini-Strömungssensoren aus Bremen

Gleichzeitig wird anhand einer genauen Messung der Strömungsverhältnisse das Design der Kisten optimiert. Die Luftführung im Raum soll ebenfalls durch zusätzliche Leitbleche optimiert werden. Erfahrene Biologen werden die Auswirkung von Strömungsänderungen auf die Früchte untersuchen, Verpackungen optimieren und ein Computermodell der Strömung erstellen.

Der Aufbau von miniaturisierten Strömungssensoren ist seit zehn Jahren eine der Kernkompetenzen des IMSAS. Ein neues Chip-Design soll nun die Strömungen in unterschiedliche Richtungen mit Betrag und Winkel messen. Damit wird eine genauere Analyse des Strömungsprofils möglich. 20 oder sogar 100 Sensoren sollen für die ersten Messungen eingesetzt werden. Das geht natürlich nur mittel drahtloser Übertragung, dazu wird der Sensor mit einem neuen Funkmodul von micorsensys verbunden. Daneben wird das Projekt von einem weiteren Forschungspartner und insgesamt fünf Industrieunternehmen unterstützt.

Weitere Informationen:

Universität Bremen
Fachbereich Physik / Elektrotechnik
Institut für Mikrosensoren, -aktoren, Bremen und -systeme (IMSAS)
Dr.-Ing. Reiner Jedermann
Tel. 0421 218 62603
E-Mail: rjedermannnoSpam@imsas.uni-bremen.de
http://www.imsas.uni-bremen.de
oder
Leibniz-Institut für Agrartechnik Potsdam-Bornim e.V.
Dr. Ulrike Praeger 
Tel.: 0331 5699-917
E-Mail: upraegernoSpam@atb-potsdam.de
http://www.atb-potsdam.de/meta/presse/pressemitteilungen.html