Schulprojekt

Podcast Bremer Stadtforscher

Andreas Klee und Burkhard Sachse von der Universität Bremen sprechen über das Projekt Bremer Stadtforscher. Zum Podcast...


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Bremer Stadtforscher

 

Das Denkwerk „Bremer Stadtforscher“ initiiert und fördert Schülerprojekte des entdeckend-forschenden Lernens zu Fragen und Themen im unmittelbaren lokalen und regionalen Umfeld von Schülern. Die Projekte werden mit wissenschaftlichem Know-how inhaltlich und methodisch beratend begleitet.

Grundidee ist dabei die Heranführung Jugendlicher an demokratische Grundwerte über ihre reflexive Auseinandersetzung mit lokalen Beispielen kommunaler Partizipation.

Untersuchungsgegenstand sind von den Jugendlichen selbst ausgewählte Personen, Institutionen, Diskurse und Projekte in ihrem Umfeld, die in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft auf unterschiedliche Weise „vor Ort“ an der Meinungsbildung, Entscheidung und Gestaltung in der Stadt Bremen, ihren Stadtteilen oder dem unmittelbaren Wohnumfeld mitgewirkt haben.

Diese sollen von den Schülern im Sinne des forschenden Lernens recherchiert, beurteilt und dargestellt werden.

Die Bremer Stadtforscher-Projekte oder -Facharbeiten erwachsen aus dem regulären Fachunterricht der beteiligten Fächer Politik, Geschichte, Geographie oder Welt/Umwelt und stehen unter einem jährlich wechselnden, fächerübergreifend-integrativen sozialwissenschaftlichen Rahmenthema. Dabei wird bewusst auf eine nähere thematische Eingrenzung der schulischen Projektplanungen verzichtet – dies widerspräche nicht nur dem Projektgedanken, der eine aktive Beteiligung der Schüler bei der Themenfindung vorsieht, sondern auch der beabsichtigten Planungs-Symmetrie mit den Kooperationsschulen.


„Bremer Stadtforscher“: Jugendliche setzen sich mit dem Thema Flucht auseinander

Projekt startet am 10. Februar mit dem „Markt der Ideen“ an der Uni Bremen / Sozialwissenschaftler wollen dem Schulunterricht damit neue Impulse geben

Nr. 034 / 3. Februar 2016 MM

Nach einem Bericht des Flüchtlingshilfswerks der Vereinten Nationen (UNHCR) sind weltweit über 60 Millionen Menschen auf der Flucht. Überwiegend kommen sie aus Syrien, Afghanistan und Somalia. Daraus ergeben sich Herausforderungen, aber auch Chancen. Das diesjährige Projekt „Bremer Stadtforscher“ der Universität Bremen setzt sich mit dem Thema Flucht auseinander. Über 200 Schülerinnen und Schüler von sechs Bremer Schulen werden es aus geografischer, historischer und politischer Perspektive erforschen. Unterstützt werden sie dabei von Studierenden und Wissenschaftlern des Zentrums für die Didaktiken der Sozialwissenschaften. Am Mittwoch, 10. Februar 2016, findet der Projektauftakt mit dem traditionellen „Markt der Ideen“ an der Uni Bremen statt.

Schüler sollen eigene Forschungsfelder ausfindig machen

Nach einer Begrüßung um 9 Uhr im großen Hörsaal (Keksdose) präsentieren sich regionale Museen, Archive, Institutionen und Vereine im Gebäude GW2 (Treppenhausbereich). Mit ihren Informationen und ihrer Expertise unterstützen sie die Schülerinnen und Schüler bei der Themenfindung. Vertreten sind über 15 Aussteller – unter anderem die Landeszentrale für Politische Bildung, das International Office der Uni Bremen, das Landesfilmarchiv, das Staatsarchiv und der Verein Zuflucht – Ökumenische Ausländerarbeit. „Der `Markt der Ideen` soll die Jugendlichen dazu anregen, eigene Forschungsfelder in ihrem Lebensumfeld ausfindig zu machen und Fragestellungen zu formulieren“, sagt der Leiter des Projekts, Professor Andreas Klee. Deshalb haben die Schülerinnen und Schüler die Aufgabe bekommen, die Tätigkeitsfelder, Vorgehensweisen und Präsentationen der Markt-Aussteller zu erkunden und so Anregung und Hilfe für eigene Projekte zu erhalten.

Über das Projekt „Stadtforscher“

Das Projekt „Bremer Stadtforscher“ findet seit 2010 einmal im Jahr statt. Die Idee dafür stammt vom Zentrum für die Didaktiken der Sozialwissenschaften der Universität Bremen. Hier haben sich Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Fächer Politik, Geographie und Geschichte zusammengetan, um dem sozialwissenschaftlichen Unterricht neue Impulse zu geben. Dabei kooperieren sie eng mit den Partnerschulen und Lehrkräften. Im Stadtforscher-Projekt sollen Schülerinnen und Schüler nach dem Prinzip des forschend-entdeckenden Lernens über die konkrete Auseinandersetzung mit stadtbezogenen Themen erste Erfahrungen eigener Recherche sammeln. Dabei lernen sie Methoden der Sozial- und Geisteswissenschaften kennen. Ihre Forschungsthemen wählen die Jugendlichen selbst. Sie entscheiden, mit welchen Personen, Institutionen und Projekten sie zur Recherche und Realisierung ihres Forschungsvorhabens kooperieren. Die Projektarbeit beginnt mit dem zweiten Schulhalbjahr und endet vor den Sommerferien. Speziell ausgebildete Lehramtsstudierende begleiten die Schülerinnen und Schüler als Projekttutoren. Unterstützt wird das Projekt „Bremer Stadtforscher“  unter anderem von der Sparkasse Bremen. Weitere Informationen unter www.uni-bremen.de/de/schule/forschen-studieren-sich-orientieren/forschen/stadtforscher.html

Die beteiligten Partnerschulen:

•    Wilhelm-Olbers-Schule
•    Kippenberg Gymnasium
•    Oberschule Findorff
•    Cato Bontjes van Beek Gymnasium
•    Oberschule am Leibnizplatz
•    Altes Gmynasium

 

Kontakt
Universität Bremen
Fachbereich Sozialwissenschaften
Zentrum für die Didaktiken der Sozialwissenschaften der Universität Bremen (ZeDiS)
Prof. Dr. Andreas Klee (Direktor)
E-Mail: aklee(at)uni-bremen.de

Markt der Möglichkeiten 2016 - Impressionen


Burkhard Sachse wird "Ehrenstadtforscher"

Am Mittwoch, den 14. Oktober 2015, wurde Burkhard Sachse im Rahmen seiner Verabschiedung von der Universität Bremen der ZeDiS-Titel

"Bremer Ehrenstadtforscher"

verliehen.

 

Gewürdigt wurden damit das Engagement und die Leistungen von Burkhard Sachse, der als Universitätslektor für Geschichtsdidaktik die Lehrer_innenbildung am Fachbereich 08 der Universität Bremen mehr als 20 Jahre lang entscheidend geprägt hat.

Dazu einige Auszüge aus der Laudatio von Professor Dr. Andreas Klee, Direktor des Zentrums für die Didaktiken der Sozialwissenschaften (ZeDiS) der Universität Bremen:

 

"(...) Die Lehrer_innenbildung am Fachbereich 08 der Universität Bremen basiert auf mindestens drei Teilaspekten:

(1.) Der Durchsetzungsfähigkeit der handelnden Personen. (...)
Es ist ein großes Glück gewesen, mit Burkhard Sachse jemanden zu haben
, der quasi eins zu eins das Institut für Geschichtswissenschaft abbilden konnte. Dies führte dazu, dass wir insgesamt eine hohe Gestaltungsmöglichkeit hatten und diese sehr zum Wohle der Studierenden und der Weiterentwicklung des Faches nutzen konnten.

(2.) Dem Anspruch, ein möglichst sinnvolles Studium für angehende Lehrer_innen zu verwirklichen. (...)
Was recht bescheiden mit gemeinsamen Seminaren
anfing, endete in dem fächerübergreifend-interdisziplinären Mastermodul FD3, in dem Studierende inzwischen die Möglichkeit haben, Lehrveranstaltungen aus einem anderen sozialwissenschaftlichen Fach studieren zu können. Insgesamt ist die Lehramtsausbildung am FB 8 heute gänzlich neu strukturiert und vor allem mit Blick auf die jeweiligen Nachbarfächer untereinander synchronisiert:

  • aus unseren gemeinsamen Forschungscolloquien sind seit 2009 über 100 praxisrelevante Masterarbeiten entstanden;
  • aus einer Gruppe von Einzelkämpfern ist das Zentrum für die Didaktiken der Sozialwissenschaften geworden, das seinen festen Platz am Fachbereich 08 und im Zentrum für Lehrerbildung der Universität Bremen innehat und das einen institutionalisierten Ort des Gedankenaustausches, der Reflexion und der kontinuierlichen Weiterentwicklung darstellt;
  • aus den ersten Ideen zum forschenden Lernen und einer praxisorientierteren Lehrer_innenausbildung sind die Bremer Stadtforscher geworden, die nun bereits ins sechste Jahr gehen und im Rahmen derer wir den - überwiegend erfolgreichen - Versuch unternommen haben, bei über 1000 Schüler_innen sozial- und geisteswissenschaftliches Denken anzuregen;
  • aus der Unzufriedenheit mit dem an den bremischen Oberschulen neu eingeführten Fach "Gesellschaft und Politik" sind zahlreiche Ideen für Lehrer_innenfortbildungen und konzeptionelle Überlegungen zu einem gelingenden fächerübergreifend-interdisziplinären Unterricht erwachsen.

Wir alle kennen die Sache mit dem Propheten und dem eigenen Land. - Und in der Tat ist es so, dass viele, die von außerhalb kommen und unsere neu geschaffenen Strukturen der Lehrer_innenbildung erstmals wahrnehmen, höchst beeindruckt sind und nicht selten hört man, dass das ZeDiS und alles, was damit verbunden ist, einzigartig in der Bildungslandschaft BRD sind.

(3.) Verlässlichkeit in der Umsetzung (...)
Burkhard Sachse hat in den Jahren, in denen wir zusammengearbeitet haben, keinen Termin vergessen, keine Frist versäumt, niemals vergessen, relevante Personen rechtzeitig und umfassend zu informieren, immer darauf hingewiesen, dass es jetzt an der Zeit sei, die Veranstaltungen für das nächste Semester zu besprechen, und vieles, vieles mehr. Er war immer pünktlich, immer vorbereitet.

Während ich bei einer ZeDiS-Sitzung noch beschämt auf den Tagesordnungspunkt geguckt habe, weil ich es vergessen hatte, mich entsprechend zu präparieren, zog Burkhard mit einer Bemerkung wie "Ich hab da mal ein paar Sachen notiert" eine beinahe perfekte Beschlussvorlage aus der ledernen Lehrertasche.

Und das Beste! Er bewahrt alles auf! Jahre, nachdem wir einen ähnlichen Punkt schon einmal diskutiert haben, bringt er tatsächlich das passende Dokument mit und nicht etwa als irgendeine Datei, sondern als Originalpapier. (...)

 

Lieber Burkhard! Alles, was wir begonnen haben, haben wir Dank Deiner Beharrlichkeit und Disziplin in den allermeisten Fällen zu Ende gebracht. Dafür und für all' die anderen genannten Punkte, die Du in die Philosophie der Lehrer_innenbildung am Fachbereich 08 eingebracht hast, möchte ich Dir persönlich und im Namen des gesamten ZeDiS ganz herzlichen danken.