Uni bietet Schulen neue Studien-Praxis-Projekt an

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Studien-Praxis-Projekte

Es gibt Probleme, die man durch Impulse von außen besser lösen kann. Ein neues Projekt in der Lehrerbildung bietet Schulen an, sich mit Fragen und Problemen zu Unterrichtsmaterialien, Schulentwicklungsprozessen sowie Förder- und Diagnostikmaßnahmen an die Uni Bremen zu wenden. Wissenschaftlerinnen, Wissenschaftler und Studierende entwickeln in Zusammenarbeit mit ihnen Lösungen.

„Wir haben alle Schulen in Bremen angeschrieben und schon einige Rückmeldungen von Grundschulen und Oberschulen erhalten“, sagt der Leiter der Studien-Praxis-Projekte (SPP), Professor Till-Sebastian Idel erfreut. Die Studien-Praxis-Projekte sind Teil des Zukunftskonzept „Schnittstellen gestalten“, für welches das Zentrum für Lehrerbildung der Uni Bremen knapp 2,7 Millionen Euro beim Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) eingeworben hat.

Wie verlaufen die Studien-Praxis-Projekte?


In dem interdisziplinären Vorhaben arbeiten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus der Grundschul-, Mathematik- und Physikdidaktik, Inklusive Pädagogik sowie den Erziehungswissenschaften eng zusammen. Gemeinsam bieten sie Masterstudierenden zum Wintersemester ein Seminar an, in dem sie sich zunächst mit den Fragen und Problemstellungen der teilnehmenden Schulen theoretisch auseinandersetzen. Danach gehen die Studierenden mehrere Monate zu zweit in jeweils eine Schule. Dort bearbeiten sie das Thema in Zusammenarbeit mit den jeweiligen Lehrerinnen und Lehrern und entwickeln Lösungen. Die Dozentinnen und Dozenten stehen beratend zur Seite.

Wissenschaftliche Begleitung durch Doktoranden

Die Ergebnisse können die Studierenden für ihre Masterarbeit weiter verwenden. Die Studien-Praxis-Projekte werden über mehrere Semester durch Doktorandinnen und Doktoranden wissenschaftlich begleitet sowie evaluiert. Langfristig sollen sie als festes Studienelement in die Lehrerbildung einfließen.

Entlastungsstunden für Lehrerinnen und Lehrer

Lehrerinnen und Lehrer, die an dem Projekt teilnehmen, erhalten Entlastungsstunden, die die Projektverantwortlichen zuvor mit der Behörde ausgehandelt haben. „Wir bieten dies an, weil uns bewusst ist, dass die Mitarbeit der Schulen zunächst Mehrarbeit für Lehrerinnen und Lehrern bedeutet“, so Idel. Der Wissenschaftler ist jedoch überzeugt, dass die Schulen von der Zusammenarbeit langfristig profitieren werden.

Neue Kultur der Zusammenarbeit

„Wir wollen eine neue Kultur der Zusammenarbeit zwischen Schule und Universität durch das Projekt initiieren“, sagt Idel. Die Universität wolle ihr Wissen als Dienstleitung den Schulen anbieten. Während die Lehrerinnen und Lehrer die Praxisexperten seien, könne die Universität neue Methoden und Verfahren aufzeigen und habe zudem den Blick von außen.  „Unseren Studierenden wollen wir durch die Zusammenarbeit Wissen und Können für ihre spätere Praxis vermitteln und Reflektionsprozesse anregen“, sagt Till-Sebastian Idel.

Über das „Zukunftskonzept "Schnittstellen gestalten“

Das Projekt von Stephan Idel und seinen Kolleginnen und Kollegen ist eines von mehreren Vorhaben, die zurzeit im Rahmen des Zukunftskonzepts „Schnittstellen gestalten“ umgesetzt werden. Das Zentrum für Lehrerbildung hat dafür knapp 2,7 Millionen Euro bei der Förderinitiative „Qualitätsoffensive Lehrerbildung“ von Bund und Ländern eingeworben. Bundesweit soll damit die Lehrerbildung an deutschen Hochschulen verbessert werden.

Insgesamt vier Teilprojekte

Ziel des Bremer Zukunftskonzepts „Schnittstellen gestalten“ ist eine engere Verzahnung der Fachdidaktiken, Fachwissenscaften und Erziehungswissenschaften sowie von Theorie und Praxis. Die angehenden Lehrerinnen und Lehrer sollen zu reflektierten Praktikern ausgebildet werden. Insgesamt gibt es vier Teilprojekte.