Forschung
Nachhaltigkeit in Organisationen einzubeziehen bedeutet Komplexitätssteigerung. Für die Bewältigung dieser Komplexität braucht es eine intensive Denkbewegung. Das Institut für Nachhaltigkeitscoaching begleitet Entscheidungsträger:innen bei dieser Aufgabe. Dafür bietet sich die Erweiterung des Business Coachings zu einem Nachhaltigkeitscoaching an.
Nachhaltigkeit und Humanismus in komplexen Führungsprozessen stellen bislang das übergreifende Forschungsthema der Institutsmitglieder dar. Im Rahmen des Instituts konzentriert sich deren Forschung auf die Frage, inwieweit die Ansätze eines Business Coachings zu einem Nachhaltigkeitscoaching erweitert werden können. Es gilt für diesen Zweck die inhaltlichen Herausforderungen eines Sustainable Leadership mit den Anforderungen einer coachenden Haltung in Führungs- und Weiterbildungskontexten konzeptionell zu verbinden.
Seit 2024 entwickeln wir einen neuartigen Forschungsansatz, der darauf abzielt, Nachhaltigkeitslernen mit den Qualitäten des Coachings zu verbinden. Das Alleinstellungsmerkmal dieses Ansatzes liegt in der innovativen Verknüpfung von Raumdidaktik, systemischer Arbeit und transformativer Lerntheorie, die gezielt auf die Förderung von Nachhaltigkeitstransformationen ausgerichtet ist.
Der Forschungsansatz Nachhaltigkeitscoaching
Innovative Aspekte des Forschungsdesigns
1. Raum als aktives Lern- und Transformationsmedium
Der Einsatz einer Bühne mit vier symbolischen Feldern schafft einen physischen und metaphorischen Raum, in dem Coachees Nachhaltigkeit auf kognitiver, emotionaler und körperlicher Ebene erfahren können. Der Raum wird nicht lediglich als Kulisse, sondern als integraler Bestandteil des Lernprozesses genutzt, wodurch die Theorie buchstäblich begehbar gemacht und ein Lernen in Bewegung ermöglicht wird. Die dialogischen Bewegungen zwischen den Feldern erlauben dynamische Reflexions- und Handlungsschleifen, die zu einer tieferen, zuweilen auch bildlichen Verankerung von Zusammenhängen im Nachhaltigkeitskontext führen können.
2. Fokussierung auf die Voraussetzungen, Systemkritik üben zu können
Die bewusste Konzentration auf das Feld der Systemkritik als zentraler Bestandteil des Prozesses ist einzigartig. Während viele Coaching- und Bildungsansätze sich auf individuelle Kompetenzen oder zwischenmenschliche Dynamiken beschränken, zielt dieser Ansatz darauf ab, sowohl innere Barrieren als auch systemische Hürden zu erkennen und zu überwinden. Coachees lernen, kritisch mit bestehenden Machtstrukturen, Wertesystemen und Narrativen umzugehen, die Nachhaltigkeitsbemühungen behindern. Viele Coachingansätze vermeiden die tiefgreifende Auseinandersetzung mit systemischen Zusammenhängen, da sie als unbequem und abstrakt gelten. In diesem Ansatz wird die Systemkritik jedoch bewusst als Schlüssel zur Transformation verstanden.


