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Presseerklärung

VolkswagenStiftung fördert Projekt zu Migration und raschem Umweltwandel

Erfolg für das artec | Forschungszentrum Nachhaltigkeit: Als eines von vier Projekten in der Förderlinie „Schlüsselthemen für Wissenschaft und Gesellschaft“ hat das Kuratorium der VolkswagenStiftung in diesem Jahr einen Verbundantrag mit dem Titel „New regional formations: rapid environmental change and migration in coastal regions of Ghana and Indonesia“ zur Förderung angenommen, an dem das Forschungszentrum maßgeblich beteiligt ist.

Im Fokus des Projektes stehen zwei Regionen in Ghana und Indonesien, die beide schon seit einigen Jahrzehnten mit starken Veränderungen der Küstenmorphologie konfrontiert sind. Während in der Region Keta im Südosten Ghanas die Küste erodiert, senken sich Teile des Stadtgebiets von Semarang im Norden Javas in hohem Tempo ab. „In beiden Fällen haben wir es mit Prozessen zu tun, die in Form und Ausmaß schon heute mit den Entwicklungen vergleichbar sind, die im Kontext des Klimawandels für zahlreiche Küstenabschnitte rund um die Welt prognostiziert werden“, erläutert der Sprecher des Verbundes, Prof.Dr. Michael Flitner. „Gleichzeitig sind beide Regionen Teil dynamischer Migrationssysteme und fungieren sowohl als Ziel wie als Ausgangsort von regionalen und internationalen Migrationsbewegungen. Daher hoffen wir, hier einiges über die möglichen Zusammenhänge zwischen Umweltveränderungen und dem Wanderungsgeschehen lernen zu können.“

Das Projekt wird aus verschiedenen Blickwinkeln erforschen, wie die in den betroffenen Gebieten lebenden Menschen die Umweltveränderungen bewerten und diese in ihre Entscheidungen einbeziehen. Neben dem artec sind hieran das Leibniz Zentrum für Marine Tropenökologie (ZMT) beteiligt, die Freie Universität Berlin sowie das Kulturwissenschaftliche Institut in Essen (KWI). Vor dem Hintergrund der jeweiligen physischen Veränderungen und der unterschiedlichen Risikokulturen untersuchen die Wissenschaftler ökonomische Anpassungsstrategien, Migrationsverläufe und den politischen Umgang mit den Veränderungen. „In diesen fünf Dimensionen sehen wir das Gerüst neuer regionaler Formationen“, so der Dipl.Geogr. Johannes Herbeck, „und wir hoffen, damit ein besseres Verständnis davon zu gewinnen, wie soziale und natürliche Prozesse regional eingebettet sind.“ Das Vorhaben wird für die Dauer von drei Jahren gefördert und schließt Aufenthalte internationaler Gastwissenschaftler an den Universitäten in Bremen und Berlin ein.

Kontakt:
Koordination: Dipl.Geogr. J. Herbeck (0421) 218 - 61833
Sprecher: Prof.Dr. M. Flitner (0421) 218 - 61844