Studie
Das Ernährungsverhalten von Menschen wird durch eine Vielzahl von Faktoren beeinflusst: etwa durch die verfügbare Zeit, Ressourcen, das eigene Wissen sowie durch die Möglichkeiten, die sich aus der Umwelt ergeben und der eigenen Lebenssituation. Ziel der UNICON-Studie ist es, den Zusammenhang zwischen diesen Faktoren und Ernährungsverhalten näher zu untersuchen, wobei der Einfluss sozialer Ungleichheiten von besonderem Interesse ist.
Zur Erfassung des Ernährungsverhaltens bitten wir die Teilnehmenden, an bis zu 21 aufeinanderfolgenden Tagen in einer App zu dokumentieren, was sie während der Studientage gegessen, getrunken und erlebt haben. Da wir auch untersuchen möchten, inwiefern der Kontext, die Mitmenschen und die Umgebung der Esssituation mit dem Ernährungsverhalten zusammenhängen, erfassen wir mithilfe der GPS-Funktion des Smartphones zusätzlich den Standort der Teilnehmenden, wenn sie die Fragebögen beantworten. Alle erhobenen Daten werden aber selbstverständlich ausschließlich mit dem Einverständnis der Teilnehmenden erhoben.
Um soziale Ungleichheiten systematisch erfassen zu können, erfragen wir Informationen zu verschiedenen Merkmalen der Teilnehmenden: etwa deren Bildungsstand, Geschlecht, Einkommen, berufliche Tätigkeit sowie zu möglicherweise erlebten Diskriminierungserfahrungen. Darüber hinaus interessieren uns, welche Rolle die Ernährung im Leben der Teilnehmenden spielt und wie die Ressourcen und Möglichkeiten bezüglich der Auswahl und Zubereitung von Lebensmitteln wahrgenommen werden.
Mit den Daten, die wir durch unsere zwei Studien erhalten, möchten wir herausfinden, welche Faktoren der Person, der Mitmenschen und der Umgebung (z.B. Einkaufsmöglichkeiten) das Essverhalten beeinflussen und ob sich dabei Unterschiede zwischen sozialen Gruppen zeigen, die sich auf soziale Ungleichheiten zurückführen lassen.
Unsere erste Studie lief von August 2025 bis März 2026 und in der Zeit haben über 400 Personen an unserer Studie teilgenommen. Die Teilnahme funktionierte, indem Personen, die an der Studie interessiert waren, eine App auf ihrem Handy installierten und darüber Fragen beantworteten.
1. Einstieg: Zu Beginn beantworten Studienteilnehmende einmalig Fragen zu Ihrer Person und Ernährungsgewohnheiten
2. Situationsbericht: Teilnehmende erhalten viermal täglich eine Benachrichtigung und geben an, ob und wann sie etwas gegessen haben. Der Standort wird dabei erfasst.
3. Abendbericht: Sie beantworten hier Fragen zu ihrem Tag und können uns auch Sprachaufnahmen schicken.
4. Ende der Studie: Es gibt einen kurzen Fragebogen zum Abschluss, um Feedback zur Studie zu erhalten und Daten für die Überweisung der Aufwandsentschädigung erfassen zu können.
Wir verarbeiten Ihre Daten und einige Wochen nach Abschluss der Studie erhalten Teilnehmende ihre Aufwandsentschädigung.
Der Schutz Ihrer Daten hat für uns oberste Priorität. Vor Beginn der Studie wurde der Ethikkommission der Universität Bremen und der Universität Mannheim ein Datenschutzkonzept vorgelegt. Die Teilnahme an der gesamten Studie ist vollkommen freiwillig und kann jederzeit ohne Angabe von Gründen beendet werden, ohne dass Ihnen dadurch Nachteile entstehen.
Wie werden Ihre Daten gespeichert?
Alle von Ihnen eingegebenen Informationen, einschließlich Ihrer Antworten in den Fragebögen, werden sicher und pseudonymisiert gespeichert. ExpiWell erhebt nur die Daten, die für die Studie notwendig sind. Wenn GPS-Daten erfasst werden, geschieht dies ausschließlich mit Ihrer ausdrücklichen Zustimmung. Diese Standortdaten helfen uns zu verstehen, welche Umwelteinflüsse das Ernährungsverhalten beeinflussen.
Ihre Daten werden während der Studie auf den Servern von ExpiWell gespeichert. ExpiWell nutzt Server in den USA, was bedeutet, dass Daten außerhalb der EU verarbeitet werden. Das Unternehmen gibt an, angemessene Sicherheitsmaßnahmen zum Schutz der Daten zu implementieren.
ExpiWell speichert die Daten in einer verschlüsselten Form, um unbefugten Zugriff zu verhindern. Da die App auch verschiedene Tracking-Technologien nutzen kann, kann möglicherweise auch Dritten Zugriff auf bestimmte Daten gewährt werden. ExpiWell versichert jedoch, dass keine Daten zu Werbezwecken verwendet werden und dass sie sich an die Datenschutzbestimmungen der USA, dem „Health Insurance Portability and Accountability Act” (HIPAA) und der auf den Standards der EU basierten ”General Data Protection Regulation” (GDPR) zu halten.
Was passiert mit meinen Daten?
Personenbezogene Daten (z. B. Bankverbindung, Name, Adresse, E-Mail-Adresse) werden nur erhoben, wenn Sie die Auszahlung der Aufwandsentschädigung auf Ihr Konto wünschen. Diese Daten werden in einer lokal gesicherten, passwortgeschützten Datenbank gespeichert, auf die nur autorisierte Mitarbeitende der Abteilung Prävention und Gesundheitsförderung Zugriff haben. Diese Mitarbeitenden sind zur Verschwiegenheit verpflichtet und geben Ihre Daten nicht an unbefugte Dritte weiter.
Nach Abschluss der Studie werden alle personenbezogenen Daten gelöscht. Die übrigen Forschungsdaten werden ausschließlich in anonymisierter Form für wissenschaftliche Analysen genutzt.
Sie haben jederzeit das Recht, Ihre Zustimmung zur Speicherung und Verarbeitung Ihrer Daten zu widerrufen. In diesem Fall werden alle gespeicherten Informationen unverzüglich gelöscht, soweit dies mit den wissenschaftlichen Anforderungen der Studie vereinbar ist.
Wenn Sie Fragen zum Datenschutz haben, können Sie uns jederzeit unter uniconprotect me ?!uni-bremenprotect me ?!.de kontaktieren. Weitere Informationen zu den Datenschutzrichtlinien von ExpiWell finden Sie in der Datenschutzerklärung von ExpiWell: https://app.expiwell.com/privacy.
Hier finden Sie veröffentlichte Publikationen des UNICON-Teams zum Thema Ernährung und Gesundheitsverhalten:
Pedrós Barnils, N., Alazza, N. N. & Schüz, B. (2026). Social support mediates intersectional inequalities in fruit and vegetable intake in Germany. http://dx.doi.org/10.2139/ssrn.6613144
Pedrós Barnils, N., Alazza, N. N., Emmer, C., Callies, C. M., Mata, J., & Schüz, B. (2025). Soziale Unterschiede im Gesundheitsverhalten verstehen und verändern: Ernährung als Schnittstelle zwischen sozialer Ungleichheit und Gesundheit. Bundesgesundheitsblatt-Gesundheitsforschung-Gesundheitsschutz, 1–8. https://doi.org/10.1007/s00103-025-04099-1
