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Grußwort

der Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

Dr. Franziska Giffey

Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

Sehr geehrte Damen und Herren,

Menschen leben heute immer länger. Noch nie waren so viele so fit und gesund im Alter wie heute. Das ist eine gute Nachricht. Dennoch muss unsere Gesellschaft darauf reagieren. Wir müssen dafür sorgen, dass es gute Bedingungen gibt, um auch im hohen Alter ein gutes Leben zu ermöglichen. Gefragt sind alle – von der Politik über die Zivilgesellschaft, Wissenschaft, Medien und Wirtschaft.

Wir können froh sein, wenn ältere Menschen unsere Gesellschaft weiterhin entscheidend mitgestalten. In Deutschland sind die Voraussetzungen für ein gesundes Altern gut. Hier liegt ein großes Potential für bürgerschaftliches Engagement, für Beteiligung an demokratischen Prozessen, für die Gestaltung einer integrativen Gesellschaft, die auf Zusammenhalt setzt. Von älteren Menschen können wir viel lernen.

Wir müssen dabei berücksichtigen, dass Menschen unterschiedlich altern. Viele treten die Rente in einem fitten Zustand an und sind materiell gut abgesichert. Andere haben trotz lebenslanger Arbeit kein gutes Auskommen. Wieder andere sind schon früher auf die Unterstützung anderer bis hin zur Pflege angewiesen.

Es gibt im Altern auch Unterschiede zwischen Männern und Frauen. Die Lebenserwartung ist unterschiedlich. Frauen haben oft ein dichteres soziales Netz als Männer und sie übernehmen mehr Sorgetätigkeiten. Sie leben häufiger allein, leiden öfter unter depressiven Symptomen sowie im höheren Alter stärker unter Einbußen der funktionalen Gesundheit als Männer.

Die Erfahrungen im Verlauf des Lebens prägen uns im Alter. Unter den „Baby-Boomern“, die in den kommenden Jahren das Rentenalter erreichen, sind viele, die Ende der 60er Jahre den Aufbau einer modernen Gesellschaft in Westdeutschland vorangetrieben haben. In der DDR haben Angehörige dieser Generation die Opposition getragen, haben die friedliche Revolution und die deutsche Wiedervereinigung mitherbeigeführt. Das sind historische Leistungen, die noch heute unsere Gesellschaft prägen. Ältere Menschen verdienen deshalb neben Anerkennung auch, dass wir sie und ihre wertvollen Erfahrungen weiterhin mit einbeziehen.

Die 32. Bremer Universitäts-Gespräche befassen sich mit den Chancen und Risiken einer alternden Gesellschaft. Ich wünsche Ihnen einen anregenden Austausch und eine erfolgreiche Tagung!

Mit freundlichen Grüßen
Dr. Franziska Giffey

Aktualisiert von: Laura Körle