(AKAD20) Die Philosophie Achille Mbembes

Inwiefern unterscheidet sich das an Rationalität und Aufklärung orientierte abendländische Denken, das zugleich mit der Unterwerfung der Natur unter das bürgerliche Subjekt und dem dialektischen Umschlagen von Vernunft in Gewalt und Barbarei (Horkheimer/Adorno) einherging, von anderen Formen der Vernunft? Dieser Frage wollen wir am Beispiel der Arbeiten von Achille Mbembe, dem gegenwärtig wohl wichtigsten afrikanischen Philosophen, nachgehen.

Mbembe ruft in seiner Philosophie dazu auf, sich gegen die Bewegung der Vernichtung von Lebewesen und Dingen mit den „anderen“ Lebenskräften zu verbünden, die er in den alten kulturellen Archiven Afrikas verortet. Zentral ist dabei die Idee einer „Ethik der Loslösung“, bei er es darum geht, „dem anderen Platz einzuräumen, Bindungen freizusetzen“ und dabei auf Gewalt zu verzichten. Diese paradoxale Figur der Enteignung, die den Weg zur Regeneration erst öffnet, setzt Mbembe gegen die gewaltförmige Ausbeutung von Natur und Menschen, „die das Sein zur Erschöpfung verdammt“. Dabei spielen Ideen und Begriffe wie Planetares Bewusstsein, Terrestrische Gemeinschaft und die Wiederverbindung mit den Kräften des Kosmos eine zentrale Rolle.

Besonders aufschlussreich ist der Anschluss an Foucaults Konzept der Bio-Macht durch den Begriff der Nekropolitik. Während Foucaults Konzept von einer Einschreibung der Macht in den Körper qua Disziplinarapparatur ausgeht, will Mbembe zeigen, dass dieser Ansatz nicht mehr ausreicht, um den Grad der Domination und Zerstörung zu analysieren, wie er gegenwärtig in Palästina, dem Sudan und anderen Teilen der Welt herrscht. Nekropolitik meint dabei die Schaffung von Zonen des Todes, in denen der Tod zur ultimativen Form von Herrschaft aber auch zur primären Form des Widerstands wird!

Diesen Ideen wollen wir anhand von Textauszügen aus seinen Werken „Necropolitics“ (2003), „Kritik der schwarzen Vernunft“ (2014), „Postkolonie“ (2016), „Ausgang aus der langen Nacht (2016) und „Die terrestrische Gemeinschaft“ (2025) nachgehen.

(Zitate in der Ankündigung stammen aus „Die terrestrische Gemeinschaft“).
 


Dozent:          Dr. phil. André Steiner

Termine:                  dienstags,  07.04. - 07.07.2026

Zeit:                         10:00 (s.t.) bis 11:30 Uhr

Veranstaltungsart:   hybrid, in Präsenz (Akademie, Raum B 0660) oder wahlweise Online-Teilnahme

Hinweis:         Teilnehmerbegrenzung: 40 Personen in Präsenz

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