(P) Heinrich Mann: „Professor Unrat“ (1905)

Heinrich Mann, älterer Bruder des Schriftstellers Thomas Mann, wurde 1871 in Lübeck geboren. Nach dem Abgang vom Gymnasium begann er eine Buchhandelslehre und volontierte 1891–1892 im S. Fischer Verlag in Berlin, wo er gleichzeitig Gasthörer an der dortigen Universität war. Sein frühes episches Talent bewiesen Erzählungen und Novellen, die Heinrich Mann zwischen 1897 und 1898 veröffentlichte. Im Jahr 1900 publizierte Heinrich Mann den Roman Im Schlaraffenland mit dem Untertitel „Ein Roman unter feinen Leuten“.
1905 schrieb er – als Folge mehrerer Veröffentlichungen – seinen ersten großen Erfolgsroman Professor Unrat.
Die Verfilmung unter dem Titel Der blaue Engel mit Marlene Dietrich im Jahre 1930 machte Heinrich Mann weltberühmt.
Es folgten weitere Publikumserfolge mit den Romanen Die kleine Stadt (1909) und Der Untertan (1918). Während der Weimarer Republik verfasste Heinrich Mann zahlreiche bedeutende politische und kulturkritische Essays. Seit 1931 war er Präsident der Sektion Dichtkunst der Preußischen Akademie der Künste zu Berlin; im Februar 1933 wurde sein Ausschluss aus der Akademie erzwungen.
Heinrich Mann emigrierte 1940 über Paris und Nizza, sowie über Spanien und Portugal, nach Kalifornien. 1949 nahm er die Berufung zum Präsidenten der neu zu gründenden Deutschen Akademie der Künste in Ost-Berlin an. Am 12. März 1950 verstarb er, kurz bevor er nach Ost-Berlin übersiedeln konnte.
Der Roman basiert auf Heinrich Manns Kindheits- und Jugenderinnerungen in Lübeck. Er spielt am Katharineum, der Schule, welche auch die Brüder Mann besuchten. Während er in seinen früheren Werken die großstädtische, kosmopolitische und bohemeverliebte Welt schilderte, widmet er sich hier dem Leben eines tyrannischen Schullehrers in einer norddeutschen Kleinstadt. Doch geht Mann in Professor Unrat über eine reine Satire auf Wilhelminismus und spießbürgerliche Doppelmoral hinaus.
Es ist nicht nur die Geschichte eines Lehrers, der in später Leidenschaft einer „Barfußtänzerin“ verfällt und damit die „Entsittlichung“ einer ganzen Stadt betreibt.
Vielmehr zeichnet Mann das Bild eines Menschen, der sich selbst in Untiefen stürzt. Sein eigener, immer strenger befolgter moralischer Index schlägt schließlich in Anarchie um – „er stolpert kopfüber ins Dunkel“, heißt es am Schluss des Romans.
Ausgabe - falls keine andere Ausgabe vorhanden:
Heinrich Mann: „Professor Unrat“, Fischer Verlag.
Dozentin: Margrit Platt, M.A.
Termine: 6 x dienstags
- 10.02.2026 – Präsenz: Gebäude SFG, Raum 0150
- 17.02.2026 – Präsenz: Gebäude SFG, Raum 0150
- 24.02.2026 – Präsenz: Gebäude SFG, Raum 0150
- 03.03.2026 – Präsenz: Gebäude SFG, Raum 0150
- 10.03.2026 – Präsenz: Gebäude GW1, Raum B0100
- 17.03.2026 – Präsenz: Gebäude SFG, Raum 0150
Zeit: 10:00 (s.t.) bis 11:30 Uhr
Entgelt: 60,- Euro
Veranstaltungsart: hybrid, in Präsenz (siehe Raumangaben oben) oder wahlweise Online-Teilnahme
Hinweis: Teilnehmerbegrenzung: 60 Personen in Präsenz

