(R) Simone de Beauvoir: „Alle Menschen sind sterblich“ – Furcht vor dem Tod oder vor der Unsterblichkeit?

Der Titel des Romans evoziert förmlich die Frage, was wäre, wenn unser Leben unendlich wäre. Simone de Beauvoir entwirft darauf eine Antwort. In ihren Memoiren schreibt sie: „Wäre unser Leben unendlich, es löste sich in der Gleichgültigkeit des Universums auf. Der Tod ficht unsere Existenz an, zugleich gibt er ihr einen Sinn... Als ich 1943 ‚Alle Menschen sind sterblich‘ begann, wollte ich darin in weit ausholendem Bogen den Tod einkreisen.“
Der Protagonist des Romans „Alle Menschen sind sterblich“ erlangt durch die Einnahme eines Tranks Unsterblichkeit. Doch diese verleidet ihm jegliches Glück. Die Sterblichen empfinden ihm gegenüber Hass und Neid, da sie nach ihrem Tod vom Ergebnis ihrer Mühen und ihres Strebens ausgeschlossen bleiben.
In „Alle Menschen sind sterblich“ erforscht Simone de Beauvoir in literarischer Form, was das Leben wäre, wenn es den Tod nicht gäbe. Sie zeichnet somit das fiktive Bild eines Lebens, das nicht durch den Tod determiniert ist. Die Unsterblichkeit wird nicht als erstrebenswert dargestellt, ihr haftet ein Fluch an, der im Roman ins Verhältnis zur Furcht vor dem Tod gestellt wird.
Literatur:
Simone de Beauvoir: „Alle Menschen sind sterblich“, Rowohlt Taschenbuchverlag, Reinbek bei Hamburg.
Dozent: Dr. phil. Fred Staffeldt
Termine: 6 x mittwochs
- 11.02.2026 von 14:00 (s.t.) bis 15:30 Uhr,
Präsenz: Akademie, Raum B 0770 - 18.02.2026 von 14:00 (s.t.) bis 15:30 Uhr,
Präsenz: Akademie, Raum B 0770 - 25.02.2026 von 14:00 (s.t.) bis 15:30 Uhr,
Präsenz: Akademie, Raum B 0770 - 04.03.2026 von 14:00 (s.t.) bis 15:30 Uhr,
Präsenz: Akademie, Raum B 0770 - 11.03.2026 von 10:00 (s.t.) bis 11:30 Uhr,
Präsenz: Akademie, Raum B 0660 - 18.03.2026 von 14:00 (s.t.) bis 15:30 Uhr,
Präsenz: Akademie, Raum B 0770
Entgelt: 60,- Euro
Veranstaltungsart: hybrid, in Präsenz (siehe Raumangaben oben) oder wahlweise Online-Teilnahme
Hinweis: Teilnehmerbegrenzung: 40 Personen in Präsenz

