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Grenzüberschreitendes Kino

23. Internationales Bremer Symposium zum Film

Seit seiner Erfindung erzählt das Kino von den Praktiken der Grenze: von den Erfahrungen des Überschreitens nationaler Grenzen, von der Abschaffung von Grenzanlagen oder von der Neuerrichtung von Grenzzäunen. Bereits sehr früh ist das Kino Teil einer globalen Ökonomie, sowie auch verbunden mit Kolonialismus und einer Aneignung der Welt durch Bilder. Filme sind selbst spezifische Produkte im globalen Warenverkehr, die zugleich ihre Grenzüberschreitung sichtbar, hörbar, erzählbar – und damit auch verhandelbar – machen.

Grenzüberschreitendes Kino wird mit bestimmten Figuren verbunden: mit Vagabunden, Migranten, Handelsreisenden, Touristen oder Terroristen – aber auch mit Fremden oder Außerirdischen. Grenzüberschreitendes Kino ist nur scheinbar festgelegt auf klassische Genres wie Roadmovie, Western, Kriegsfilm, Science-Fiction oder auf zeitgenössische Ausprägungen wie dem postkolonialen und transnationalen Kino. Als ein genuines Bild der Bewegung durchzieht das grenzüberschreitende Kino vielmehr die unterschiedlichsten Formen wie Hollywoodfilm, Dokumentarfilm, Autorenfilm, Essayfilm etc. Von seinen Anfängen bis in die Gegenwart scheint gerade das Kino ein prädestiniertes Medium zu sein, Grenzüberschreitungen zu inszenieren, zu reflektieren – aber auch zu dokumentieren – und auf diese Weise Grenzpraktiken zu gestalten.

Das Symposium lädt im Anschluss an zeitgenössische Studien zum Migrationskino und zum transnationalen Kino, sowie im Kontext der interdisziplinären Border Studies internationale Fachleute ein, um über ein grenzüberschreitendes Kino nachzudenken. Im Zentrum stehen dabei unter anderem neue Formen eines kosmopolitischen Kinos, die Grenzen Europas, die Grenzen Amerikas, sowie Genre-Grenzen.

Delia González de Reufels, Winfried Pauleit, Angela Rabing, Christine Rüffert
Universität Bremen