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Nachruf Jörg Holkenbrink

Trauer um Jörg Holkenbrink (1955-2020)

Am Freitag, dem 3. April 2020, ist Jörg Holkenbrink nach schwerer Krankheit und dennoch völlig unerwartet verstorben. Wir trauern mit allen, die ihm nahestanden.

Jörg Holkenbrink war Leiter des Zentrums für Performance Studies (ZPS) an der Universität Bremen mit dem angeschlossenen Theater der Versammlung (TDV) zwischen Bildung, Wissenschaft und Kunst. Im Institut für Ethnologie und Kulturwissenschaft hat er regelmäßig Lehre angeboten und in Seminaren seine Version von Performance, vom Leben und Arbeiten an der Universität vorgestellt.

Gemeinsam mit Ensemblemitgliedern und Lehrenden der Universität entwickelte er seit den 1990er Jahren regelmäßig Projekte, die eine künstlerische Orientierung in wissenschaftlichen Arbeitszusammenhängen ermöglichen. Die Schwerpunkte Performative Forschung und Lehre / performative Widersprüche, Wissenskulturen im Dialog sowie öffentlichkeitswirksame Grenzüberschreitungen zwischen theoretischen und praktisch-ästhetischen Arbeitsweisen und Darstellungsformen zählten zu den wesentlichen Zielen seiner Arbeit mit dem Theater der Versammlung.

Wir verlieren mit Jörg Holkenbrink einen diskussionsfreudigen Gesprächspartner, Lehrenden und Bildungsforscher. Seine Belesenheit, sein immer neugieriges Fragen, seine tiefe Intellektualität erlaubten es ihm, sich zwischen den Disziplinen hin und her zu bewegen und hinter den Differenzen die Berührungspunkte auszuloten. Jörg Holkenbrink hat die Neugier und den Mut, auch jenseits ausgetretener Pfade zu denken und zu forschen, vorgelebt. Im Methodischen streng, war es ihm zugleich ein großes Anliegen, dass Studierende ihren eigenen Weg suchten. Dabei hat er alle mit seinen weiten Kenntnissen und großer Sensibilität unterstützt.

Als Intellektueller und Hochschullehrer hat er die Gründungszeit der Universität Bremen und deren Reformansätze in Praxis umgesetzt und weitergedacht. Von dieser Erfahrung geprägt, hat er manche Erscheinung der Universität heute kritisch gesehen.

Wir trauern mit seiner Familie und mit den Mitgliedern und Freunden des Theaters der Versammlung und des Zentrums für Performance Studies an der Universität Bremen.

Elisabeth Arend und Maria Peters