(L) Georg Büchner: Dichter und Revolutionär (1813-1837)

Die Veranstaltung behandelt neuere Tendenzen der Büchner-Forschung. Die älteren Kontroversen (Nihilismus, Religion, Sprache, Menschenbild) sind nicht mehr bestimmend. Im Zentrum der Veranstaltung steht die Frage: In welchem historischen Kontext schrieb Georg Büchner? Wo ist er politisch einzuordnen? Das literarische Werk tritt demgegenüber in dieser Veranstaltung eher zurück.
Die beeindruckende Geschichte der Edition des „Woyzeck“ wird vorgestellt. Büchner stirbt plötzlich 1837 und hinterlässt das Drama in Fragmenten. Es droht, in Vergessenheit zu geraten. Erst 1875/1879 beginnt die eigentliche Geschichte der Edition. Karl Emil Franzos publiziert den Text, mit vielen Fehlern.
Die Uraufführung des Dramas erfolgt erst 1913. Ein langer Streit um die Struktur des Dramas, besonders um dessen Schluss beginnt. Ein historischer Kriminalfall aus dem Jahr 1816, seit 2005 bekannt, könnte eine Lösung bieten.
Die Moderne entdeckt Büchner. Er wird 1951 zur Leitfigur der deutschen Literatur mit der Einrichtung des Büchner-Preises. – sehr bald der wichtigste Literaturpreis in Deutschland. Und „Woyzeck“ wird – bis heute – das meistgespielte Drama der deutschen Literaturgeschichte.
Inhalte:
- Einführung: Bibliografie: Texte + Untersuchungen. Internet-Adressen
- Georg Büchner: Urteile über einen Dichter
- Büchners Biografie
- Politische Geschichte 1819-1837
- Die soziale Lage im Großherzogtum Hessen-Darmstadt (1815-1848)
- „Arm und unfrei zugleich“ – die Revolte in Oberhessen 1830
- Klassenschichtung im Übergang zur industriellen Revolution
- Weidig / Büchner: „Der Hessische Landbote“ (1834): Sprache, Argumentation
- Der Krieg zwischen Armen und Reichen
- Textvergleich: Blanqui (1832) – Büchner (1834)
- Büchners Briefe über Geschichte und Gewalt
- Büchner – Spätjakobiner oder Frühkommunist? Eine Kontroverse
- Der Schluss des „Woyzeck“ und der Mordfall Schneider (1816)
Dozent: Dr. Karl-Eckhard Lenk
Termine: 5 x mittwochs
- 11.02., 18.02., 25.02., 04.03., 11.03.2026
Zeit: 12:15 (s.t.) bis 13:45 Uhr
Entgelt: 55,- Euro
Veranstaltungsart: in Präsenz (Akademie, Raum B 1300)
Hinweis: Teilnehmerbegrenzung: 20 Personen

